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München - Mit 24 Pflichtspieltoren gehört Bayern-Stürmer Robert Lewandowski zu Europas Toptorjägern. Im Gespräch mit SPORT1 verrät er das Geheimnis seiner Torgefahr.

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Wenn der FC Bayern erstmals in dieser Saison vier Tore in der heimischen Allianz Arena schießt, darf ein Treffer von Robert Lewandowski natürlich nicht fehlen.

Dachte sich wohl auch der Top-Torjäger der Münchner, umkurvte am Wochenende deshalb in höchstem Tempo Stuttgarts Torwart Ron-Robert Zieler und erzielte den 4:1-Endstand.

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Immer wieder Lewandowski. Der 30-Jährige ist in bestechender Form. Gegen die Schwaben gelang ihm bereits sein 24. Treffer im 26. Pflichtspieleinsatz. Nur Barcelonas Superstar Lionel Messi traf in dieser Spielzeit bislang häufiger in allen Wettbewerben (27). (Hier geht es zur Bundesliga-Statistik)

Geheimrezept: Niemals runter vom Gas!

Sich auf den bisherigen Leistungen auszuruhen, kommt für den polnischen Nationalstürmer (102 Länderspiele/55 Tore) aber nicht in Frage. Im Gespräch mit SPORT1 versichert Lewandowski sogar: "Ich weiß, dass ich mich noch verbessern kann. Das ist immer mein Ziel. Ich will immer denken, dass ich noch was besser machen kann. Wenn ich nicht daran denke, kann es vorbei sein. Damit meine ich, dass ich dann nichts Neues oder Besseres mehr zeigen kann."

Es scheint ein Teil seines Geheimrezepts zu sein. Nie vom Gaspedal zu gehen, immer torhungrig zu bleiben. Erst recht, wenn man einen Elfmeter verschießt - wie es ihm gegen den VfB passierte. Was übrigens nicht bedeuten soll, dass er fortan nicht mehr vom Punkt antritt, wie er versicherte.

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Lewandowski - nicht mehr nur Torjäger

Auffällig ist die runderneuerte Bindung, welche Lewandowski zum Bayern-Spiel hat. Er reißt selbst Löcher im Spiel, profitiert davon, dass hinter ihm wieder eine Zehnerposition installiert wurde, holt sich die Bälle sogar tief in der eigenen Hälfte, wenn nötig. Längst ist er auch nicht mehr nur der Vollstrecker. Bereits sieben Tore legte er für seine Mitspieler in dieser Bundesliga-Saison auf. (Service: Tabelle der Bundesliga)

"Ich freue mich, wenn ich Vorlagen geben kann. Ich freue mich auch immer, wenn die Mannschaft viele Tore schießt. Es wird auch wieder Spiele geben, da kann ich mehr Tore schießen. Dann muss ich bereit sein für die Mannschaft", sagt Lewandowski.

Aus dem Wechselwunsch wird ein Bayern-Bekenntnis

Einen großen Anteil an der Super-Form des Familienvaters hat auch seine veränderte Einstellung zum FC Bayern. Wurden im Sommer Wechselgerüchte laut, weil er sich von den Vereinsbossen nicht genug wertgeschätzt fühlte, so wirkt er seit Wochen wie ausgewechselt. Lewandowski geht im Training verbal voran, hat auch abseits eine weit positivere Ausstrahlung, als noch im vergangenen Sommer.

Im Interview mit Sport Bild sagte er, dass ein Karriereende bei den Bayern für ihn sogar eine Option sei.

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Trainer Niko Kovac ist an seinem Wandel nicht unbeteiligt. Im Sommer überzeugte er ihn vom Verbleib, beförderte ihn laut Bild zum dritten Kapitän hinter Manuel Neuer und Thomas Müller. Anders als unter Jupp Heynckes spielt er wieder nahezu jedes Spiel über die volle Distanz, in der Vorsaison bekam auch Sandro Wagner Spielzeit. Der jedoch war zuletzt mehrfach nicht im Kader.

"Hungrig" auf Tore und auf Titel

Unter Heynckes rotierte Lewandowski immer mal wieder aus der Startelf oder wurde ausgewechselt. Das schmeckte ihm nicht. Er sah sich dadurch auch der Torjäger-Kanone beraubt, verweigerte am 33. Spieltag bei einer Auswechslung Heynckes den Handschlag.

Für Lewandowski spielt das keine Rolle mehr. Sein Blick geht nach vorne. "Solange ich Fußball spiele, egal ob ich 30, 33 oder 35 Jahre bin, kann ich noch was zeigen. Etwas zu zeigen, das ist immer in meinem Kopf. Ich bin immer noch hungrig."

Hungrig ist er auch auf Titel. Im Meisterschaftskampf verzichtet er aber auf große Töne gegenüber seines Ex-Vereins, Spitzenreiter Borussia Dortmund.

"Wir sind jetzt sechs Punkte hinten, auch mit dem Torverhältnis. Wir müssen darauf schauen, wie wir spielen", sagt Lewandowski und versichert: "Wir werden systematisch offensiv spielen und viele Tore schießen. Das kann für unsere Moral und unser Selbstbewusstsein viel bedeuten."