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München - Der FC Bayern steckt im Umbruch und sondiert den Markt - auch nach einem Torwart. Manuel Neuer und Sven Ulreich werden nicht jünger. Was läuft mit Schalkes Nübel?

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Der FC Bayern bastelt an seiner Defensive der Zukunft.

Mit Benjamin Pavard (23) aus Stuttgart und Lucas Hernández (23) von Atlético Madrid hat der Rekordmeister schon ein Duo mit viel Potenzial verpflichtet. Für die Offensive kommt der 19-jährige Jann-Fiete Arp (Hamburger SV) wohl schon diesen Sommer, weitere Kreativ-Transfers sollen folgen.

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Nach SPORT1-Informationen sind die Münchner aber auch auf der Suche nach einem Torwart – für die kommende oder übernächste Saison.

Alexander Nübel hat der Rekordmeister bereits auf dem Zettel (SPORT1 berichtete exklusiv). Der Vertrag des 22-Jährigen bei Schalke 04 ist nur noch bis 2020 gültig. Gespräche über eine Vertragsverlängerung mit den Königsblauen liegen derzeit aber auf Eis. Stand jetzt könnte Nübel den klammen Schalkern diesen Sommer eine hohe Ablöse einbringen oder nächstes Jahr umsonst gehen. Für den abstiegsbedrohten Tabellen-15. wäre es das Horror-Szenario, zumal sie ihn unbedingt halten wollen.

Nübel spielte sich in einer schwachen Schalker Mannschaft mit starken Leistungen zuletzt ins Rampenlicht und verdrängte Ralf Fährmann - beide haben den gleichen Berater - als Nummer eins. Noch soll es aber keine Verhandlungen mit den Bayern gegeben haben.

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Interessant: Bereits vor zwei Jahren fühlten die Bayern beim gebürtigen Paderborner vor. Der Kontakt soll damals über FCB-Torwarttrainer und Ex-Schalker Toni Tapalovic zustande gekommen sein.

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Wie SPORT1 erfuhr, erkundigte sich Sportdirektor Hasan Salihamidzic zuletzt auch nach Markus Schubert von Dynamo Dresden. Der Vertrag des aktuellen U20-Nationaltorwarts beim Zweitligisten läuft diesen Sommer aus. Bei Dynamo ist er absoluter Stammspieler. Das Interesse soll mittlerweile aber abgeflaut sein, weil die Münchner einen anderen Kandidaten bevorzugen sollen.

Warum sucht der FC Bayern einen Torwart?

Manuel Neuer ist zwar noch immer die unangefochtene Nummer eins und hat einen langfristigen Vertrag bis 2021. Der Bayern-Kapitän ist mit nunmehr 33 Jahren aber verletzungsanfällig geworden. Aktuell pausiert er wegen eines Muskelfaserrisses in der linken Wade. Sein Comeback plant er am 33. Spieltag gegen RB Leipzig. Zuvor verletzte er sich am Daumen, trägt deswegen nach den Spielen eine stabilisierende Schiene. Aufgrund gleich dreier Brüche im linken Mittelfuß fiel er ab April 2017 fast ein Jahr aus.

Neuer will bleiben

Fakt ist: Seitdem Neuer über 30 ist, verpasste er 63 Spiele. Zuvor waren es in seiner Karriere insgesamt nur 16 Partien. Zwar stabilisierte sich der gebürtige Gelsenkirchener zuletzt wieder und hielt auch stark im DFB-Dress. Dennoch ist Neuer in dieser Saison fehleranfälliger geworden.

Nach SPORT1-Informationen denkt Neuer aber nicht an einen Abschied aus München. Ein kurzfristiger Wechsel, etwa ins Ausland, ist kein Thema. Vielmehr kann er sich vorstellen, seinen Vertrag zu erfüllen. Zudem hat er sich mit Frau Nina eine Traumvilla am Tegernsee gebaut.

Wie planen Ulreich und Co. ihre Zukunft?

Sven Ulreich, Neuer-Ersatz Nummer eins, hat auch noch einen Vertrag bis 2021. SPORT1 weiß: Derzeit hat Ulreich keine Absichten, den Verein zu verlassen. In München fühlt sich der 30-Jährige mit Frau Lisa und den Kindern Maris und Len zudem pudelwohl. In der Mannschaft ist er auch angesehen und beliebt. Seitens der Bayern gab es auch noch keine Signale, Ulreich möglicherweise abzugeben, falls sich ein potenzieller Neuer-Nachfolger finden würde.

Fortan muss Ulreich erneut zeigen, dass er ein würdiger Neuer-Ersatz ist. Der Schwabe ist ein sicherer Rückhalt und zeigte schon überragende Leistungen, hat aber auch immer mal wieder Patzer drin - wie im vergangenen Jahr im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid (2:2).

Nicht ausgeschlossen ist übrigens, dass Ulreich sogar die Rolle als Nummer drei akzeptieren würde, um für einen Neuer-Ersatz Platz zu machen.

Früchtl mit zwei Bundesligisten in Kontakt

Bei Christian Früchtl hingegen stehen die Zeichen auf einem vorübergehenden Abschied. Aktuell pausiert die etatmäßige Nummer drei wegen einer Bänderverletzung im Ellbogen. Zuvor kam der 19-Jährige in dieser Saison auf 17 Einsätze in der Regionalliga. Das soll sich ändern. Nach SPORT1-Informationen plant Früchtl (Vertrag bis 2020) im Sommer eine zweijährige Ausleihe, um Spielpraxis auf einem höheren Level sammeln zu können. Dafür müsste sein Vertrag verlängert werden. Mit dem FC Augsburg gab es bereits ein Treffen. Auch Fortuna Düsseldorf hat Früchtl im Blick.

Pikant: Trotz des Interesses an anderen Torhütern soll seitens der Bayern kommuniziert worden sein, dass man nach wie vor plane, Früchtl als Neuer-Ersatz aufzubauen. Zudem ist es Präsident Uli Hoeneß, ein Befürworter Früchtls, wichtig, mit ihm einen waschechten Bayern im Kader zu haben. Früchtl ist in Bischofsmais geboren und stammt aus der eigenen Jugend.

Zuspruch bekommt das Talent vor allem von Neuer, Tapalovic, Ulreich und auch David Alaba. Vereinsintern gibt es jedoch vereinzelt auch Skepsis, ob er Neuer tatsächlich eines Tages ersetzen kann. Sich höherklassig zu beweisen, ist für ihn daher umso wichtiger. Auch deshalb plant er eine Leihe, selbst wenn Bayern II in die dritte Liga aufsteigen sollte.

Ron-Thorben Hoffmann (Vertrag bis 2021) ist durch die Ausfälle von Neuer und Früchtl plötzlich die Nummer zwei. Der 20-Jährige kommt in der Regionalliga in dieser Spielzeit bislang auf neun Einsätze und genießt einen guten Ruf. Als Neuer-Ersatz wird er vereinsintern jedoch nicht gehandelt. Wahrscheinlicher ist, dass er in der kommenden Saison die Nummer eins bei Bayern II wird - sollte Früchtl gehen.

Im Bayern-Tor bleibt es spannend.