Manuel Neuer (l., mit Leon Goretzka) ist nach dem 3:3 gegen Düsseldorf untröstlich
Manuel Neuer (l., mit Leon Goretzka) ist nach dem 3:3 gegen Düsseldorf untröstlich © Getty Images

München - Der FC Bayern München ist nach dem blamablen Remis gegen Düsseldorf schwer getroffen. Manuel Neuer ist entsetzt, Uli Hoeneß stützt Kovac kaum noch. Stimmen.

von SPORT1

Präsident Uli Hoeneß hat beim FC Bayern München den Druck auf Trainer Niko Kovac erhöht.

"Es gibt sicherlich intern Gesprächsbedarf", erklärte der 66-Jährige nach der Blamage beim 3:3 gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf und sagte auf Nachfrage zum Coach: "Das ist im Moment überhaupt kein Thema. Im Moment ist es kein Thema, weil wir uns vorgenommen haben in Ruhe drüber zu schlafen."

Nach dem Champions-League-Spiel gegen Benfica am Dienstag "müssen wir analysieren, wo wir gerade stehen", ergänzte Hoeneß - wurde aber mit Blick auf das Düsseldorf-Spiel sehr deutlich: "Das was heute passiert ist, ist absolut inakzeptabel."

SPORT1 fasst die Stimmen bei Sky und aus der Mixed Zone zusammen:

Uli Hoeneß (Präsident FC Bayern): "Wir können mit diesem Auftritt nicht zufrieden sein. Es gibt sicherlich intern Gesprächsbedarf. Wir möchten da keine internen Dinge an die Öffentlichkeit tragen. Tatsache ist, dass wir in einer schwierigen Situation sind. Wir müssen uns über das Wochenende alle miteinander Gedanken machen, wie wir aus der Situation wieder herauskommen.

zur Zukunft von Kovac: "Das ist im Moment überhaupt kein Thema. Im Moment ist es kein Thema, weil wir uns vorgenommen haben in Ruhe drüber zu schlafen. Am Dienstag haben wir ein schweres Spiel vor uns und danach müssen wir analysieren, wo wir gerade stehen. Wir müssen jetzt Ruhe bewahren, auch wenn es schwerfällt, das gebe ich zu. Wir müssen alle Kräfte mobilisieren, um am Dienstag die Qualifikation für die nächste Runde zu schaffen. Dann müssen wir uns schon noch mal zusammensetzen. Das was heute passiert ist, ist absolut inakzeptabel."

zum Zeitpunkt der Entscheidung: "Ich war völlig down, als das Tor gefallen ist. Ich habe gedacht, die Welt geht unter. Von diesem Schock muss ich mich jetzt erstmal erholen. Und dann fällt mir am Montag vielleicht was ein."

zum Verhältnis Mannschaft/Trainer: "Wir spielen Dienstag gegen Benfica und da wird Nico Kovac sicherlich unser Trainer sein. Wir haben in der Kabine jetzt natürlich nicht die Mannschaft nach dem Trainer befragt, Aber wir werden sicherlich die nächsten Tage nutzen, um herauszufinden, was da los ist und warum wir einen so schlechten Fußball spielen. Einen uninspirierten Fußball ohne Selbstvertrauen."

Alles zum 12. Spieltag in der Bundesliga am Sonntag ab 11 Uhr im "CHECK24 Doppelpass" auf SPORT1 mit den Gästen Fredi Bobic und Felix Magath

zur Frage, ob Kovac gescheitert sei:  "Das kann ich jetzt nicht sagen. Wir müssen beim FC Bayern jetzt alles hinterfragen, warum wir so spielen, wie wir spielen. Es ist keine Frage, dass wir nicht sagen können: 'Es wird schon werden.' Das war nie die Position des FC Bayern. Wir müssen die nächsten Tage, vielleicht auch Wochen dazu verwenden, um die richtige Lösung zu finden. Wir müssen zu einem Ergebnis kommen. Wir sind Manns genug, Entscheidungen selbst zu treffen. Aber selbstverständlich wird man immer auch die Meinung von Spielern anhören. Aber wenn man als Führung eine wichtige Entscheidung zu treffen hat, muss man das schon selbst tun."

