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Bremen - Stuttgarts Coach Markus Weinzierl bleibt auch in Bremen ohne Dreier, Hitzlspergers Zuspruch macht dennoch Mut. Mario Gomez trauert seinen vergebenen Chancen nach.

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Dämpfer für Werder Bremens Europacup-Hoffnungen - Hoffnung und Achtungserfolg für den abstiegsbedrohten VfB Stuttgart:

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Die ambitionierten Hanseaten und die schwer kriselnden Schwaben haben sich zum Auftakt des 23. Spieltags der Fußball-Bundesliga leistungsgerecht 1:1 (1:1) getrennt. Während Werder im Tabellenmittelfeld hängenbleibt, darf der VfB um den zuletzt stark wackelnden Coach Markus Weinzierl den Auftritt als kleinen Mutmacher werten.

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"Das Selbstvertrauen nehmen wir mit, weil wir gegen eine gute Bremer Mannschaft dagegengehalten haben. Wir sind gut reingekommen, waren früh in Führung und hatten zwei hundertprozentige Chancen durch Mario Gomez, da müssen wir das 2:0 machen. Das 1:1 kurz vor dem Halbzeitpfiff war ein Nackenschlag. Es ist nicht leicht, die Bremer zu verteidigen. Das haben wir gemacht, mit dem Punkt können wir leben", so Weinzierl.

Für wie lange die vor allem in der ersten Halbzeit couragierte Leistung der Schwaben dem Trainer eine Garantie auf Weiterbeschäftigung ausstellt, bleibt trotzdem fraglich: Der 44-Jährige wartet jetzt schon seit acht Spielen auf einen Sieg. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Hitzlsperger stärkt Weinzierl - Gomez hadert 

Dennoch: Der neue VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger stärkte Weinzierl vor und nach dem Spiel den Rücken. "Ich sehe Fortschritte und warum sollte ich jetzt da was ändern? Ich habe mit Markus ein wirklich gutes Verhältnis und wir wissen beide, dass wir brutal hart arbeiten müssen, um da rauszukommen", sagte er bei SPORT1.

Schon vor dem Anpfiff hatte der Ex-Profi bei Eurosport erklärt: "Ich beobachte, ob es uns gelungen ist, diese Woche noch einmal besser zu werden. Dann ziehen wir Bilanz. Meine Pflicht ist, alles mit Markus Weinzierl zu tun, bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich merke, es wird nicht mehr funktionieren. Aber an dem Punkt bin ich heute nicht."

Zumal der VfB in Bremen einen Blitzstart hinlegte. Steven Zuber entwischte Werder schon Sekunden nach dem Anpfiff und vollstreckte völlig ungerührt zur frühen Führung (2.). Davy Klaassen traf für wütend anrennende Bremer kurz vor dem Halbzeitpfiff mit einem sehenswerten Drehschuss  zum 1:1 (45.) vor 41.000 Zuschauern.

"Ich habe immer noch gehofft, dass wir mal den Lucky Punch schaffen. Am Ende haben wir kaum noch etwas zugelassen", sagte Stuttgarts Mario Gomez, der beim Stand von 1:0 zwei große Chance vergeben hatte, bei Eurosport: "Wenn ich eine davon mache, steht es 2:0. Das tut mir leid für die Mannschaft. Insgesamt war es ein Schritt nach vorne. Der Punkt tut uns gut."

Stuttgart bleibt auf Relegationsrang 

Die Stuttgarter bleiben auf Relegationsrang 16, beendeten aber ihre Pleitenserie auf fremden Plätzen nach fünf Partien und boten kämpferisch eine ansprechende Vorstellung. Für Werder und Coach Florian Kohfeldt war es das vierte Unentschieden aus den vergangenen fünf Liga-Partien – zu wenig, um höher als auf Rang neun zu klettern. (SERVICE: Ergebnisse der Bundesliga)

Tabellenplatz, Statistiken, aktuelle Form - alles sprach vor dem Anpfiff für Werder. Doch das war nach der überraschenden Gästeführung erst einmal hinfällig. Stuttgart war sofort in der Partie und hätte erhöhen können. Ex-Nationalspieler Gomez deckte mit dem Ball am Fuß die Geschwindigkeits-Defizite der grün-weißen Hintermannschaft auf, agierte aber frei vor Werder-Keeper Jiri Pavlenka zu kompliziert (9.).

VfB bietet Fünferkette gegen Werder auf

Nicht nur aufgrund des Gegentores erwischte Werder einen völligen Fehlstart: Die Mannschaft von Kohfeldt fand zu Beginn nicht die richtige Einstellung zum Spiel, ließ immer wieder gefährliche Konter zu und agierte in der Defensive merkwürdig passiv. Erst der quirlige Milot Rashica sendete nach feinem Solo ein erstes echtes Lebenszeichen (15.), Startelf-Debütant Joshua Sargent wartete noch auf seine erste Abschlusschance.

Mitte der ersten Hälfte wurde der Druck der Bremer etwas höher, aber das Angriffsspiel blieb zunächst zu statisch. Die Stuttgarter Fünferkette um Weltmeister Benjamin Pavard stellte sich mit starkem Zweikampfverhalten den Angriffen der Gastgeber entgegen. Und der starke Winterzugang Ozan Kabak leitete sogar die Chance auf den zweiten Stuttgarter Treffer ein, doch erneut konnte Gomez nicht verwerten (44.). Werders Antwort tat dem VfB dann besonders weh.

Zu Beginn der zweiten Hälfte ging es munter hin und her, der VfB zeigte sich wieder häufiger in Werders Strafraum. Gomez war aber bei einer Kopfballablage zu uneigennützig (53.), kurz später wurde er für Anastasios Donis ausgewechselt.

Auch Kohfeldt wollte seine Offensive beleben und brachte Super-Oldie Claudio Pizarro unter dem großen Jubel der Fans (61.). Als Sahin in der 71. Spielminute die Chance zur Führung ausließ, war alles für eine spannende Schlussphase angerichtet, in der aber keine weiteren Treffer mehr fallen sollten.

"Vom Ergebnis her war es zu wenig, um oben dranzubleiben. Es war nicht unsere beste Leistung, aber ich kann meiner Mannschaft auch keinen riesigen Vorwurf machen", sagte Kohfeldt. "Wir wollten Emotionen schüren, aber Stuttgart hat uns nichts angeboten. Es war kein Spiel, das viele Tempo-Optionen geboten hat. Es ist sehr ärgerlich, weil wir gewinnen wollten."