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Düsseldorf und München - Nichts ist so umstritten wie die Auslegung der Handregel. Mats Hummels übt Kritik, Thomas Müller lässt aufhorchen und Friedhelm Funkel reagiert sarkastisch.

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Das leidige Thema Handspiel sorgte nach dem Erfolg des FC Bayern in Düsseldorf mal wieder für Diskussionen.

Zwar feierte der Rekordmeister beim Aufsteiger Fortuna Düsseldorf einen ungefährdeten 4:1-Sieg, doch der Elfmetertreffer von Dodi Lukebakio nach einem Handspiel von Mats Hummels kurz vor Schluss bot reichlich Gesprächsstoff.

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"Ich weiß ja nicht, wie Restdeutschland das sieht, das würde ich sogar vorne als Stürmer nicht als Elfmeter haben wollen", sagte Thomas Müller bei Sky. "Wenn ich den bei uns bekomme, dann schiebe ich ihn absichtlich daneben, glaube ich."

Auch "Übeltäter" Hummels war mit dem Pfiff von Schiedsrichter Felix Zwayer, der erst auf Hinweis aus Köln und nach Sichtung der Videobilder entschied, nicht einverstanden. "Ich sage es ganz ehrlich: Für mich ist das keiner. Auch wenn wir den für uns bekommen, ist das keiner", sagte Hummels, der von Thiago aus kurzer Distanz angeschossen wurde.

Hummels fordert: Handspiel nicht gleich Elfmeter

Der Innenverteidiger erinnerte an die umstrittenen Elfmeterpfiffe nach unglücklichen Handspielen von Leipzigs Willi Orban in Stuttgart und Leverkusens Mitchell Weiser im Spiel gegen RB. "Das sind einfach alles keine Elfmeter. Es ist wichtig, dass da jetzt so langsam aber sicher ein Riegel vorgeschoben wird, dass Handspiele nicht gleich Elfmeter bedeuten", forderte Hummels.

Anfang März hatten die Regelhüter vom International Football Association Board (IFAB) eine Reform der Handregel beschlossen. Diese tritt ab der kommenden Saison in Kraft und beinhaltet eine Überarbeitung der Definition des "unabsichtlichen" Handspiels.

Hummels berichtet von Dialog mit Zwayer

"Es werden einfach zu viele Handelfmeter gegeben. Die Schiedsrichter wollen es auch gar nicht, ich spreche ja auch mal durchaus sachlich mit ihnen. Man muss sich vielleicht überlegen, ob man das Ganze auf absichtliches Handspiel reduziert und die ganze Zufallsproduktionen aus kurzer Distanz nicht mehr als Elfmeter ahndet", sagte Hummels. 

Im konkreten Fall in Düsseldorf berichtete Bayern-Verteidiger von einem Dialog mit Schiedsrichter Zwayer. "Er hat mir klargemacht, dass er den eher nicht geben würde, wenn er die Regeln machen würde, aber er Regeln umzusetzen habe", sagte Hummels und machte Zwayer explizit keinen Vorwurf. Hummels kritisierte die Regel an sich: "Man muss in dem Fall das Übel an der Wurzel packen."

Funkel scherzt: "Welche Regel?"

Auch Fortuna-Coach Friedhelm Funkel war von den andauernden Diskussionen um die Auslegung der Handspielregel augenscheinlich genervt.

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"Welche Regel? Es gibt doch bei Hand gar keine Regel", sagte Funkel sarkastisch. "Der Schiedsrichter entscheidet so, wie er gerade lustig ist, wie er gerade gut drauf ist, und dann gibt es Elfmeter."

Die Elfmeterentscheidung war für den 65-Jährigen allerdings unstrittig. "Wir haben schon für viel weniger einen Elfmeter hinnehmen müssen, deswegen ist das für mich ein glasklarer Elfmeter. Das ändert natürlich nichts an der Überlegenheit und am verdienten Sieg von Bayern München", sagte Funkel.