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Dortmund - Borussia Dortmund feiert gegen Hannover nach mühsamer erster Hälfte eine Gala - Bürki ist trotzdem unzufrieden. 96-Coach Breitenreiter zittert um seinen Job.

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Borussia Dortmund könnte das Schicksal von Hannovers Andre Breitenreiter besiegelt haben.

Die Highlights der Partie in Bundesliga Pur am Sonntag ab 9.30 Uhr im TV und STREAM auf SPORT1

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Nach dem 5:1 (1:0)-Sieg des BVB gegen die abstiegsbedrohten Niedersachsen droht dem Trainer von 96 das Aus. (Das Spiel im Ticker zum Nachlesen)

Achraf Hakimi (24.), Marco Reus (60.), Mario Götze (63.), Raphael Guerreiro (67.) und Axel Witsel (90.) schossen den BVB zu einem ungefährdeten Heimsieg, durch den der Vorsprung der Schwarzgelben in der Tabelle wieder auf neun Zähler anwächst. (Zur Bundesliga-Tabelle)

Torwart Roman Bürki war trotz des Kantersieges nicht zufrieden. "Das war kein gutes Spiel von uns." Über den Ehrentreffer von Marvin Bakalorz (86.) ärgerte er sich: "Das war nachlässig verteidigt und etwas arrogant."

Hannover bedient: "Mut, Vertrauen, Wille, alles ist weg"

Der BVB hat mittlerweile den Luxus, selbst nach einem 5:1 noch nicht vollauf zufrieden sein zu müssen. Ganz anders dagegen ist die Stimmungslage bei 96.

"Wir schaffen es halt nur über 40, 50, 60 Minuten das umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben", klagte Stürmer Hendrik Weydandt bei Sky. "Dann kriegen wir ein Tor und wie mit einem Fingerschnippen ist alles weg. Mut, Vertrauen, Wille, alles ist weg. Das ist der Knackpunkt."

Trainer Andre Breitenreiter befand: "Jeder, der im Stadion war, hat eine Mannschaft gesehen, die über 60 Minuten auf Augenhöhe agiert hat."

Der Coach sah die Ursache für die Niederlage nach gut einer Stunde Spielzeit. "Dortmund hat zehn Minuten gehabt, wo sie gewirbelt haben und alles ausgenutzt haben", sagte er. "Es ist oft so, wenn man einen Tiefschlag kassiert und sich nicht sofort wieder aufrappelt, dann kassiert man sofort einen Doppel- und Dreifachschlag."

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Die Verantwortlichen in Hannover hatten bereits vor dem Spiel ein klares Bekenntnis zu Breitenreiter verweigert. Der Klub sei nach sieben Spielen ohne Sieg "nicht in der Lage, Perspektiven" über das Spiel in Dortmund "hinaus zu geben", hatte 96-Manager Horst Heldt gesagt.

Breitenreiters Zukunft fraglich

Sein Team agierte in Dortmund trotz der Außenseiterrolle zunächst mutig und erspielte sich bereits in der zweiten Minute die erste gute Möglichkeit durch Stürmer Hendrik Weydandt, Dortmund überließ die Anfangsphase dem Gegner.

Auf der anderen Seite hatte Götze in der fünften Minute eine gute Gelegenheit, sein Kopfball landete allerdings in den Armen von 96-Keeper Michael Esser.

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In der Folgezeit erhöhten die Gastgeber jedoch den Druck. Der nach überstandenen Sprunggelenksproblemen in die Dortmunder Startformation zurückgekehrte Reus verpasste nach Doppelpass mit Götze die zu dem Zeitpunkt verdiente Führung, sein Schuss ging knapp am Tor vorbei (21.). Nur zwei Minuten später scheiterte Reus am Pfosten.

Nach Zuspiel von Guerreiro war es dann Hakimi, der den BVB mit einem Schuss aus 16 Metern in Führung brachte. Hannover steckte nach dem Rückstand nicht auf, spielte im ausverkauften Signal Iduna Park weiter mutig nach vorn und drängte auf den Ausgleich. Torwart Esser hielt sein Team mit einer Glanztat gegen Guerreiro in der 40. Minute im Spiel.

Reus und Götze brechen Hannovers Widerstand

Auch in der zweiten Hälfte spielte Hannover nach vorn und wusste vor allem kämpferisch zu überzeugen, Dortmund agierte abwartend. Nach dem Doppelschlag durch Reus und Götze war der Wille der Gäste allerdings gebrochen.

"Es war eine sehr schwierige erste Halbzeit für uns, nach dem Seitenwechsel und dem 2:0 wurde es einfacher", sagte Trainer Lucien Favre. 

Mario Götze befand: "Hannover hat es in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht. In der zweiten Halbzeit haben wir unser Spiel gemacht."

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Hannover trifft nun am kommenden Freitag auf RB Leipzig. Dass Breitenreiter dann noch auf der Trainerbank sitzt, erscheint zumindest fraglich.

Klubchef Martin Kind soll Heldt nach übereinstimmenden Medienberichten schon vor dem Dortmund-Spiel aufgefordert haben, den Markt nach einem potenziellen Nachfolger zu sondieren.

Der Manager wich der heiklen Trainer-Frage am Samstagabend aus. "Haben Sie bitte Verständnis, dass ich so unmittelbar nach dem Spiel und nach den Eindrücken heute keine Klarheit schaffen kann", sagte Heldt bei Sky. "Wir werden das jetzt intern noch einmal besprechen. Wenn es etwas bekanntzugeben gibt, dann werden wir das tun."

Breitenreiter selbst sagte nach dem Spiel in Dortmund: "Wir brauchen jetzt eine klare Ansage, was jetzt Trumpf ist."