Mönchengladbach - Gladbach lässt sich auch von einem Blitz-Gegentor nicht schocken. Mit einem Kantersieg gegen Hannover bleibt man dem BVB auf den Fersen. Sorgen macht nur Ginter.

von SPORT1 , Sportinformationsdienst

Als Borussia Mönchengladbachs Trainer Dieter Hecking auf der Pressekonferenz nach der Partie zu den Fan-Gesängen in der zweiten Halbzeit gefragt wurde, musste er erst einmal schmunzeln.

Gladbachs Anhänger hatten bei der 4:1-Gala seines Teams gegen Hannover 96 gesungen: "Que sera sera, Borussia ist wieder da - Deutscher Meister im nächsten Jahr, que sera sera."

Mit einem Lächeln auf den Lippen sagte Hecking dazu: "Wenn ich in der Kurve gestanden hätte, hätte ich vielleicht mitgesungen", um dann wieder etwas ernster hinzuzufügen: "Wir sind alle froh, dass wir so Fußball spielen wie wir momentan Fußball spielen. Aber wir werden jetzt in den nächsten Spielen bis Weihnachten geprüft werden."

Für Hecking steht im Moment "Borussia Dortmund auch von der Kader-Qualität über den anderen". Hinter den "wackelnden Bayern" sieht er aktuell drei, vier Mannschaften, zu denen er auch Gladbach zählt.

Ginter-Verletzung schockt Gladbach

Das Ergebnis gegen Hannover war nach dem Abpfiff sowieso etwas in den Hintergrund gerückt. (Alle Ergebnisse im Überblick)

Die schwere Gesichtsverletzung von Matthias Ginter überschatteten den Erfolg gegen Kellerkind Hannover. Über die Rückkehr auf den zweiten Tabellenplatz konnte sich bei den Fohlen im ersten Moment keiner freuen, vielmehr waren alle mit ihren Gedanken bei Ginter.

Der 24-Jährige war während der Partie in ein Mönchengladbacher Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem er zuvor bereits in Anwesenheit seiner Ehefrau Ehefrau Christina und seiner Eltern minutenlang im Krankenwagen behandelt worden war.

Die Blessur hatte sich Ginter in der 37. Minute bei einem Zusammenprall mit Noah Sarenren Bazee, der wenig später ebenfalls vorzeitig das Feld verlassen musste, zugezogen.

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Borssia bleibt erster BVB-Verfolger

Dennoch hat die Borussia ihre beeindruckende Heimserie fortgesetzt und ist dadurch erster Verfolger von Spitzenreiters Borussia Dortmund geblieben. (Tabelle der Bundesliga)

Die Tore für Gladbach erzielten Thorgan Hazard (7.), Michael Lang (44.), Kapitän Lars Stindl (58.) und Denis Zakaria (77.). Hannover war durch Bobby Woods bereits nach 22 Sekunden in Führung gegangen.

Sehr zum Ärger von Hecking, dessen Vertragsverlängerung bis 2020 der Klub am Freitag bekannt gegeben hatte. Letztlich war der Sieg jedoch kaum in Gefahr.

"Wir haben nach dem frühen Rückstand geordnet weitergespielt und haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. In der zweiten Hälfte haben wir das noch besser gemacht und verdient gewonnen. Wir sind im Moment sehr zufrieden", sagte Stindl bei Sky.

Gladbach verschläft Start der Partie

Die Gladbacher schliefen nur kurz nach dem Anpfiff, als Wood schon nach den ersten sechs Ballkontakten der Partie das bislang schnellste Saisontor erzielte. Wood schrieb ganz nebenbei Bundesliga-Geschichte, da es das dritte Tor in der 1. Minute am gleichen Spieltag war.

Schon beim SC Freiburg (1:3) hatte Gladbach ein Gegentor in der ersten Minute kassiert. Diesmal verlängerte Niclas Füllkrug den Ball per Kopf in den Lauf seines Sturmpartners Wood.

Hannovers Trainer Andre Breitenreiter setzte trotz des Ausfalls von Ihlas Bebou (Oberschenkel) auf ein System mit zwei Spitzen. Der Togolese war wie der brasilianische Olympiasieger Walace (Streptokokken-Infekt) angeschlagen von seiner Länderspielreise zurückgekehrt.

Hazard nutzt erste Chance eiskalt

Die offensive Ausrichtung zahlte sich aus - bis Hazard Gladbachs erste Chance zu seinem achten Saisontor nutzte. Der Belgier hätte das Spiel schon nach zehn Minuten drehen können, scheiterte aber an Füllkrug, der zurückgeeilt war. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Gefährlich wurde es aber erst wieder kurz vor der Pause: Der Schweizer Lang erzielte sein erstes Tor für Mönchengladbach, nur wenige Minuten nachdem der Zusammenstoß zwischen Ginter und Sarenren Bazee die 48.692 Zuschauer hatte verstummen lassen.

Ein längerer Ginter-Ausfall wäre ein echter Rückschlag für Hecking, zumal er bereits wochenlang auf Ex-Weltmeister Christoph Kramer (Muskelbündelriss) verzichten muss.

In der Offensive hat er dagegen die Qual der Wahl. Gegen Hannover ließ er zunächst Raffael auf der Bank. Dafür traf Stindl volley nach einer Flanke vom starken Hazard. Einzig der bislang so treffsichere Franzose Alassane Plea blieb lange unauffällig. 

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