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München - Borussia Dortmunds Strippenzieher Sebastian Kehl erklärt im CHECK24 Doppelpass, wie der Klub nach mäßiger Vorsaison in die Spur fand - und sich Lucien Favre vorstellte.

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Als Spitzenreiter die Pflichtaufgabe gegen Hannover 96 souverän mit 5:1 erledigt. Den Vereinsrekord aus der Meistersaison 2010/11 geknackt. Und obendrein die Meisterschaft in der Bundesliga und das Weiterkommen in der Champions League vor Augen.

Borussia Dortmund schwebt weiter auf der Euphoriewelle. "Wir sind alle ein bisschen überrascht, wie gut das erste halbe Jahr gelaufen ist", sagte Sebastian Kehl im CHECK24 Doppelpass. "Wir hatten aber auch Glück, wenn ich an das Pokalspiel gegen Fürth denke. Doch dann sind wir in einen Lauf gekommen."

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Der Erfolg ist für den Ex-Profi und neuen Leiter der Lizenzspielerabteilung beim BVB denn auch kein Zufallsprodukt. "Wir haben gravierende Veränderungen vollzogen. Nach der vergangenen Saison haben wir lange analysiert. Es herrschte eine schlechte Stimmung, wir waren fast verkauft", erklärte Kehl.

"Mit Thomas Delaney und Axel Witsel haben wir dann aber eine neue Mentalität in die Mannschaft gebracht", schwärmte Kehl. Witsel "wollte nochmal nach Europa, nach Deutschland. Er wollte näher bei seiner Familie sein. Das war ein Glücksgriff."

Favres Vorstellung bei den BVB-Bossen 

Genauso wie die Verpflichtung von Lucien Favre als neuen Trainer. "Wir haben zum ersten Mal im Sommer geredet und uns ausgetauscht. Er hat uns eine Philosophie präsentiert und damit ziemlich beeindruckt." 

"Die Taktiktafel hatte er übrigens auch dabei, es war ihm wichtig aufzuzeigen, wie er unseren Kader sieht und spielen lässt", erinnert sich Kehl schmunzelnd über die damalige Begegnung mit dem akribischen Trainer-Fuchs, der dem BVB noch möglichst lange einen Entwicklungsschub geben soll.  "Er hat noch lange Vertrag (bis 2020, Anm. d. Red.), aktuell brauchen wir darüber nicht zu reden", so Kehl über eine mögliche Verlängerung des Arbeitsverhältnisses mit Favre. "Im Moment sind wir in keinen Gesprächen." 

Als Erfolgsfaktor sieht Dortmunds Strippenzieher auch eine veränderte Hierarchie: "Wir haben mit Marco Reus einen neuen Kapitän, er ist das Gesicht dieser Mannschaft. Er hat sich mit seiner Verlängerung klar pro BVB geäußert. Von daher war er der Richtige. Er hat sich selbst aus dem Tief gezogen, sich immer wieder reingehängt. Wir freuen uns mit ihm."

Kehl: "Jungs haben Bock auf Erfolg"

Mindestens genauso wichtig dabei für Ex-Nationalspieler Kehl: "Wir haben den Mannschaftsrat neu besetzt, und wir konnten Paco Alcacer holen. Was wir mit dieser Mannschaft geschafft haben, war harte Arbeit."

Am Ende ihrer Entwicklung seien die Schwarz-Gelben aber noch längst nicht. "Es ist noch nicht alles gut, aber wir sind auf dem richtigen Weg - die Jungs haben Bock auf Fußball und Erfolg. Wir haben viel Reibung, weil wir unterschiedliche Typen sind. Aber das ist spannend. Es ist wichtig, dass man sich einbringt."

Auch sich selbst sieht Kehl durchaus als Garanten für die neue positive Struktur: "Wir haben durch meine Wenigkeit versucht, eine andere Präsenz auf dem Trainingsgelände zu bekommen. Und ich bin nicht der Typ, der zu allem Ja und Amen sagt."