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München - Der VfB Stuttgart trennt sich nach dem 0:6 in Augsburg von Trainer Markus Weinzierl. Die Entscheidung ist alternativlos. Der "Feuerwehrmann" aus den eigenen Reihen birgt Chance und Risiko. Der SPORT1-Kommentar. 

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Unter der Woche stellte Markus Weinzierl bei einer denkwürdigen Pressekonferenz immer wieder die Frage: "Bin ich schuld?" Bezogen auf die sportlich so brisante Lage des VfB Stuttgart muss die schonungslose Antwort lauten: Ja! 

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Unter Weinzierl gewann Stuttgart in der Rückrunde nur ein Spiel. Das 0:6 in Augsburg, vermöbelt vom Ex-Klub, war Weinzierls höchste Niederlage als Trainer und die deftigste Auswärtsklatsche des VfB in der Bundesliga-Geschichte. Die Relegation ist nun wohl nur noch das Maximalziel, die Gefahr eines direkten Abstiegs wird immer bedrohlicher. 

All dies hat Weinzierl – zugegeben in einem unruhigen Umfeld unter dem strittigen Päsidenten Wolfgang Dietrich - mit zu verantworten. Doch selbst nach dem Debakel in Augsburg versuchte er, die Schuld weiter zu geben, in diesem Fall an seine Spieler. "Ich habe gewusst, was auf uns zukommt und es der Mannschaft auch vermittelt", sagte Weinzierl trotzig. 

Stuttgarts Kader im Selbstzerstörungsmodus

Das Tischtuch zwischen Spielern und Trainer ist zerrissen. Letzte Woche die Spuckattacke von Santiago Ascacibar, nun der Offenbarungseid in Augsburg – Stuttgarts 160-Millionen-Kader befindet sich in einem Selbstzerstörungsmodus. Sportvorstand Thomas Hitzlsperger, der lange am Trainer festgehalten hat, musste handeln und hat dies schließlich ein paar Stunden nach dem Debakel in Freiburg getan. Die Trennung von Weinzierl war alternativlos. 

Am Abgrund setzt der VfB für die letzten vier Spiele auf eine interne Lösung. Nico Willig, bislang Trainer der U19, soll den Traditionsklub vor dem Absturz in die Zweitklassigkeit bewahren. 

Super-GAU muss verhindert werden

Die Personalentscheidung bietet Chance und Risiko zugleich. Willig ist als Bundesliga-Trainer völlig unerfahren und steht im Abstiegskampf gleich vor einer Feuertaufe. Auf der anderen Seite kann er die Mannschaft in die Pflicht nehmen und für einen Schulterschluss mit den Fans sorgen, die in Augsburg entweder schon zur Halbzeit das Stadion verließen oder die Spieler zum Teil verhöhnten. 

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Für Stuttgart kann es nun nur noch darum gehen, den sportlichen Super-GAU zu verhindern. Für die Zukunftsplanung ist die Hängepartie im Bundesliga-Keller ohnehin Gift. Die Ungewissheit mit Blick auf die kommende Saison macht den dringend nötigen Umbruch und die Verpflichtung eines Trainers nicht einfacher. Hitzlsperger und der neue Sportdirektor Sven Mislintat sind nicht zu beneiden.

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