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München - Borussia Mönchengladbach schiebt sich am FC Bayern vorbei. Ist die Borussia nun sogar der größte Konkurrent des BVB? SPORT1 zeigt Gründe.

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Der BVB freute sich trotz des Remis gegen Eintracht Frankfurt darüber, dass man den FC Bayern weiter distanziert hat.

Die Münchner wiederum atmeten auf, dass der Patzer bei Bayer Leverkusen nur einen Punkt gekostet hatte.

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Beide Teams schienen im Titelkampf einen Konkurrenten zu vergessen, der zumindest am 20. Spieltag der lachende Dritte war: Borussia Mönchengladbach.

Durch den 2:0 (0:0)-Sieg beim FC Schalke 04 hat sich die Borussia in der Tabelle wieder am FC Bayern München vorbeigeschoben.

Die Gladbacher bejubeln zwar vor allem die zehn Punkte Abstand auf den fünften Tabellenplatz – doch auch der Blick nach oben lädt zum Träumen ein.

Denn Borussia Dortmund ist nach dem 1:1 gegen Frankfurt nur noch sieben Zähler entfernt (Die Tabelle der Bundesliga).

Hecking: Wir sind ambitioniert

Spieler und Verantwortliche legen zwar Wert auf die "Spiel-für-Spiel"-Denke und die eigene Leistung, machen aber auch aus ihren Ambitionen keinen Hehl.

"Du kriegst natürlich mit, dass die anderen Punkte haben liegen lassen", sagte Trainer Dieter Hecking. Aber es nütze "nichts, auf die anderen zu gucken". Denn "wenn wir jetzt nachlassen, werden wir nicht die Erfolge haben".

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Doch Hecking gab zu: "Natürlich sind wir ambitioniert und würden es gerne am 33. Spieltag so sehen, wie es jetzt ist."

Dann hätte Gladbach am finalen Spieltag im direkten Duell mit Dortmund die Möglichkeit, die Vizemeisterschaft zu sichern – oder sogar Schwarz-Gelb vom Thron zu stoßen? (Der Spieplan der Bundesliga)

Volle Konzentration auf die Bundesliga

Es gibt zumindest gute Gründe, warum der BVB eher die Borussia aus Mönchengladbach fürchten sollte als den Rekordmeister aus München.

"Gladbach kann sich auf die nächsten 14 Spiele dieser Saison vorbereiten, hat keinen Pokal mehr, keinen Europapokal. Sie sind Dortmund-Jäger Nummer 1, die Bayern haben sie überholt", sagte Lothar Matthäus bei Sky.

In der Tat kann sich Gladbach mit einem breiten Kader auf die Bundesliga konzentrieren, während Dortmund und Bayern (noch) auf drei Hochzeiten tanzen und so auch im DFB-Pokal am Dienstag und Mittwoch wieder ran müssen (Der DFB-Pokal-Spielplan).

Alle Infos zum Achtelfinale im VOLKSWAGEN POKALFIEBER am Montag, ab 19.00 Uhr im TV auf SPORT1

Gladbach gegen BVB und Bayern zu Hause

Auch der Spielplan ist kein Nachteil für die Gladbacher. Denn sie empfangen sowohl Dortmund als auch die Bayern noch im heimischem Borussia-Park.

Zudem müssen sie gegen die weiteren Europa-Aspiranten nur noch einmal auswärts ran (in Frankfurt), während Leipzig, Hoffenheim, Hertha und Bremen noch an den Niederrhein reisen.

Und Gladbach ist zu Hause eine Macht, hat alle neun Bundesliga-Spiele gewonnen.

Gladbach mit bester Defensive

Die Fohlenelf kann sich zudem auf eine beeindruckende Defensive verlassen. 18 Gegentore sind gemeinsam mit Leipzig Bestwert in der Liga.

Damit ist man auch besser als Dortmund (20) und Bayern (23).

Gegen Schalke behielt die Borussia bereits zum zehnten Mal in der laufenden Bundesliga-Spielzeit eine Weiße Weste – das hat kein anderes Team geschafft.

Im laufenden Kalenderjahr kassierte der VfL noch kein einziges Gegentor. So lautet das Torverhältnis in 2019 5:0. Gute Defensiven sind ja bekanntermaßen ein Trumpf, wenn es um Titel geht.

"Die Stabilität in der Mannschaft spricht sehr für uns. Wir haben in Leverkusen sehr gut verteidigen müssen, gegen Augsburg haben wir im letzten Drittel gegen einen tiefstehenden Gegner Lösungen finden müssen", meinte Lars Stindl. Auf Schalke sei wiederum ein Mix daraus gefragt gewesen.

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Joker als Trumpf

In der Kaderbreite muss sich Gladbach ebenfalls kaum vor den Bayern verstecken – das zeigt sich auch an den Jokertoren.

Hecking wechselte gegen Schalke die Torschützen Christoph Kramer und Florian Neuhaus ein. Es waren die Jokertore zehn und elf, der zweitbeste Wert hinter Dortmund (14).

"Das ist eine Qualität, die wir letztes Jahr nicht hatten und die uns auszeichnet", sagte Hecking bereits im Dezember.

Der FC Bayern kommt bislang auf mickrige drei Treffer nach Einwechslungen.

Duell mit BVB am 34. Spieltag

Noch stapelt Gladbach tief. "Wir fühlen uns überhaupt nicht als Dortmund-Jäger. Dortmund und Bayern sind die beiden Schwergewichte der Liga und uns eigentlich einfach ein Stück voraus, auch wenn wir in der Tabelle jetzt vor Bayern stehen", sagte Kramer auf der Vereins-Homepage.

Deswegen sollten "wir nicht unsere Marschroute, die wir bislang hatten, ändern". Die Devise, von Spiel zu Spiel denken, könnte auch ein Vorteil gegenüber den Bayern sein, die dem BVB nicht nur entsprechend ihres Naturells dem Kampf angesagt, sondern optimistisch vom Titelgewinn gesprochen haben.

Vielleicht dürfen sich Fans und Medien am Ende nicht nur über einen Meister freuen, der nicht FC Bayern heißt, sondern auch über ein besonderes Szenario: Ein direktes Duell zweier Titelkandidaten am letzten Spieltag.

In 55 Jahren kam das nur einmal vor, als Bayern in der Spielzeit 71/72 Schalke mit 5:1 schlug und sich den Titel sicherte. Am 18. Mai 2019 empfängt Borussia Mönchengladbach Borussia Dortmund.