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München und Leipzig - Vor dem Rückrundenstart gegen Borussia Dortmund ist ein möglicher Abgang von Timo Werner das Gesprächsthema bei RB Leipzig. Seinen Sturmpartner lässt das kalt.

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Bleibt er oder geht er? Seit Monaten dreht sich in Leipzig (fast) alles um die Frage nach der Zukunft von Timo Werner. Der Vertrag des Nationalstürmers läuft noch bis 2020, wodurch die Roten Bullen Werner im Sommer verkaufen müssten, um noch eine Ablöse zu generieren.

Wie der deutsche Nationalspieler nach der Begegnung mit dem Rekordmeister im Dezember erklärte, ist "RB Leipzig natürlich im Rennen" - um dann einzuschränken: "Wenn man bei RB spielt und in Deutschland bleiben will, kommt ja nur ein Verein in Frage." Dass es sich dabei um den FC Bayern handelt, bedarf wohl nicht viel Phantasie.

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"Er muss für sich herausfinden, ob es der richtige Zeitpunkt (für einen Wechsel, Anm. d. Red.) ist oder nicht", sagt Sturmpartner Yussuf Poulsen im SPORT1-Instagram-Talk "Split it!". 

Yussuf Poulsen versteht Timo Werners Wechselgedanken

Der 24 Jahre alte Däne zeigt Verständnis für Werners Gedankenspiele. Es sei klar, "wenn man in einer Position wie Timo ist, gute Leistung gebracht hat über viele Jahre, dass man sich Gedanken macht, wenn ein ganz großer Verein anklopft".

Für den anstehenden Rückrundenstart gegen den Tabellenführer Borussia Dortmund (Bundesliga: RB Leipzig – Borussia Dortmund, Samstag, 19.01.2019 ab 18.30 im LIVETICKER) gibt sich Poulsen kampfeslustig. 

Das bittere Ausscheiden aus der Europa League sei im Nachhinein betrachtet ein Leipziger Vorteil für die anstehende Rückrunde: "Wir haben weniger Belastung, haben also mehr Kraft für die Bundesligaspiele und den Pokal. Das wird eine sehr gute Rückrunde von uns."

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Daher sieht Poulsen Tabellenführer BVB nicht zwingend in der Favoritenrolle für den Titelkampf. "Dortmund verliert ja gegen uns am Samstag", kündigt er an. "Ich glaube, dass das Rennen um die Meisterschaft ein sehr, sehr enges zwischen Dortmund und Bayern wird."

Poulsen selbstbewusst vor BVB-Spiel

Die Kampfansage will Poulsen mit Augenzwinkern versehen wissen. "Wir wissen, wie gut die sind", zollt Poulsen den Dortmundern Respekt. Er erwarte "ein sehr enges Spiel in dem die Tagesform entscheidet". 

Dabei kann RB auch wieder auf Mittelfeldmotor Kevin Kampl setzen, der zuletzt mit einem Zehenbruch ausgefallen war. "Kevin sieht richtig gut aus, er hat die ganze Woche mittrainiert", urteilt Poulsen.

Anders liegt der Fall bei Sorgenkind Emil Forsberg. Der Schwede, der in der Hinrunde mit Problemen an der Leiste und den Adduktoren zu kämpfen hatte und über zwei Monate fehlte, habe zwar "die letzten zwei Tage voll mittrainiert. Aber ihm fehlen natürlich noch ein bisschen Kondition und Form", erklärt Poulsen. Forsberg sei "erstmal für die Bank und einen Kurzeinsatz bereit".

In der kommenden Saison steht Poulsens Förderer Ralf Rangnick nicht mehr an der Seitenlinie. Julian Nagelsmann wird das Traineramt in Leipzig übernehmen, das steht schon seit dem vergangenen Sommer fest. Für Poulsen sei es nicht komisch, schon so lange im Voraus zu wissen, wer sein neuer Coach wird. "Wir wissen, dass er in einem halben Jahr kommt. Er ist immer noch Gegner".

Auf die Spielweise seines zukünftigen Trainers will er sich noch nicht einstellen. "Das kommt wahrscheinlich später", so der dänische Nationalspieler, der im Sommer 2013 vom dänischen Verein Lyngby BK zum damaligen Drittligisten RB Leipzig kam.

Leipzig für Poulsen der "perfekte Partner"

Poulsen spricht bei SPORT1 außerdem über seine Gründe, Dänemark in so frühem Alter zu verlassen. Er hatte das erklärte Ziel, vor dem Alter von 21 Jahren den Schritt ins Ausland zu wagen. "Ich bin mit 19 Jahren raus. Ich habe viele Spieler gesehen, die sehr hohe Qualität hatten. Die sind in Dänemark geblieben und nicht weitergekommen", berichtet Poulsen.

Warum er ausgerechnet in die dritte Liga zu RB gewechselt ist? "Ich wollte nicht zu einem großen Verein und dann in der zweiten Mannschaft spielen", deshalb sei "Leipzig der perfekte Partner" gewesen, führt Poulsen aus.

Mit Leipzig stieg er erst in die zweite Liga, später auch in die Bundesliga auf. Poulsen und RB Leipzig entwickelten sich im Gleichschritt. "Das ist das Besondere", sagt Poulsen, dessen Vater aus Tansania stammt.  "Es hat über fünfeinhalb Jahre perfekt gepasst", schwärmt er.

Der aktuell Tabellenvierte hat das Ziel, mindestens diesen Platz zu verteidigen. "Wir hoffen, dass wir unter die Top 4 kommen", formuliert Poulsen das Ziel. Dazu brauchen die Leipziger Punkte. Die ersten könnten die "Bullen" schon im Topspiel am Samstag gegen den BVB einstreichen. Mit Timo Werner und Yussuf Poulsen als Angriffsduo.