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Stuttgart - Der VfB Stuttgart verspielt in der Bundesliga-Relegation eine zweimalige Führung gegen Union Berlin. In Berlin müssen die Schwaben gewinnen. Gomez gibt sich kampfeslustig.

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Dem ambitionierten VfB Stuttgart droht nach 1975 und 2016 der dritte Abstieg aus der Bundesliga. 

Die krisengeplagten Schwaben kamen im Relegations-Hinspiel gegen den Zweitligadritten Union Berlin nicht über ein mageres 2:2 (1:1) hinaus. Der VfB steht nun im Rückspiel am Montag (20.30 Uhr im LIVETICKER) im Stadion an der Alten Försterei gegen den heimstarken Kultklub noch mehr unter Druck. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

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"Es ist kein Traumergebnis, was wir heute eingefahren haben, das wissen wir. Aber wir sind heute noch nicht abgestiegen. Es geht Montag mindestens bei fifty-fity los. Wir haben die Chance, den Klassenerhalt zu schaffen", sagte VfB-Kapitän Christian Gentner bei Eurosport.

"Das haben wir uns sicherlich anders vorgestellt, aber es ist erst Halbzeit. Das Ding geht 180 Minuten. Heute wurde nichts gewonnen, aber heute wurde auch nichts verloren", gab VfB-Trainer Nico Willig sich kampfeslustig.

Besonderes Lob hatte Willig für seinen alternden Stürmerstar Gomez parat. "Man hat heute gesehen, wie wichtig Mario für uns ist und er war da und ich glaube, er kann auch am Montag da sein."

Mario Gomez mit Kampfansage

"Die ganze Stimmung jetzt, gefällt mir nicht", erklärte Gomez selbst und meinte damit auch die Fans, die nach Schlusspfiff nicht begeistert über die Leistung der Schwaben waren, später aber dennoch applaudierten. "Wenn man an sich glaubt und wenn man weiß, dass man in Berlin gewinnen kann, dann geht man hier mit erhobenem Haupt raus und sagt: Ok, das hier wars nicht so, aber nächstes Spiel haben wir eine zweite Chance."

Eine Kampfansage in Richung des Zweitligisten schob der 33-Jährige noch hinterher: "Die Berliner feiern, als wären sie schon aufgestiegen. Am Montag werden wir zurückschlagen."

"Wir haben alles reingeschmissen und ein wirklich gutes Ergebnis geholt. Wir freuen uns auf das Heimspiel, das Stadion wird beben", sagte Union-Kapitän Christopher Trimmel, der in Berlin gelbgesperrt fehlen wird.

Sein Trainer Urs Fischer erklärte: "Schlussendlich war es eine tolle Leistung von uns. Es war wichtig, dass wir das 1:0 schnell ausgeglichen haben. Das hat der Mannschaft für den Rest des Spiels Mut gegeben. Sich über 90 Minuten hinten reinzustellen, hätte nicht funktioniert. Und die Mannschaft hat das gut gemacht."

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Gentner besorgt VfB-Führung

Stuttgart gelang in einer umkämpften Partie vor 58.619 Zuschauern durch Kapitän Christian Gentner in der 42. Minute das umjubelte 1:0. Die Freude währte jedoch nur 87 Sekunden, denn Suleiman Abdullahi glich mit der ersten Aktion nach dem Anstoß aus. Die VfB-Defensive hatte sich noch nicht sortiert. Joker Mario Gomez (51.) brachte den VfB wieder in Führung, ehe Marvin Friedrich (68.) erneut ausglich. (Service: Spielplan der Relegation)

Die Statistik spricht immerhin für den VfB, der bei einem Absturz rund 15 Millionen Euro alleine an Fernsehgeldern verlieren würde. In bislang 20 Relegations-Duellen seit 1981 hat sich der Zweitligist nur fünfmal durchsetzen können, zuletzt war dies 2012 Fortuna Düsseldorf gelungen.

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Sein Team, das in der Liga zuletzt einen Aufwärtstrend zeigte, habe "Bock auf das Spiel", sagte VfB-Coach Nico Willig kurz vor der Partie. Dies wurde schnell deutlich. Allerdings war auch der Druck, den Bayern-Trainer Niko Kovac unlängst gar als "unmenschlich" bezeichnet hatte, spürbar.

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Den Aktionen des VfB fehlte bei allem Bemühen die Präzision. Auch spielerische Elemente kamen zu kurz. So profitierten die Stuttgarter bei der ersten nennenswerten Möglichkeit von einem Fehler von Manuel Schmiedebach. Anastasios Donis scheiterte jedoch an Rafal Gikiewicz (7.).

Zieler verhindert Schlimmeres

Ansonsten fehlten sehenswerte Offensivaktionen. Union hielt humorlos dagegen und konnte sich so immer wieder Luft verschaffen. Gefahr ging von den "Eisernen" aber bis zur 21. Minute nicht aus: Dann zwang Sebastian Andersson VfB-Keeper Ron-Robert Zieler zu einer Glanzparade.

Union wurde nun mutiger. Der VfB hatte weitgehend Probleme, den Zweitligisten in Verlegenheit zu bringen - bis der auffällige Donis durchstartete und Gentner zur Führung bediente. Doch der Schock durch den Ausgleich von Abdullahi, der Emiliano Insua ins Leere laufen ließ, folgte prompt.

Willig reagierte und brachte Gomez für den enttäuschenden Daniel Didavi. Der 33-Jährige verpasste kurz darauf erst knapp, ehe er unter Mithilfe von Friedrich die erneute Führung erzwang. Die Einwechslung des Stürmers brachte kurzzeitig etwas mehr Schwung ins VfB-Spiel. Union wackelte, kämpfte sich aber wieder zurück.

Und wurde belohnt: Nach einer Ecke kam Friedrich unbedrängt zum Kopfball und traf per Aufsetzer. Mit erneuten Glanztaten gegen Andersson (78./90.+3) musste Zieler Schlimmeres verhindern, da die VfB-Defensive immer wieder ins Schwimmen geriet.