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Leipzig - Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann verpasst gegen seinen künftigen Klub RB Leipzig einen Sieg - und gesteht, dass er die Situation nicht ausblenden kann.

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Der Noch-Hoffenheimer Julian Nagelsmann machte nach dem Duell mit seinem zukünftigen Arbeitgeber RB Leipzig keinen Hehl aus seinem Zwiespalt zwischen Gegenwart und Zukunft.

"Das kommt natürlich hoch, da braucht man nicht herum lügen. Wenn man in die Stadt fährt, in der man in vier Monaten auch lebt, ist das keine ganz normale Situation", sagte der Trainer der TSG Hoffenheim nach dem 1:1 (0:1) bei RB. Ein Ergebnis, das auch irgendwie den Gemütszustand des kommenden Leipziger Trainers widerspiegelte. (SERVICE: Ergebnisse der Bundesliga)

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Nagelsmanns Zwiespalt: "Irgendwie komisch"

"Ich denke, jeder hat gesehen, dass ich für Hoffenheim heute alles gegeben habe und das Spiel unbedingt gewinnen wollte", erklärte Nagelsmann. Dennoch war es vor dem Spiel "irgendwie komisch, wenn man hier sitzt und nicht genau weiß, ob man jetzt jeden begrüßt oder nicht."

Fest steht: Der Punktgewinn hilft weder seinem aktuellen, noch seinem neuen Arbeitgeber so wirklich weiter. Zwar bewahrte Leipzigs Willi Orban mit seinem späten Treffer (89.) RB vor einem herben Rückschlag im Kampf um die Champions-League-Qualifikation, als Tabellenvierter haben die Leipziger aber auch nur noch vier Punkte Vorsprung auf den VfL Wolfsburg. (SERVICE: Die Tabelle der Bundesliga)

Ärger über Abseitsentscheidungen

Die Hoffenheimer, für die Andrej Kramaric die Führung erzielte (22.), verpassten es ihrerseits, ihre Position im Kampf um die Europa League entscheidend zu verbessern. (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER)

Nagelsmann ärgerte sich hinterher vor allem über drei Abseitsentscheidungen, bei denen die Fahne des Assistenten zu früh hoch ging und Schiedsrichter Felix Brych so vermeintliche Hoffenheimer Chancen schon in der Entstehung zurückpfiff. "Es waren drei Situationen, wo wir zweimal aus der eigenen Hälfte kommen, wo wir allein aufs Tor laufen. Ärgerlich, aber ich habe es mit Felix Brych besprochen und damit ist das Thema für mich auch erledigt", sagte Nagelsmann.

Grillitsch: "Unentschieden in Ordnung"

"Am Ende geht das Unentschieden in Ordnung. Wir sind verdient in Führung gegangen. In der zweiten Halbzeit haben wir den Ball nicht mehr so gut laufen lassen. Am Ende war der Druck zu groß", sagte TSG-Profi Florian Grillitsch.

"Wir haben heute in der ersten Halbzeit nicht unseren besten Tag erwischt. Zur Halbzeit haben wir dann umgestellt und es danach geschafft, aus dem Spiel ein richtiges Battle zu machen und Hoffenheim in wichtige Duelle zu zwingen. Insgesamt müssen wir mit dem Ergebnis zufrieden sein", sagte RB-Coach und -Sportdirektor Ralf Rangnick, der zur kommenden Saison einen Platz auf der Trainerbank für Nagelsmann räumen wird.

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Vor 33.569 Zuschauern in der Leipziger WM-Arena gab Nagelsmann zu Beginn eine Kostprobe von dem Fußball, den die RB-Fans in der kommenden Spielzeit erwarten können.

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RB ohne Werner und Forsberg

Hoffenheim agierte anfangs mutig und mit viel Tempo über die linke Seite, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden. Leipzig, das ohne den kurzfristig erkrankten Sturm-Star Timo Werner auskommen musste, fiel offensiv wenig ein. So verbuchte TSG-Abwehrmann Pavel Kaderabek (17.) die erste Chance der Partie.

Ohne Emil Forsberg (Innenband) und Kevin Kampl (Zeh), die nach ihren überstandenen Verletzungen zunächst auf der Bank saßen, fehlte Leipzig klar das spielerische Element in seinen Angriffen.

Defensiv machte RB in der ersten Hälfte wesentlich mehr Fehler als der Gegner, sodass die Führung keine Überraschung war.

Kramaric staubt zur Führung ab

Einen Schuss von Joelinton klärte RB-Torwart Peter Gulacsi nur vor die Füße von Kramaric, der den Abpraller einschob. Nach dem Rückstand traute sich RB etwas mehr, brauchte aber bis zur 45. Minute zur ersten Möglichkeit durch Mittelfeldmann Konrad Laimer, die TSG-Torwart Oliver Baumann entschärfte.

In der zweiten Halbzeit bemühte sich RB stark um mehr Spielanteile und zwingendere Gelegenheiten, so richtig klappen wollte es aber zunächst nicht. Bezeichnend, dass ein Kopfball von Orban (54.) nach Freistoß-Flanke von Marcel Halstenberg die erste Duftmarke des zweiten Durchgangs setzte. Baumann hielt jedoch stark.

Etwas mehr Esprit in der Vorwärtsbewegung kam mit der Einwechslung von Kampl (61.). In seiner ersten Aktion wenige Sekunden später schickte der Slowene gleich Stürmer Matheus Cunha per Steilpass - der jedoch vergab kläglich. In der Folge setzte sich RB in der Hoffenheimer Hälfte fest und drängte auf den Lucky Punch - dieser gelang Innenverteidiger Orban mit seinem vierten Saisontor.