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Karl-Heinz Rummenigge äußert sich am Donnerstagabend zu aktuellen Themen beim FC Bayern. Er spricht über Oliver Kahn, James Rodriguez und Franck Ribery.

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Der FC Bayern hat am Donnerstag am Münchner Odeonsplatz den neuen Mannschaftsbus in Empfang genommen.

Am Rande des Termins sprach Karl-Heinz Rummenigge ausführlich über aktuelle Themen beim Rekordmeister. Rummenigge äußerte sich zu den Gerüchten um Oliver Kahn, den Vorfällen von Franck Ribery und der Situation von James Rodriguez. Auch zu seiner eigenen Zukunft nahm Rummenigge, dessen Vertrag Ende des kommenden Jahres ausläuft, Stellung.

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Der frühere Bayern-Kapitän Kahn soll ein Kandidat für die Neuausrichtung der Chefetage des Klubs in einer Zeit nach Präsident Hoeneß und Vorstandschef Rummenigge sein. Hoeneß ist bis November 2019 gewählt. Vor allem Hoeneß hatte immer wieder versucht, Kahn nach dessen Karriereende 2008 zurück an die Isar zu holen.

SPORT1 fasst die wichtigsten Aussagen des Vorstandsvorsitzenden zusammen.

Rummenigge...

über die Gerüchte um Oliver Kahn:

"Ich habe großes Verständnis dafür, dass dieses Thema in der Öffentlichkeit großes Interesse hervorruft. Aber ich bitte um Verständnis, dass ich zu Gerüchten und Spekulationen zu diesem Thema nicht Stellung beziehen kann. Ich habe Oliver persönlich im Übrigen glaube ich seit mehreren Monaten nicht mehr gesehen. Ich kenne seine Vorstellung, die er von der Zukunft hat, überhaupt nicht."

"Oliver war ein extrem wichtiger Spieler in der Geschichte des FC Bayern München. Wir alle erinnern uns an sein wohl wichtigstes Spiel 2001, Bayern gegen Valencia, als wir insbesondere dank ihm die Champions League gewonnen haben durch seine gehaltenen Elfmeter. Ich kenne nur überhaupt keine Intentionen von Oliver, muss ich ganz klar und deutlich sagen. Ich bin ein Freund der Kompetenzen. Diese Personalangelegenheiten werden bei uns vom Aufsichtsrat diskutiert und am Ende des Tages entschieden. Deshalb ist es dort auch richtig angesiedelt. Denn unser Aufsichtsrat ist mit das Beste, was es im Fußball oder möglicherweise in der gesamten Welt gibt. Ich bin sehr optimistisch, dass er, wenn diese Personalie auf den Tisch kommt, auch die richtige Entscheidung fällt."

über Kahns Kompetenzen:

"Oli hat eine großartige Karriere als Fußballer hinter sich. Er hat anschließend ein Studium gemacht. Am Ende des Tages ist es wichtig, was er von seiner Zukunft will. Dann wird es der Aufsichtsrat am Ende des Tages entscheiden, wie diese ganzen Zukunftsgeschichten ausgehen. Dass sich der Aufsichtsrat in dieser Richtung Gedanken machen muss und wird, ist das Normalste der Welt. Das ist eine wichtige Aufgabe des Aufsichtsrates, die Zukunft zu diskutieren und dementsprechend zu entscheiden."

darüber, ob Kahn beim Aufsichtsrat oder bei Uli Hoeneß bereits vorstellig geworden ist:

"Das ist mir nicht bekannt. Ich habe ihn mehrere Monate nicht gesehen, obwohl wir im selben Ort leben."

über seine eigene Zukunft:

"Ich habe einen Vertrag bis zum 31. Dezember 2019. Ich kann grundsätzlich aber sagen, dass Uli und andere Mitglieder des Aufsichtsrates mich gebeten haben, darüber nachzudenken, den Vertrag zu verlängern. Das werde ich in nächster Zeit tun. Dann werde ich mit Uli das Gespräch führen."

