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München - Nach dem Geschmack seines Trainers kassiert der FC Bayern zu viele einfache Gegentore nach Kontern. Niko Kovac hat sich deshalb eine besondere Maßnahme ausgedacht.

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Niko Kovac hatte monatelang gepredigt, im Training und im Videostudium auf taktisches Fehlverhalten seiner Bayern-Stars hingewiesen, das in dieser Saison schon so manches Gegentor verursacht hat. 

So richtig erhört haben die Spieler ihren Trainer bislang offenbar noch nicht. 

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Beim 3:1-Sieg gegen den FC Schalke kassierte der Rekordmeister erneut ein schnelles Gegentor nach Ballverlust. Das 1:1 durch Ahmed Kutucu - zu einem Zeitpunkt, als die Münchner hoch überlegen waren und ihre Führung eigentlich schon hätten ausgebaut haben müssen. 

Kovac sah von draußen mit Grauen, was sich in dieser 25. Minute auf dem Spielfeld zutrug. 

Kovac bekommt graue Haare von Gegentoren

James Rodriguez verlor den Ball, am Mittelkreis konnten fünf Bayern-Akteure einen Schalker nicht an der Ballbehauptung stören. Als Weston McKennie den Ball in die Tiefe spielte, stand David Alaba völlig falsch im Raum, Kingsley Coman war nicht weit genug mit nach hinten gelaufen.

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Und Jerome Boateng war nicht schnell genug, um einen Jungspund wie Kutucu, der mit vollem Tempo aufs Tor zuläuft, noch abzufangen.

So kommen sie dann zustande, die vermeidbaren Gegentore der Bayern in dieser Saison - in ständiger Wiederkehr. Bei Kovac hat das inzwischen körperliche Spuren hinterlassen. 

"Schauen Sie sich doch mal meinen Bart an. Dann sehen Sie, dass da lauter graue Haare sind", sagte der Trainer bei Sky

Kovac fordert Fouls von Bayern-Stars

Direkt nach Abpfiff - das Spiel hatte seine Mannschaft trotz des neuerlichen Defensiv-Fauxpas relativ souverän gewonnen - ergriff Kovac eine neue Maßnahme. Er richtete einen Foul-Appell an seine Spieler. 

"Da musst Du ein taktisches Foul machen. Andere Teams machen das auch. Du zupfst kurz, es gibt Freistoß und wir kommen alle wieder hinter den Ball", sagte er.

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Der Bayern-Coach hat bei seiner Mannschaft in dieser Hinsicht eine gewisse Zurückhaltung ausgemacht. "Wir haben die wenigsten Fouls in der Statistik. Warum ist das so? Weil wir heute wieder nicht gefoult haben", sagte er mit Blick auf die Szene beim Gegentor.  

Kovac auf den Spuren von Guardiola

Unverhohlene Anweisungen dieser Art kannte man bislang nur von einem gewissen Pep Guardiola. Dessen Mannschaften waren und sind ja bekanntlich auch gelegentlich anfällig für Gegentore aus dem Umschaltspiel. 

Guardiola, so verriet sein ehemaliger Co-Trainer Domenec Torrent einst, hatte noch zu seinen Zeiten bei Barca eine Fünf-Sekunden-Regel ausgerufen. 

Seinen Spieler flößte er damals ein: Verliert ihr den Ball, habt ihr fünf Sekunden Zeit, ihn zurückzuerobern. Ansonsten zieht der Nächstbeste bitte ein taktisches Foul, damit des Gegners Angriff gestoppt wird und die eigenen Mitspieler wieder hinter den Ball gelangen.

Niko Kovac ist offenbar entschlossen, diesen Taktik-Kniff ab sofort zu adaptieren.