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München - Sandro Wagner verlässt den deutschen Rekordmeister und wechselt noch im Januar ins Reich der Mitte. Der Rekordmeister macht den Wechsel offiziell.

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Chinesische Provinz statt bayerischer Ersatzbank: Sandro Wagner verlässt den FC Bayern München nach nur einem Jahr und wechselt mit sofortiger Wirkung zu Tianjin Teda.

Der 31 Jahre alte Stürmer soll beim Klub aus der chinesischen Super League, der von Ex-DFB-Trainer Uli Stielike trainiert wird, einen Vertrag bis Ende 2020 erhalten. Die Ablöse liegt bei angeblich fünf Millionen Euro. Das Gehalt, das er laut Bild verdient: 15 Millionen Euro. Wagner, der vor drei Jahren mit der Aussage, dass das Gehalt von Bundesliga-Spielern "angemessen oder teilweise eher zu wenig" sei, für Diskussionen sorgte, hat endgültig ausgesorgt.

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"Sandro Wagner kam auf uns zu und hat um Freigabe aus seinem Vertrag gebeten. Er hat ein sehr attraktives Angebot aus China vorliegen, und wir haben daher seinem Wunsch entsprochen", sagte Münchens Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

Wagner trifft bei seinem neuen Klub auch auf seinen früheren Hertha-Teamkollegen Felix Bastians.

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Wagner: "Halb München kommt mit nach China"

"Meine Berater Micho Zebouni und Roman Rummenigge haben mich informiert, dann habe ich alles in Ruhe mit meiner Familie besprochen", schilderte Wagner der Bild seine Entscheidungsfindung.

"Nach Abwägung und Abstimmung vieler Dinge haben wir uns dazu entschlossen, gemeinsam nach China zu gehen. Meine ganze Familie und viele Freunde kommen mit. Gefühlt kommt jetzt halb München nach China.”

Wagners Kontrakt in München wäre noch bis zum 30. Juni 2020 gelaufen. Der wuchtige und für seine selbstbewussten Ansagen bekannte Mittelstürmer war zur Rückrunde der vergangenen Saison für 13 Millionen Euro von der TSG Hoffenheim zu seinem Jugendklub zurückgekehrt, für den er bereits von 1995 bis 2008 gespielt hatte.

Wagner unter Kovac chancenlos

Insgesamt absolvierte Wagner in dieser Saison unter Trainer Niko Kovac nur sieben Bundesliga-Einsätze mit gerade einmal 138 Minuten. Ein Treffer gelang dem achtmaligen Nationalspieler nicht. An Konkurrenten wie Robert Lewandowski, Serge Gnabry oder Thomas Müller kam Wagner nicht vorbei.

In den beiden Rückrundenspielen der Münchner in Hoffenheim (3:1) und gegen den VfB Stuttgart (4:1) hatte er nicht im Kader gestanden.

Wagner hatte sich das anders vorgestellt. Als er zu Bayern zurückkam, was auch familiäre Gründe hatte, sprach er vom Ende einer "langen Reise", von der Rückkehr "zu meinem Verein, in meine Heimat". Es klang, als wollte er seine Karriere dort auch beenden.

Zoff mit Löw - Irritationen auch beim FC Bayern

Mit Einsätzen bei den Bayern hatte sich Wagner auch für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland empfehlen wollen, Bundestrainer Joachim Löw verzichtete jedoch auf den Stürmer. Wagner beendete daraufhin trotzig seine Karriere im DFB-Team - und rechnete mit Löw ab.

Wagners Verhalten sorgte auch bei Bayern für Irritationen. "So böse hätte er jetzt nicht unbedingt reagieren müssen", kritisierte Präsident Uli Hoeneß. Auch dass Wagner nach der Niederlage im DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt seine Medaille ins Publikum warf, fand Hoeneß "nicht in Ordnung".

Mit Kovac, der im Sommer Jupp Heynckes ablöste, schien Wagner nicht zurecht zu kommen. Auffällig war auch, dass er im November während Bayerns Krise in einem Bild-Interview Teamkollegen und Klubführung in Schutz nahm, über Kovac aber kein Wort verlor.

"Mein Plan war natürlich, länger in München zu bleiben und meine Karriere hier zu beenden. Ich liebe diesen Verein", erklärte Wagner nun. "Aber die Dinge haben sich leider anders entwickelt, das musste ich akzeptieren. Ich werde jedoch niemals ein böses Wort über diesen Verein verlieren, sondern wünsche dem FC Bayern und seinen Fans nur das Beste.”

Insgesamt lief der gebürtige Münchner Wagner seit vergangenem Februar in 30 Pflichtspielen für die Bayern auf und erzielte dabei zehn Tore.

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