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Der FC Schalke verpflichtet ein hoffnungsvolles 18 Jahre altes Talent von Manchester City für die offensiven Außenbahnen. SPORT1 stellt Rabbi Matondo vor.

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Christian Heidel persönlich gab das Empfangskomitee für den neuen Hoffnungsträger des FC Schalke 04.

Am Montagabend war Rabbi Matondo auf dem Düsseldorfer Flughafen gelandet. Ein 18-Jähriger, der wie Dortmunds Jadon Sancho der Nachwuchsakademie von Manchester City entstammt.

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Der Rechtsaußen wechselt aus Citys U23 zu den Königsblauen. Von neun Millionen Euro Ablöse ist die Rede. Dazu soll sich Manchester eine Rückkaufoption für 50 Millionen Euro gesichert haben. SPORT1 stellt den neuen Schalker Flügelflitzer vor.

Matondo: Kindheit in schwierigem Umfeld

Matondos Eltern stammen aus der Demokratischen Republik Kongo, er selbst ist in Liverpool geboren. Seine Familie siedelte kurz nach Rabbis Geburt ins walisische Cardiff um.

Aufgewachsen im von Kriminalität und Arbeitslosigkeit geprägten Stadtteil Tremorfa, begann der jüngste Sohn im Alter "zwischen drei und vier" im Park mit seinem Vater, seinen Brüdern und einigen Nachbarsjungen Fußball zu spielen.

"Dort aufzuwachsen hat mir geholfen, der zu werden, der ich heute bin", sagte Matondo zu Wales Online.

Er gibt zu, nie ein "großer Fan" der Schule gewesen zu sein. "Aber sie hat dafür gesorgt, dass ich hart gearbeitet habe, um dorthin zu gelangen, wo ich im Fußball sein wollte." Im Alter von 15 Jahren wechselte Matondo gegen eine Ausbildungsentschädigung von umgerechnet rund 575.000 Euro aus der Jugend von Cardiff City in die Nachwuchsabteilung von Manchester City.

Matondo schneller als Leroy Sane

Für Aufsehen sorgte er bei Leistungstests in der Akademie der Citizens. Für einen Sprint über 20 Metern benötigte er nur 2,62 Sekunden. Niemand aus der Jugendabteilung konnte ihm da das Wasser reichen. Nicht nur das: Matondo hatte sogar die Zeit von Leroy Sane und Raheem Sterling unterboten und sich damit den inoffiziiellen Titel "schnellster Spieler des Klubs" gesichert.

Wie Jadon Sancho oder Callum Hudson-Odoi gehört Matondo dem 2000er-Jahrgang an und und weckt entsprechende Begehrlichkeiten. Zunächst lief für die englische U15-Nationalmannschaft auf, ehe er sich für seine Wahlheimat Wales entschied. Auch für die Demokratische Republik Kongo wäre er spielberechtigt gewesen.

Er fühle sich aber als Waliser, erklärte Matondo. Im November 2018 machte ihn Nationaltrainer Ryan Giggs zum A-Nationalspieler. Im Freundschaftsspiel gegen Albanien kam er zwölf Minuten zum Einsatz.

In der laufenden Spielzeit spielte er ausschließlich für das U23-Team der Citizens. In der Premier League 2 erzielte er in elf Partien sechs Tore und gab vier Vorlagen. Ein Einsatz unter Pep Guardiola in der Profimannschaft blieb ihm jedoch verwehrt.

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Das plant Schalke mit Matondo

Nun folgt mit dem Wechsel nach Deutschland der nächste große Schritt in der jungen Karriere.

"Ich wusste bereits vor dem Angebot einiges über Schalke 04: Hier haben Mesut Özil, Ivan Rakitic oder Leroy Sané wichtige Schritte in ihrer Karriere gemacht", sagt Matondo auf Schalkes Website. "Dazu kamen sehr gute Gespräche mit dem Trainer, auch meine neuen Mitspieler wussten nur Gutes zu berichten.

Matondo ist ein Perspektivtransfer, der die Schalker Mannschaft aber schon in der laufenden Rückrunde tatkräftig unterstützen soll. Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Guido Burgstaller, Amine Harit, Alessandro Schöpf, Steven Skrzybski und Breel Embolo darf sich Trainer Domenico Tedesco über eine Alternative für die Offensive freuen.

Dabei stach Schalke im Werben um Matondo einige andere Topklubs aus. Unter anderem sollen Borussia Dortmund, der FC Bayern und Borussia Mönchengladbach ein Auge auf den vielversprechenden Jungnationalspieler geworfen haben.

Die Frage ist: Wie schnell darf er sich in der Bundesliga beweisen?  "Wir dürfen nicht vergessen, dass er noch sehr jung ist. Deshalb werden wir ihm die Zeit geben, die er benötigt, um auf Schalke und in der Bundesliga Fuß zu fassen", bremst Tedesco. 

Für Matondo kann es nicht schnell genug gehen. "Die Bundesliga ist eine tolle Liga. Schalke 04 ist die richtige Entscheidung für meine fußballerische Zukunft und ich freue ich mich, nun ein Teil des Clubs und seiner Pläne für die Zukunft zu sein.“