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Marcel Reif erklärt in seiner SPORT1-Kolumne, warum sich der FC Bayern mit seiner Attacke in Richtung Hamann keinen Gefallen tut. Dem BVB bescheinigt er Unerfahrenheit.

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Hallo Fußball-Freunde,

mit ihrem Gegenschlag in Richtung Ex-Spieler Dietmar Hamann haben sich der FC Bayern und Sportdirektor Hasan Salihamidzic keinen Gefallen getan. Das ist ein freies Land, und jeder kann sagen, was er für richtig hält - Salihamidzic wie auch Hamann. Das ist deshalb noch längst keine Kampagne von Hamann.

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Dass Hamann als Einzelner nun tatsächlich eine Kampagne lostreten könnte gegen Lewandowski, ist mir zu hoch. Damit macht sich Bayern eine Nummer zu klein, das ist doch nicht mehr das Mia san mia. Wenn du so reagierst, dann hat das bei Bayern mit Souveränität nichts zu tun. Gott sei Dank wurde nicht auch noch das Grundgesetz bemüht (wie es Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge während der denkwürdigen Bayern-Pressekonferenz im vergangenen Herbst tat, Anm. d. Red.).

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In der Sache muss ich aber Hamann widersprechen: Lewandowski wollte zwar weg bei Bayern, er ist schon ein Einzelgänger, eine Ich-AG, der ist nicht zum Knuddeln. Aber er ist auch ein Weltklasse-Stürmer und bringt sich mittlerweile ganz anders ein. Er hat sich geändert innerhalb seiner Möglichkeiten. Natürlich ist er kein Franck Ribery, der die Massen elektrisiert. Aber du siehst, wie viele Bayern-Spieler nach Toren inzwischen zu ihm kommen. Wenn er Torvorlagen gibt, dann freut er sich.

Was die Mannschaft an sich anbelangt: Im Mittelfeld ist alles sehr hübsch anzuschauen, sehr offensiv und mit vielen No-Look-Pässen. Aber du musst auch mitverteidigen und Zweikämpfe zu Ende führen. Das ist mit Goretzka, Thiago und James alles sehr luftig und optimistisch aufgestellt.

Es fehlt ein Vidal-Typ - wer soll das sein?! Gegen Hertha und Schalke gerät man in Probleme, weil man alles spielerisch lösen will. Aber auf hohem Niveau brauchst du Typen, die eine Stabilität reinbekommen.

Spannende Frage ist für mich auch, wie Borussia Dortmund auf die jüngsten Entwicklungen in der Liga und auf das Aus im DFB-Pokal reagiert.

Beim 3:3 gegen Hoffenheim hat man gemerkt, dass der BVB doch noch jung und etwas grün ist. Dortmund läuft in die eigene Falle, sich nämlich an sich selbst zu berauschen. Wenn Marco Reus fehlt, wird es schwierig, Axel Witsel konnte diesmal auch keine Ruhe reinbringen.

Wenn du in einer Woche daheim zweimal drei Gegentore kassierst, musst du dich deshalb fragen: Was machen wir strukturell falsch, was müssen wir anders machen? Jetzt ist zum ersten Mal eine richtige Delle drin. Die Dortmunder spielen bisher weit über ihren Möglichkeiten, auch wenn die Bayern dabei mitgeholfen haben.

Fängt der BVB jetzt zu denken an, haben sie im Kopf, dass es etwas zu verlieren gibt?

Euer Marcel Reif

Marcel Reif ist nach rund 1.500 kommentierten Spielen eine Reporter-Legende. Für seine Arbeit erhielt Reif unter anderem den "Grimme Preis", den "Deutschen Fernsehpreis" und den "Bayerischen Fernsehpreis". Seit Sommer 2016 begleitet Marcel Reif als Experte den CHECK24 Doppelpass auf SPORT1.