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München - Borussia Dortmund scheidet im DFB-Pokal an Werder Bremen. Was bedeutet das Aus für den weiteren Saisonverlauf? Der BVB bewegt sich zwischen Chance und Risiko.

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Und dann liefen bei Paco Alcacer bittere Tränen. Tränen der Enttäuschung.  

Enttäuschung über das frühe und zugleich äußerst unglückliche Aus im DFB-Pokal. Und Frust über den kurz zuvor verschossenen Elfmeter.  

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Alcacer, in der Hinrunde noch der Talisman von Borussia Dortmund schlechthin. Nun ein Sinnbild für den ersten verlorenen Titel der Saison.

Natürlich wäre es vermessen, die Niederlage im Elfmeterschießen gegen den SV Werder Bremen allein an der Personalie "Paco" festzumachen.

Der Spanier war es, der den BVB in der ersten Saisonhälfte nicht nur einmal vor Punktverlusten bewahrte. Teilweise in spektakulärer Art und Weise. Gegen Werder aber blieb Alcacer weitgehend wirkungslos. Auch wenn er das 2:1 durch Christian Pulisic vorbereitete. Der verschossene Elfmeter war schließlich der Tiefpunkt.

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Alcacer repräsentiert so gesehen in gewisser Hinsicht das verloren gegangene Glück der Borussia in den letzten beiden Partien. Auch gegen die Eintracht aus Frankfurt gelang ihm in 86 Minuten bis zu seiner Auswechslung nicht allzu viel.  

Verletztenliste wird länger 

Glück, das den Dortmundern auch in Bezug auf Verletzungen seiner Leistungsträger in der Vorrunde noch hold war.  

Dass Marco Reus bis zum 17. Spieltag jedes Mal in der der BVB-Startelf auflaufen konnte und 15 Partien über die vollen 90 Minuten bestritt, kam aufgrund seiner Verletzungshistorie einem kleinen Wunder gleich.  

Am Dienstagabend musste er im Anschluss an sein traumhaftes Freistoßtor nach der Halbzeitpause in der Kabine bleiben. Sein Einsatz am Samstag gegen die TSG Hoffenheim ist fraglich.  

Auch das erste Rückrunden-Spiel gegen RB Leipzig musste der 29-Jährige aussetzen.  

Zu ihm ins Lazarett gesellen sich aktuell in Jadon Sancho, Roman Bürki und Lukas Pisczek drei weitere Säulen des BVB-Spiels.  

Auch der mehr als solide Bürki-Backup Marwin Hitz sowie Urgestein Marcel Schmelzer standen Trainer Lucien Favre gegen Bremen nicht zur Verfügung.

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Psychologischer Knacks oder Vorteil? 

Fehlen könnte der jungen Borussia nun auch der Nimbus der Unfehlbarkeit. Der Glaube, auch verloren geglaubte Spiele noch drehen zu können. Rückschläge zu meistern, Widerständen zu trotzen.  

Genau diese Moral und der unbedingte Siegeswille waren es, die die junge Borussia vor dem Jahreswechsel so maßgeblich geprägt haben. Die so spielerisch daherkamen, dass der Konkurrenz zuweilen angst und bange wurde.  

Das frühe Ausscheiden im DFB-Pokal könnte der Mannschaft im schlechtesten Fall einen psychologischen Knacks für den weiteren Saisonverlauf zufügen.

Oder im Umkehrschluss einen entscheidenden Vorteil in Sachen Belastung verleihen. Insbesondere im Kampf um die erste Deutsche Meisterschaft seit 2012.  

Es liegt nun an Favre, die richtigen Schlüsse zu ziehen und die Mannschaft wieder aufzubauen. Dass der Schweizer ein akribischer Taktiker und Detail-Freak ist, dürfte hinlänglich bekannt sein.  

Ob er eine Mannschaft auch nach Rückschlägen wieder aufrichten kann, wird sich nun zeigen. Der Psychologe Favre ist nun gefragt. 

Enger Terminplan 

Denn die nächsten Wochen werden nicht einfacher für ihn und seine Mannschaft. Nach den kräftezehrenden 120 Pokalminuten erwartet der BVB keine vier Tage später schon die Wundertüte aus Hoffenheim im Signal-Iduna-Park.  

Und die als enorm angriffslustig berüchtigte Mannschaft von Julian Nagelsmann dürfte den Westfalen physisch erneut alles abverlangen. Mit einem souverän-entspannten Arbeitssieg rechnet im BVB-Lager niemand.  

Im Anschluss an diese Partie wird sich der Borussia-Tross dann auch schon auf den Weg nach London machen.  

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Tottenham als Blaupause? 

Im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinales wartet am kommenden Mittwoch Tottenham Hotspur, aktuell Tabellendritter der Premier League, mit Tuchfühlung zu Tabellenführer Liverpool. 

Die Spurs weisen dabei einige Parallelen zum Bundesliga-Tabellenführer auf. Einem bärenstarken Saisonstart mit 15 Siegen aus 19 Spielen bis zum Boxing-Day an Weihnachten folgten zuletzt drei Niederlagen aus sechs Spielen.  

Ein Grund: Der Ausfall essentieller Stammkräfte, unter anderem von Harry Kane – Kapitän, Offensiv-Anführer und Talisman in Personalunion.  

In die Negativperiode fielen zwei schmerzhafte Pleiten im Ligapokal und im FA-Cup. Danach folgten jedoch drei Ligasiege in Serie. Sowie der positive Umstand einer spielfreien Woche durch das Ausbleiben der vierten Pokal-Runde. 

Das Beispiel Spurs zeigt: Die Folgen eines Ausscheidens liegen immer im Auge des Betrachters.