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Die Spieler des FC Bayern sind nach dem Titel im dramatischen Finale überglücklich. Der BVB hadert, ist aber auch stolz. Die Stimmen zum Meister-Finale.

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Der FC Bayern ist erneut Meister der Bundesliga (SERVICE: Tabelle der Bundesliga).

Die Münchner gewannen am 34. Spieltag mit 5:1 gegen Eintracht Frankfurt und blieben damit vor Borussia Dortmund, das Borussia Mönchengladbach mit 2:0 schlug (SERVICE: Spielplan der Bundesliga).

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Die Dortmunder zeigen sich enttäuscht, aber auch stolz. Die Bayern feiern Robben und Ribery, Niko Kovac ist überzeugt davon, dass er weitermacht.

Die Bundesliga-Highlights am Sonntag ab 9.00 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1

SPORT1 fasst die Stimmen zum Titel-Finale von SPORT1, Sky und aus der Mixed Zone zusammen.

Marco Reus (BVB): "Es war deutlich mehr drin als der zweite Platz. Beide Mannschaften haben sich bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Wir haben es gegen Schalke und gegen Bremen verpasst, den Schritt näher zu sein als die Bayern. Heute haben wir noch einmal gehofft. Wir sind in Führung gegangen, als es in München 1:1 stand, da kam die Hoffnung wieder zurück. Aber letztendlich: Wer den Titel holt, hat es auch verdient. Deswegen Gratulation."

ob man eine historische Chance verpasst habe: "Wissen Sie, für mich ist der Meistertitel nicht alles im Leben. Ich spiele Fußball, weil ich den Sport so liebe. Wenn dann ein Meistertitel oder Pokalsieg dabei rauskommt, dann nehme ich das gerne mit. Es ist schon richtig, dass die Chance in diesem Jahr sehr groß war. Wir haben es aber in gewissen Momenten, in denen wir Siege gebraucht hätten, nicht geschafft, zu gewinnen. Da war Bayern uns voraus. Da hat ein bisschen die Erfahrung in solchen Situationen gefehlt und auch die Gier, noch eine Schippe draufzulegen. Aber trotzdem Kompliment an die Mannschaft für die Saison. Wir haben vorher nicht gedacht, dass wir so lange dabei bleiben. Es war nicht der Abschluss, den wir uns erhofft haben, aber wir können trotzdem zufrieden sein."

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zum umstrittenen 1:0: "Das war Aus. Der Schiedsrichter hat so entschieden. Für uns war es Glück."

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Bürki: "Es ist sehr enttäuschend"

Roman Bürki: "Es ist sehr enttäuschend jetzt. Wir waren sehr nah dran. Trotzdem haben wir eine super Saison gespielt. Wir haben bis zum Ende um den Titel mitgespielt. Wir können sehr stolz auf uns sein."

ob man im nächsten Jahr mit aller Macht um den Titel kämpfe: "Wie in dieser Saison. Wir sind sehr gut gestartet, hatten ein bis zwei Durchhänger. Jetzt wissen wir, wie es ist, bis zum Schluss ganz oben mitzuspielen und wie Druck ist. Daraus haben wir unsere Lehren gezogen. Deswegen greifen wir nächste Saison voll an."

Hans-Joachim Watzke (Geschäftsführer BVB): "Glückwunsch an den FC Bayern. Sie haben zwei Punkte mehr und sind daher verdient deutscher Meister geworden. Bayern hat eine Top-Rückrunde gespielt."

Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund): "Gladbach hat sehr gut angefangen, aber wir haben es nach und nach besser gemacht und schießen dann zu einem guten Zeitpunkt das 1:0. In der zweiten Halbzeit waren wir sehr dominant und haben verdient gewonnen. Die Enttäuschung ist natürlich da, vor allem nach dem 1:1 von Frankfurt haben wir wieder gehofft. Glückwunsch an Bayern München und seinen Trainer Niko Kovac!"

Michael Zorc (Sportdirektor BVB): "Wer am Ende die meisten Punkte hat, der hat es auch verdient."

