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München - Andre Breitenreiter ist nach dem 1:5 in Dortmund schwer angeschlagen. Hannovers Trainer droht der Rauswurf. Er selbst fordert eine Entscheidung von den Bossen.

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Da war dieser Versprecher von Andre Breitenreiter, der bezeichnend war für die Situation, in die Hannovers Trainer geraten ist. 

Das Einzige, was zähle, sagte der Coach bei Sky nach dem deprimierenden 1:5 von Dortmund, sei "Hannover 96 vor dem Klassenerhalt zu bewahren". 

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Natürlich meinte er das komplette Gegenteil. 

Breitenreiter sucht seit Wochen nach Mitteln und Wegen, Hannover vor dem Abstieg zu bewahren. Und doch muss er Spiel für Spiel mit ansehen, wie seine Maßnahmen verpuffen.

Im Laufe des Wochenendes könnte es so weit sein, dass Breitenreiter nicht mehr länger nach Auswegen aus der sportlichen Krise zu suchen braucht. 

Nach der neuerlichen Pleite steht Hannovers Trainer vor der Entlassung. 

Kapitän Anton mit Plädoyer für Breitenreiter

Sportvorstand Horst Heldt wollte direkt nach Abpfiff zwar noch keine Entscheidung verkünden. "Haben Sie bitte Verständnis, dass ich so unmittelbar nach dem Spiel und nach den Eindrücken heute keine Klarheit schaffen kann", sagte er.

Aber nach all dem, was sich in Hannover in der vergangenen Woche zugetragen hat, ist Breitenreiters Job wohl nur noch einer auf Zeit. 

Schon nach dem 0:1 zum Rückrundenauftakt gegen Bremen war über Breitenreiters Aus spekuliert worden. Präsident Martin Kind soll Heldt beauftragt haben, Kontakt zu möglichen Nachfolgern für den Coach herzustellen.

Nach diesem Samstag, so viel ist sicher, werden die Bosse erneut über Breitenreiter befinden. "Wenn es etwas bekanntzugeben gibt", sagte Heldt, "dann werden wir das tun".

Das klang schon fast wie die Vorbereitung einer Entlassung.

Beste Saisonleistung reicht nicht

Kapitän Waldemar Anton verfasste zwar noch mal ein leidenschaftliches Plädoyer für den angezählten Trainer. "Wir sind in der Mannschaft sehr zufrieden mit Breitenreiter, er hat immer einen guten Plan, das hat man ja heute auch gesehen", sagte er. 

Doch Breitenreiter kennt das Geschäft zu gut, um nicht zu wissen, dass es spätestens nach diesem Spieltag um seine Ablösung geht. 

In Dortmund zeigte Hannover die vielleicht beste Saisonleistung. "Wenn ich das Spiel Revue passieren lasse, finde ich, dass wir bis zur 60. Minute ein gutes Bundesligaspiel gezeigt haben", befand der Coach. 

Doch was nützt das einem, wenn am Ende trotzdem ein 1:5 zu Buche steht. Es war bereits die zwölfte Niederlage in dieser Saison. Nur elf Punkte haben die Niedersachsen bislang gesammelt. Als Vorletzter ist der Klub akut abstiegsgefährdet. 

Breitenreiter: "Brauchen jetzt klare Ansage"

Irgendwann, diese Befürchtung haben dieser Tage viele Verantwortliche bei 96, könnten auch einem Andre Breitenreiter die Ideen ausgehen, wie er die Mannschaft aus der prekären Lage befreien kann. 

Sollte sich dieses Gefühl bei Kind und Heldt über Nacht verstärken, dürfte Breitenreiter die neue Woche kaum als Trainer von Hannover erleben.

"Wir brauchen jetzt eine klare Ansage, was Trumpf ist", sagte er selbst bei Sky. Nach Lage der Dinge sieht es so aus, als würde man ihm die Karten beizeiten aus der Hand nehmen.