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München - In den vergangenen sechs Pflichtspielen gelingt Robert Lewandowski lediglich ein Treffer für den FC Bayern. Auffällig: Der Zusammenhang mit der Personalie Thomas Müller.

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Ein Tor aus den letzten sechs Pflichtspielen.

Wenn man Robert Lewandowski heißt und Stürmer in Diensten des FC Bayern München ist, dann darf man mit Fug und Recht von einer kleinen Tor-Krise reden. Zumindest der Begriff "Ladehemmung" darf erlaubt sein.

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Doch woran liegt das? Eine Personalie sticht bei der Ursachenforschung ins Auge: Thomas Müller. Oder vielmehr dessen Abwesenheit

Seitdem der Ur-Bayer nicht mehr zur Stammformation von Trainer Niko Kovac gehört, ist die Tormaschine Lewandowski ins Stottern geraten.

No Müller, No Lewy-Party?

Nach der 1:3-Pleite bei Bayer Leverkusen verzichtete Kovac zunehmend auf Müllers Dienste. Im darauffolgenden Bundesliga-Spiel gegen Schalke 04 saß Müller auf der Bank.

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Lewandowski erzielte zwar einen Treffer, diesen konnte man jedoch eher dem missratenen Aufbauspiel der Königsblauen zuschreiben, als einem Münchner Offensiv-Spielzug.

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Es war Lewandowskis letzter Torerfolg, seitdem Müller hauptsächlich auf der Bank sitzt. 

"Thomas' Laufweg ist immer nach vorne, mit viel Bewegung. Ich hoffe, dass er bald wieder eine Chance bekommt und er zeigen kann, was für ein guter Spieler er ist, und dass er der Mannschaft helfen kann", sagte der FCB-Stürmer nach dem 1:0-Sieg am vergangenen Samstag gegen Hertha.

Der Mittelstürmer weiß um die Qualitäten des "Raumdeuters" Müller, dessen wahrer Wert sich oft nicht nur anhand von Statistiken ablesen lässt.

James statt Müller

Müller bindet Gegenspieler, schafft Räume und stiftet Chaos in gegnerischen Abwehrreihen. Er ist schwer zu greifen, sieht Lücken und befüllt diese. Dadurch tun sich andere Lücken auf. Häufigster Nutznießer im Bayern-System: Robert Lewandowski.

In den letzten beiden Bundesliga-Partien, im Pokal gegen die Hertha und in der Champions League gegen den FC Liverpool blieb der Pole torlos.

Mit James Rodriguez setzte Kovac in den vergangenen Spielen eher auf einen klassischen Spielmacher. Die Präzision seines linken Fußes und sein Timing für Schnittstellen-Pässe sind ligaweit gefürchtet und unbestritten.

Problem für Lewandowski: Der 30-Jährige hat sich in seiner Bayern-Zeit mehr und mehr zum reinen Strafraumstürmer entwickelt, nach Flanken oder flachen Hereingaben wird er zur größten Waffe und ist kaum zu verteidigen.

Nicht aber, wenn er der einzige Zielspieler im Strafraum ist. James findet man - im Gegensatz zu Müller - als Unterstützung für Lewandowski in der körperlich hart umkämpften "Box" jedoch nur selten.

Das Luxus-Problem

Für Kovac stellt sich die Frage: Opfere ich die Torgefahr und Zufriedenheit meines wichtigsten Offensivspielers dauerhaft zu Lasten von mehr Dominanz und Ballsicherheit im Mittelfeld?

Aufgrund der Renaissance des Javi Martinez als defensiver Stabilisator scheint die Option James und Müller gemeinsam in der Startelf zunächst einmal keine zu sein.

Unabhängig davon hat sich der Kolumbianer, zumindest in den vergangenen beiden Partien, auch nicht unbedingt für weitere Einsätze in Kovacs System empfohlen.

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Die nächsten, entscheidenden Wochen werden Aufschluss darüber geben, für welche Option sich Kovac entscheidet.

Nur eines ist sicher: Im Champions-League-Rückspiel gegen Liverpool, in dem der deutsche Rekordmeister nach dem 0:0 im Hinspiel mindestens ein Tor erzielen muss, wird Kovac wieder auf Müller verzichten, allerdings unfreiwillig. Der "Raumdeuter" ist auch in München gesperrt.