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Nach dem Rücktritt von Christian Heidel muss Schalkes Vorstandsboss einen Manager präsentieren, der den Verein wieder voranbringt. Eine Lösung ist bereits in Sicht.

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Ratschläge bekommt Clemens Tönnies derzeit von allen Seiten. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus forderte eine Rückkehr von Horst Heldt, Ex-Europameister Steffen Freund sprach sich für Jahrhunderttrainer Huub Stevens aus.

"Zügig, aber nicht übereilt" will der Aufsichtsratschef von Schalke 04 über die Nachfolge von Manager Christian Heidel entscheiden. Denn er weiß: Der nächste Schuss muss sitzen.

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Am Dienstag ging dann alles ganz schnell: Die Königsblauen vermeldeten, dass der Heidel-Nachfolger schon in den Startlöchern steht. Jochen Schneider soll nach Vereinsangaben der neue Sportvorstand werden. Der 48-Jährige hat bereits seinen Vertrag als Sportlicher Leiter bei RB Leipzig aufgelöst.

Der Rücktritt von Heidel, den Tönnies 2016 als "starken Mann" installierte, hat den Fleischfabrikanten zuvor nicht nur "überrascht".

Er setzt ihn auch gewaltig unter Druck: Denn Tönnies muss sich am 30. Juni auf der Jahreshauptversammlung zur Wiederwahl stellen. Nach dem Absturz des Vizemeisters und der schlechtesten Zwischenbilanz seit dem Abstiegsjahr 1983 braucht der 62-Jährige eine überzeugende Lösung, die den Königsblauen in schwierigen Zeiten Aussicht auf Besserung verspricht.

Heldt und Stevens keine Optionen

Die Tipps von Matthäus und Freund wird Tönnies wohl nicht beherzigen. Heldts Rückkehr nach zwei erfolglosen Jahren bei Hannover 96 ist ebenso unwahrscheinlich wie Stevens' Wechsel vom Aufsichtsrat in den Vorstand.

Der 65-Jährige berät Tönnies in sportlichen Fragen und hat nach dem Ende seiner Trainerkarriere wegen Herzproblemen keine Ambitionen mehr, ins Tagesgeschäft zurückzukehren.

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Die Eurofighter Marc Wilmots, Mike Büskens und Ingo Anderbrügge, die unter Stevens 1997 den UEFA-Cup gewannen und von Freund ebenfalls ins Gespräch gebracht wurden, haben keinerlei Erfahrung im Bereich Kaderplanung und kommen nicht infrage.

Allerdings präferiert Tönnies das Dortmunder Modell mit einem populären ehemaligen Spieler in zweiter Reihe - wie Sebastian Kehl als Leiter der Lizenzspielerabteilung beim BVB. Ein Kandidat ist Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah, aktuell Manager der Schalker U23.

Boldt führte Gespräche mit Schalke-Bossen

Als aussichtsreichste Kandidaten gelten der in Stuttgart entlassene Michael Reschke und der in Leverkusen auf eigenen Wunsch ausscheidende Jonas Boldt. Letzterer kann sich nach SPORT1-Informationen gut vorstellen, den Posten des Sportvorstandes zu übernehmen.

Bei Bayer stieg er innerhalb weniger Jahre vom Praktikanten zum Sportdirektor auf und weckt nun auch außerhalb des Rheinlands Begehrlichkeiten. Mit den Verantwortlichen bei Schalke kam es bereits zu einem Austausch.

Mit dem ebenfalls gehandelten langjährigen Bremer Manager Klaus Allofs hat es hingegen noch keine Gespräche gegeben.

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Tönnies sucht den mittlerweile sechsten Sportchef unter seiner Ägide. Nach der Trennung von Rudi Assauer 2006, der vor drei Wochen verstarb, beschäftigte der Schalke-Boss vier Manager.

Seit November 2001, seiner ersten Wahl zum Aufsichtsratschef, verschliss Schalke 17 Trainer. Schon vor Jahren erklärte Tönnies, das "Trainer-Hopping" müsse endlich ein Ende haben. Aktuell steht Domenico Tedesco nach dem Sturz auf Platz 14 zwar noch nicht auf der Abschussliste. Doch der Schutzschirm, den sein Mentor Heidel über den Bundesliga-Neuling hielt, ist weg.

Tönnies' Bilanz seit 2001 ist durchwachsen. Viermal wurden die Königsblauen Vizemeister, zweimal gewannen sie den DFB-Pokal, 15-mal qualifizierten sie sich für den Europapokal, davon siebenmal für die Champions League.

Mehr als einmal half der Milliardär aus Rheda-Wiedenbrück dem Klub in größter finanzieller Not mit seinem Geld aus und war zusammen mit Assauer maßgeblich für den Bau der Arena verantwortlich. Allerdings hat der Gesamtkonzern Schalke 04 weiterhin mehr als 200 Millionen Euro Schulden.