über FIFA-Boss Gianni Infantino:

"Er ist sicherlich als FIFA-Chef der wichtigste Funktionär im Fußball. Aber wir leben in einer sehr demokratischen Fußball-Welt. Es gibt keine One-Man-Shows mehr in der heutigen Zeit. Die Themen werden in Arbeitsgruppen diskutiert und am Ende des Tages auch entschieden. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass man am Ende des Tages dem Fußball keinen Schaden zufügen wird."

über den Ärger um Franck Ribery:

"Ich kann bestätigen, dass wir das auch nicht so toll empfunden haben, was Franck nach dem Spiel in Dortmund gemacht hat. Das war auch ein bisschen der Emotionalität geschuldet, weil wir etwas unglücklich 2:3 verloren haben. Da war er emotional aufgeladen.

Uli, Hasan, der französische Journalist (Patrick Guillou, Anm. d. Red.) und Franck hatten ein Gespräch. Sie haben sich ausgesprochen. Franck hat sich entschuldigt. Damit ist die Angelegenheit für den französischen Journalisten erledigt. Das ist das Wichtigste in der ganzen Causa."

über eine mögliche Bestrafung für Ribery:

"Gehen Sie davon aus, wir haben das schon richtig gemacht, ich möchte das nur nicht in der ganzen Öffentlichkeit ausblasen."

über Kingsley Coman:

"Wir hatten ein paar Spieler, die uns natürlich gefehlt haben, vor allem Coman. Er ist seit dem ersten Spiel verletzt gewesen. Das ist ein Spielerausfall, der uns sehr wehgetan hat. Er kommt jetzt langsam zurück. Ich weiß nicht, ob er am Samstag wieder dabei sein kann. Aber die Woche danach sollte es spätestens der Fall sein. Er wird uns gut zu Gesicht stehen und gibt uns eine wichtige Option im Offensivspiel."

über die Zukunft von James Rodriguez:

"Wir haben eine Vereinbarung, bei der es eine Option gibt, die wir bis zum 15. Juni 2019 aktivieren können. Wir sind jetzt im November – und ich glaube es macht jetzt keinen Sinn, im November schon über dieses Thema zu sprechen. Ich bin der Meinung, James hat im letzten Jahr großartigen Fußball gespielt, er war sicherlich einer der Besten. Ich kann mich noch an das Spiel bei Real Madrid erinnern, wo er das 2:2 erzielt und ganz Madrid dem ehemaligen Spieler zum Schluss großen Beifall gespendet hat. Wir werden das beizeiten entscheiden, aber sicherlich nicht in naher Zukunft, das ist auch bei dem Datum der Option, die wir haben, gar nicht vonnöten.

über James' Qualitäten:

"Wir sind alle im Verein überzeugt, dass er ein großartiger Fußballer ist und leider ist er jetzt verletzt. Das wird ihn sicherlich jetzt ein paar Wochen außer Gefecht setzen, ich gehe nicht davon aus, dass er in diesem Jahr wieder zur Verfügung stehen wird, leider muss ich sagen. Damit müssen wir leben, aber wir werden im Januar wieder viel Spaß an ihm haben."

über die ersten Monate der laufenden Saison:

"Wir hatten einen sehr guten Start in die Saison mit dem Supercup, den wir 5:0 bei Eintracht Frankfurt gewonnen haben. Dann die ersten fünf Spiele in der Bundesliga, die wir nicht nur gewonnen haben, sondern auch guten Fußball gespielt haben. Aber man muss selbstkritisch sagen, dass wir seit Augsburg ein bisschen aus dieser Erfolgsspur rausgekommen sind, und jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass die Mannschaft ab Samstag wieder in die Erfolgsspur zurück muss. Ich denke, die Mannschaft und auch der Trainer sind jetzt gefragt, dass wir versuchen, verlorenes Terrain zurückzugewinnen."