zur Ursache der Probleme: "Man hat das Gefühl, dass die Mannschaft total verunsichert ist. Wenn man als Bayern München zwei Mal zuhause gegen Fortuna Düsseldorf führt, das sollte man den Sieg in aller Ruhe nach Hause fahren. Aber man hat auf der Tribüne immer wieder das Gefühl, dass wir trotz einer klaren Führung bei jedem Angriff gefährdet sind, ein Gegentor zu kriegen. Das muss überdacht werden, woran das liegt. Es gibt natürlich auch den einen oder anderen Spieler, der über sich mal nachdenken muss. Das hat man heute wieder gesehen, dass taktische Fehler passiert sind. Wenn ich an das erste Tor denken, sowas habe ich eigentlich nur in Slapstick-Filmen gesehen."

zum Umbruch: "Nach den ersten sechs Wochen hatte ich das Gefühl, wir haben alles richtig gemacht. In den letzten sechs Wochen hat sich das ins Gegenteil umgekehrt. Wir müssen jetzt die goldene Mitte finden. Was war am Anfang so gut und was ist jetzt so schlecht? Eins ist klar, solche Leistungen müssen analysiert werden."

zur Meisterschaft: "Jetzt von der Meisterschaft zu reden, wäre überheblich. Die Dortmunder haben jetzt gerade das Glück, das wir nicht haben." (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Niko Kovac (Trainer FC Bayern): "Ich weiß nicht, ob es eine Steigerung von sauer gibt. Wenn du das Spiel im Griff hast und wieder zig Mal führst, dann bin ich alles andere als glücklich, sondern sehr sauer. Ich kann es einfach nicht verstehen, dass wir die Möglichkeiten, die wir trotzdem hatten, nicht realisieren konnten. Aber viel schlimmer ist die Art und Weise wie wir bei allen drei Gegentoren verteidigt haben. Wir machen Konzentrationsfehler bzw. individuelle Fehler. Dann ist es egal, ob auf der anderen Seite ein Aufsteiger ist oder ein Champions-League-Teilnehmer. Diese Fehler werden bestraft.“

zur nicht umgesetzten Taktik: "Wir haben in der Besprechung gesagt, dass der Gegner auf Konter spielen wird und da vorne einen sehr schnellen Stürmer hat. Da dürfen wir nicht auf Abseits spielen, sondern da müssen wir mitgehen und die Pässe verhindern. Wenn du das nicht tust, dann hast du die Probleme. Wir werden das intern sicherlich ganz klar besprechen, da können Sie sicher sein." 

Die Highlights der Partie in Bundesliga Pur am Sonntag ab 9.30 Uhr und um 13.30 Uhr im TV und STREAM auf SPORT1

Thomas Müller (FC Bayern): "Natürlich sah es heute lange nicht nach einem Unentschieden aus. Aber wenn man zuhause drei Tore gegen Fortuna Düsseldorf kassiert, müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Ich bin selbst grade noch ein bisschen perplex. Wieder spät ein Gegentor bekommen. So wird es natürlich mit einer Aufholjagd schwierig."

zur Erklärung des erneuten Rückschlags: "Wir stecken scheinbar grade in so einer Phase, in der alles bestraft wird. Natürlich muss man die Gründe aufarbeiten, aber ich kann jetzt nicht direkt nach dem Spiel irgendwelche messerscharfen Analysen abgeben. Wir haben sowieso genügend Expertenrunden in Deutschland, die werden das dann schon wieder auf den Punkt bringen."

zu den Defensiv-Schwächen: "Wir stehen jetzt selbst wieder da und wissen nicht, was los ist. Wir machen ein engagiertes Spiel, kassieren in der 44. Minute ein Gegentor. Vielleicht fehlt da die hundertprozentige Schärfe bei der ganzen Mannschaft. Denn wir verteidigen von vorne weg. Da sind wir dann vielleicht zu leichtsinnig, weil wir 2:0 geführt haben und alles ganz gut lief."

