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Die Hand-Regel sorgt immer wieder für Diskussionen. Ex-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer fordert eine Reform. Stefan Effenberg hat eine radikalen Vorschlag.

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Das Thema Handspiel oder nicht sorgt Woche für Woche in der Bundesliga für kontroverse Diskussionen, insbesondere wenn der Strafraum der Tatort ist.

Der frühere FIFA-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer hat sich daher für ein Überdenken der umstrittenen Hand-Regel ausgesprochen.

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"Die Strafe ist einfach zu hoch, es gibt einen Elfmeter für ein Vergehen, das eigentlich gar keine Auswirkungen auf das Spielgeschehen hat", sagte Kinhöfer im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1. "Ich halte das Handspiel absolut für reformbedürftig."

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Absicht sollte einziges Kriterium sein

Zudem solle "Absicht" als einziges Kriterium für ein regelwidriges Handspiel gelten. "Es kann mir doch keiner erklären, dass Mascarell gestern bewusst Hand gespielt hat oder dass Orban den Ball mit der Hand spielen wollte", nannte Kinhöfer zwei aktuelle Beispiele aus der Bundesliga.

Im ersten Fall von Schalkes Omar Mascarell nahm Schiedsrichter Frank Willenborg seine Elfmeterentscheidung nach Sichtung der Videoaufnahmen wieder zurück, in Stuttgart ließ Schiedsrichter Felix Zwayer zunächst weiterlaufen, entschied nach Hinweis aus dem Kölner Video-Keller aber dann doch auf Elfmeter.

"Mittlerweile weiß keiner mehr, wann ist es Hand und wann nicht", fasste Schalkes Mark Uth bei SPORT1 zusammen.

Effenberg fordert "klare Linie"

Auch SPORT1-Experte Stefan Effenberg ist von der ständigen Diskussion genervt. "Wir reden jede Woche drüber. Die Schiedsrichter müssen sich zusammensetzen und eine klare Linie, die sie immer noch nicht haben, finden. Das Problem ist auch, dass wir permanent darüber reden. Die Meinungen gehen permanent auseinander", sagte Effenberg im CHECK24 Doppelpass.

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Der 50-Jährige schlug daher vor: "Die einzige Lösung ist, den Videobeweis beim Handspiel im Strafraum auszuschalten und dem Schiedsrichter die volle Macht zu geben."

Schiri-Boss Fröhlich stärkt Referees

Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich hat unterdessen den Referees den Rücken gestärkt. "Vier korrekte Entscheidungen, eine im Grenzbereich" habe es am 22. Spieltag gegeben, sagte der 61-Jährige auf dfb.de.

Die diskutable Szene habe sich im Duell zwischen Schalke 04 und dem SC Freiburg ereignet, als Lukas Kübler der Ball gleich mehrfach an den Arm und die Hand sprang (33.). "Bei Situationen im Grenzbereich sollte die Entscheidung des Schiedsrichters auf dem Feld durch den Video-Assistenten nicht infrage gestellt werden", sagte Fröhlich. Schiri Frank Willenborg entschied sich gegen einen Elfmeter und ließ sich diese Entscheidung durch die Videobilder bestätigen.

Auch Schalkes Omar Mascarell sprang in der Schlussphase bei einer Grätsche der Ball an den Ellbogen, Willenborg nahm den Elfmeter nach Eingriff des Videoschiedsrichters zurück. Diese Entscheidung hält Fröhlich ebenso für richtig, wie den Handelfmeter des VfB Stuttgart gegen RB Leipzig sowie den Strafstoß des VfL Wolfsburg gegen den FSV Mainz 05. In der Partie hatte es durch Moussa Niakhate einen weiteren Handkontakt im Strafraum gegeben, dieser löste allerdings kaum Proteste aus.

Insgesamt sorgten die Entscheidungen nach Handspielen erneut für viel Aufregung in der Liga. "Dialog und Diskussion gehören zum Fußball dazu", sagte Fröhlich: "An der aktuellen Diskussion um das Handspiel stört mich aber, dass immer wieder davon geredet wird, dass es sich um eine neue Regelauslegung handele. Das stimmt nicht. Die regeltechnischen Grundlagen sind gegenüber der letzten Saison unverändert."