Sebastian Kehl (Leiter Lizenzspielerabteilung BVB): "Die Enttäuschung ist schon da jetzt, weil wir in dieser Saison mal wieder die große Chance hatten, Meister zu werden. Ich weiß, wie selten solche Momente manchmal kommen. Wenn die Chance dann ist, will man sie ergreifen. Deswegen ist die Enttäuschung jetzt da. Auf der anderen Seite muss man sehen, dass wir 76 Punkte erreicht und fantastische Spiele abgeliefert haben, gerade in der Hinserie, die unglaublich beflügelt hat. In der Rückserie haben wir einfach ein paar Punkte liegen lassen."

über schwierige Phasen: "Im Nachhinein muss man sich dann doch eingestehen, dass die Niederlagen gegen Bayern und auch gegen Schalke und die Remis in Augsburg, Nürnberg und zu Hause gegen Hoffenheim die Mannschaft vielleicht doch mehr verunsichert haben, als wir es uns in dem Moment selbst eingestanden haben. In dieser Phase hat man auch gesehen, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben. Dass diese Mannschaft komplett in der Entwicklung ist und wir in diesem Jahr viel mehr erreicht haben, als wir uns anfangs überhaupt erträumt haben. Auf der Seite bin ich glücklich über einen würdigen Abschluss, aber auch traurig darüber, dass wir es in diesem Jahr nicht geschafft haben."

über den Titelkampf in der Zukunft: "Ich glaube, dass die Mannschaft noch großes Potenzial hat, sich weiter zu entwickeln. Wir werden auch weiter daran arbeiten, sie weiter zu verstärken und uns zu verbessern. Dass Borussia Dortmund in der Lage ist, Titel zu gewinnen, haben wir in den letzten Jahren immer wieder gezeigt. Und das wird auch in den nächsten Jahren unser Anspruch sein."

Thomas Müller (FC Bayern): "Das war sensationell gut heute. Diese Situation, am letzten Spieltag zuhause, Franck kommt rein und macht ein Tor. Arjen kommt rein und macht ein Tor. Es ist Wahnsinn, was die beiden geleistet haben, das weiß jeder hier. Wir hatten dieses Jahr so viel Stress und Ärger, sind nach neun Punkten Rückstand zurückgekommen. Mehr geht nicht."

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Arjen Robben: (zum 2. Tor, das er noch hätte machen können): "Meine Jungs werden bestimmt schimpfen. Aber ich hatte einfach keine Luft mehr. Ich war tot. Aber ich hätte den noch machen müssen." 

über den Tag und die Verabschiedungen: "Das waren viele Emotionen, die durch den Körper gehen. Das kann man nicht durch Worte beschreiben. Das muss man einfach erleben. Das ist das Schönste für mich. Mit vielen von den Jungs haben ich 7, 8 oder 10 Jahre zusammengespielt"

am Stadionmikro: "Ich werde immer Bayer sein. Das heute war Wahnsinn. Nächste Woche (beim Pokalfinale, Anm. d. Red.) setzen wir noch einen drauf."

Ribéry: "Ich liebe euch"

Franck Ribéry (am Stadionmikro unter Tränen): "Danke für alles. 12 Jahre. Unglaublich. Es war eine tolle Zeit. Ich liebe euch. Mia san Mia."

über seinen Emotionen: "Meine Kinder, meine Frau, mein Cousin, meine ganze Familie ist heute aus Frankreich gekommen. Das ist natürlich ein spezieller Moment. Es ist schwer, weil es das letzte mal in der Allianz Arena war, mit den Fans, mit meinen Kollegen, dem ganzen Team. Aber ich bins stolz auf das, was ich in meiner Karriere erreicht habe."

über seinem schönsten Moment bei Bayern: "Meine beste Saison war 2013. Was wir da geschafft haben (Triple, d. Red.), war Wahnsinn. Das werde ich nie vergessen."

über Niko Kovac: "Natürlich war es ab und zu schwer. Viele Situationen ware nicht einfach. Aber ein Trainer braucht auch Zeit. Er ist ein guter Mensch. Ich hoffe, er bleibt bei Bayern."

zu seiner Zukunft, Rückkehr zu Bayern: "Wir haben noch ein Spiel in einer Woche, wir wollen diesen Pokal. Danach? Schau mer mal."

Niko Kovac (auf die Frage nach den ständigen Spekulationen zu seiner Zukunft): "Ich habe im Hintergrund andere Informationen und ich bin davon überzeugt, dass es weiter geht. Sie können mir glauben, dass das Informationen aus erster Hand sind."

ob ihm also Präsident Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge gesagt hätten, dass er nächste Saison auf jeden Fall Bayern-Trainer sei: "Ja, das lassen wir mal so stehen."