über personelle Nachbesserungen:

"Ich habe jetzt nicht den letzten Stand der Dinge, den Hasan hat, der ja dafür zuständig ist, was die Personalpolitik der Mannschaft betrifft. Ich würde aber zum heutigen Zeitpunkt sagen, wir haben noch nicht mal Ende November, wir sollten mal abwarten, wie die nächsten Wochen verlaufen und dann kann man das in Ruhe entscheiden."

über Alphonso Davies:

"Er kann erst ab dem 1. Januar frühestens spielen, wenn der Transfermarkt wieder aufmacht. Ich habe ihn heute kennengelernt, er macht einen sehr netten, sehr guten Eindruck. Er hat auch bei der Trainingseinheit, die er heute voll mitgemacht hat, einen ganz guten Eindruck hinterlassen. Das ist eine Option, das ist ein unglaublich schneller Spieler, und wir hoffen und wünschen uns, dass er auf dieser Position für Furore sorgt. Man darf auch nicht vergessen, er ist 18 Jahre alt und hat in Amerika gespielt. Wir sollten nicht den Fehler machen, zu viel hineinzuinterpretieren, am Anfang zumindest, da wird man auch ein bisschen Geduld haben müssen."

über die Jahreshauptversammlung in der kommenden Woche:

"Ich glaube, es wird ein ruhiger Abend. Wir haben wahnsinnig viel Erfolg gehabt seit 2012. Man kann ja fast sagen, wir hatten so eine Dauerparty über sechs Jahre: Sechsmal in Folge haben wir die Bundesliga gewonnen, wir haben den Höhepunkt gehabt 2013 mit dem Triple, diverse Male das Double hinterher und auch in der Champions League ist es immer gut gelaufen. Wir sollten jetzt nicht den Fehler machen, weil wir aktuell in der Tabelle nicht dort stehen, wo wir gerne wären, nämlich ganz oben, alles in Frage zu stellen. Wir sind lange genug im Geschäft, dass wir die Dinge ganz gut einordnen können."

über einen möglichen Umbruch im Team:

"Ich bin der Meinung, dass wir auch heute noch eine ganz gute Mannschaft haben. Man darf nicht vergessen, vor sechs Monaten ist diese Mannschaft mit 21 Punkten Vorsprung deutscher Meister geworden und sie sind jetzt gerade sechs Monate älter. Da sehe ich noch nicht die ganz große Problematik, die oft in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Neuzugänge hatten wir auch mit Goretzka, mit Renato, mit Serge Gnabry. Ich sehe nicht diese Dramaturgie. Wir müssen und werden was machen, spätestens im nächsten Sommer. Aber ich weiß, Hasan ist mit Volldampf jetzt schon am Arbeiten. Ich habe totales Vertrauen, dass wir ab nächsten Sommer wieder eine erfolgreiche Mannschaft haben werden. Ich bin da völlig entspannt."

über Transferausgaben:

"Wir haben speziell in der letzten Saison verrückte Transferpreise gehabt mit Neymar, Mbappe und was weiß ich noch alles, aber ich glaube, wir haben eine FC-Bayern-Philosophie und in der FC-Bayern-Philosophie haben wir immer vernünftig und solide gewirtschaftet, und das wird auch in der Zukunft der Fall sein. Wir sind finanziell aktuell sehr gut ausgestattet. Wir haben zumindest Pulver trocken, das man im Zweifelsfall einsetzen kann, wenn es notwendig ist."

über die Abschaffung der Montagsspiele:

"Die Einführung war sowieso kalter Kaffee, muss ich klar und deutlich sagen. Für fünf Spiele so einen Wirbel zu machen, der dann so diskutiert worden ist...Im Nachhinein, muss man offen und ehrlich sein, ist das fast lachhaft gewesen. Dass man es jetzt abgeschafft hat, ist konsequent und auch ein Zeichen an speziell die Südkurven, dass man jetzt wieder langsam vielleicht zur Normalität zurückkehren und sich nicht immer gegenseitig kritisieren sollte."

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