zu den Pfiffen der Fans: "Angesichts der Tatsache, dass wir seit vier Heimspielen in der Bundesliga nicht mehr gewonnen haben, sind wir schon selbst schuld. Da können wir auch ruhig mal eine mitkriegen." (Tabelle der Bundesliga)

zu den Meister-Chancen: "Ich glaube, nach einem wieder Last-Minute-3:3 brauchen wir darüber nicht sprechen. Wir wollten heute einen Sieg einfahren, damit wir einen Schritt nach vorne kommen. Wie wir das eben nicht gesehen haben, hat jeder gesehen."

ANZEIGE: Jetzt das neue Trikot des FC Bayern kaufen - hier geht es zum Shop

Manuel Neuer (FC Bayern): "Es fehlen einem fast die Worte, so wie das für uns gelaufen ist. Das darf uns nicht passieren. Wir sind bitter enttäuscht, schwer enttäuscht von uns selbst. Damit müssen wir jetzt leben, das haben wir uns selbst zuzuschreiben. Wir müssen uns immer hinterfragen, der Trainer hinterfragt natürlich auch alles. Wenn es etwas Gutes gibt, dann, dass wir in drei Tagen wieder spielen und nicht lange warten müssen, bis wir vielleicht wieder etwas gutmachen können. Aber jetzt steht das Ergebnis, und die Art und Weise wie wir zu diesem Unentschieden gekommen sind. Und das ist unverzeihlich."

zu den Fehlern bei den Gegentoren: "Wir führen 2:0 und müssen in der 44. Minuten cleverer sein. Auch beim Spielstand von 3:2, wo du versuchen musst, die letzten Sekunden vorne den Ball zu halten, in die Ecken zu gehen und die Fehler, die du in der ersten Halbzeit gemacht hast, zu vermeiden. Das gleiche, was wir in der ersten Halbzeit gemacht haben, haben wir dann auch in der 93. Minute gemacht. Das ist schmerzhaft. Wir haben aus unseren Fehlern nicht gelernt, obwohl wir die Klasse und die Erfahrung haben. Wir machen es dem Gegner oft zu leicht, gegen uns Tore zu erzielen und was mitzunehmen."

zur nicht umgesetzten Taktik: "Es sind Kleinigkeiten, wenn man sich die Tore anschaut. Es passieren immer Fehler im Spiel. Jetzt hatten wir einen schnellen Stürmer gegen uns, da kann es schon mal passieren, dass er unseren Innenverteidigern davonläuft. Aber grundsätzlich ist es kein Problem, was wir hinten haben, das betrifft die ganze Mannschaft. Wir haben vorne unsere Probleme gehabt, genauso wie hinten. Da kann sich keiner rausnehmen. Wenn wir das umgesetzt hätten, was uns der Trainer auf den Weg gegeben hat, hätten wir heute 5:0 gewonnen.“

zum Titelrennen: "Wir korrigieren unsere Ziele nicht nach unten, aber ich habe letzte Woche schon gesagt, dass wir nicht schauen, was Dortmund macht. Wir müssen uns auf uns konzentrieren. Wir müssen unsere Spiele gewinnen und uns mit unserem Fußball auseinandersetzen." (Ergebnisse und Spielplan) 

Arjen Robben (FC Bayern): "Wir können analysieren, was wir wollen. Aber der Trainer hat vor dem Spiel noch gesagt, dass es schon vier Mal passiert ist, dass wir führen und das dann noch hergeschenkt haben. Jetzt passiert das heute wieder. Das ist unglaublich. Wenn du unten am Boden bist, dann musst du aufstehen, Stärke zeigen und zeigen, wer du bist als Mannschaft. Das ist die einzige Botschaft für uns: Zusammenreißen." 

David Alaba (FC Bayern): "Wenn man sich das Spiel heute anschaut, kann der Trainer überhaupt nichts dafür. Die Tore, die wir bekommen, sind sehr bitter. Da ist er nicht der Schuldige."

Jetzt die SPORT1-App herunterladen! ©