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über die Fans, die ihn während der Partie mit Sprechchören gefeiert hatten: "Natürlich berührt einen das. Ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut wie alle anderen. So etwas geht einem nahe. Das Publikum hat ein gutes Gefühl für das, was wir geleistet haben. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei allen bedanken."

am Stadionmikro: "Es ist Wahnsinn. Danke für eure Unterstützung. Nächste Woche fahren wir zu mir nach Hause. Ich hoffe, dass wir dann das Double feiern."

über die Bierdusche: "Es ist total kalt. Wenn man so überrrascht wird mit einem Kaltgetränk, bekommt man fast einen Herzstillstand. Aber das nehme ich heute gerne hin."

über die Saison: "Es war keine einfache Saison. Wir hatten nach dem sehr guten Start eine Beule von eineinhalb Monaten. Aber was die Mannschaft dann, nach der ganzen Kritik, geleistet hat, ist aller Achtung wert. Wir waren neun Punkte hinten, aber wir haben uns zusammengerissen, wir hatte eine eingeschworene Mannschaft. Es war nicht immer einfach, aber wir haben es geschafft. Das zeigt die Qualität dieser Spieler. Dafür möchte ich mich bedanken, bei den Spielern, bei den Fans, bei meinem Staff."

Uli Hoeneß: "Die Mannschaft hat über weite Strecken wie aus einem Guss gespielt. Eigentlich hätten heute locker mal zehn Tore drin sein müssen. So viele hundertprozentige Torchancen habe ich in einem Bundesligaspiel auf hohem Niveau in den letzten Jahren nicht gesehen. Und Eintracht Frankfurt ist ja hohes Niveau.  Ich war schon in der Halbzeit nervös, weil wir nur 1:0 geführt haben und wenn man so viele Chancen vergibt, ist die Gefahr groß, dass da noch was passiert. Prompt kam es dann so. Zum Glück haben wir bald darauf das 2:1 gemach, und mit dem 3:1 war es dann gelaufen."

über Ribery: "Die Einwechslung war schon emotional, aber mehr übermannt hat es mich, als er das Tor geschossen hat. Dass er an so einem Tag so ein unglaubliches Tor schießt - da konnte ich dann meine Tränen nicht halten, weil ich mich für ihn gefreut habe. Ich habe ihn die letzten Tage miterlebt, wie traurig er war, dass er nicht von Anfang an spielt. Ich habe immer gehofft, dass er frühzeitig reinkommt, damit er noch Leistung zeigen kann. Der Trainer hat ihn zum möglichst frühen Zeitpunkt gebracht, auch Arjen. So konnten sie beide noch einmal mit unglaublichem Einsatz spielen. Gerade Arjen, bei dem hatte ich das Gefühl, der ist aufgezogen. Als hätte jemand eine Schraube gedreht. Der hat manchmal gespielt wie die C-Jugend - immer da, wo der Ball war. Das hat mir unglaublich gefallen."

über Kovac, der sagt, er wisse aus erster Hand, dass er weitermacht: "Ich habe mich an dieser Diskussion niemals beteiligt und ich will das auch heute am Tag dieses Triumphs nicht tun. Wir sollten das Thema jetzt endlich mal aus unseren Köpfen bringen." 

über die Fangesänge für Kovac: "Das habe ich wahrgenommen und das hat mir auch gut getan."

Löw: "Eine große Leistung"

Joachim Löw (Bundestrainer): "In dieser Saison, in der sie noch das Double gewinnen können, mussten die Bayern auch einige Widerstände überwinden. Zum siebten Mal in Folge deutscher Meister zu werden, ist eine große Leistung. Solche Erfolge zu bestätigen, sich immer wieder selbst die höchsten Ziele zu setzen, ist eine Qualität, die den FC Bayern auszeichnet."

Oliver Bierhoff (DFB-Direktor): "Bis zum Schluss war in dieser Saison der Titelkampf offen, auch Borussia Dortmund hat in der Liga begeisternden Fußball gespielt. Doch in den entscheidenden Momenten waren die Bayern wieder da und haben an sich geglaubt. Mich freut es für unsere teilweise noch jungen Nationalspieler, dass sie die richtige Mentalität und Reaktion gezeigt haben. Diese Mentalität hat am Ende den Ausschlag gegeben."