Leverkusen - Die Pleite in Leverkusen vergrößert die Sorgen des VfB Stuttgart. Wie geht es jetzt weiter? Mario Gomez hat einen ungewöhnlichen Lösungsansatz.

von Sportinformationsdienst

Bayer Leverkusens Trainer Heiko Herrlich kann dank Kevin Volland vorerst durchatmen. Der ehemalige Nationalstürmer erzielte beim 2:0 (0:0)-Sieg gegen den Tabellenletzten VfB Stuttgart beide Treffer (76., 83.) und verschaffte dem angeschlagenen Bayer-Coach wieder etwas Luft.

Nach dem erst zweiten Heimsieg der Saison rücken die Rheinländer zunächst auf Rang zehn vor, der Abstand auf die Europa-League-Ränge beträgt fünf Punkte und könnte im Laufe des Wochenendes wieder größer werden. (SERVICE: Bundesliga-Tabelle)

"Für uns war das ein Endspiel, das war uns allen auch so bewusst", sagte Leverkusens Havertz erleichtert.

Ganz anders ging es den Gästen aus Schwaben. 

VfB-Trainer Markus Weinzierl, der beim 2:0 gegen den 1. FC Nürnberg vor der Länderspielpause den ersten Sieg unter seiner Regie gefeiert hatte, kassierte den nächsten Rückschlag. Die erschreckend ungefährlichen Schwaben behalten nach der achten Saisonniederlage die Rote Laterne. (LIVETICKER zum Nachlesen)

Gomez und Aogo frustriert

"Wir haben uns ordentlich verkauft und schlafen bei der Standardsituation", sagte Weinzierl. "Das darf nicht passieren. Durch so eine Aktion geben wir das Spiel aus der Hand. Wir wären mit einem Punkt hochzufrieden gewesen. Jetzt müssen wir zuhause nachlegen."

Mario Gomez ging sogar soweit, sich selbst in Frage zu stellen. "Ich will nur, dass wir gewinnen. Es geht nicht um mich", sagte der frustrierte Ex-Nationalspieler. Und: "Wenn alles nichts hilft, dann muss vielleicht jemand anderes für mich spielen."

Auch Dennis Aogo zeigte sich nach der Partie enttäuscht: "Die Niederlage schmerzt, wir wollten was mitnehmen. Leverkusen hat eine unglaubliche Offensive. Wir haben sie lange weit weg gehalten. Dann kommt eine Standardsituation, wo wir pennen, und kriegen das Gegentor."

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Auch Julian Brandt atmete nach der Partie bei Eurosport kräftig durch: "Ich weiß nicht, warum wir den Druck brauchen. Wir sind ein kleines Fragezeichen in dieser Saison. Hauptsache gewonnen. Positiver Druck ist immer gut, vielleicht brauchen wir den Druck, um Spiele zu Null zu spielen und sauber runterzubringen."

Herrlich sprach von einem "Arbeitssieg, Stuttgart ist besser, als der Tabellenplatz aussagt. Wir konnten unsere Chancen nicht nutzen und haben es dann durch eine Standardsituation erzwungen. Wir haben uns heute über den Kampf die Sicherheit geholt. Man kann aber nicht erwarten, dass wir den Tabellenletzten 4:0 schlagen."

Leverkusen deutlich überlegen

Das wiedervereinte Flügel-Duo aus dem zuletzt formstarken Karim Bellarabi, der nach überstandener Oberschenkelverletzung wieder in der Startelf stand, und Volland tat den Gastgebern gut.

Bayer besaß deutlich mehr Ballbesitz und verlagerte sein Spiel in Person des auffälligen Kreativdirektors Kai Havertz immer wieder auf seine Außenpositionen, von wo viele Bälle aber keinen Abnehmer im Zentrum fanden. Stuttgart lauerte mit Stoßstürmer Mario Gomez auf Konter.

Volland vergab nach einem Doppelpass mit Bellarabi die erste Bayer-Chance aus zehn Metern (7.), Nationalspieler Havertz scheiterte mit einem Schuss von der Sechzehnerlinie an VfB-Keeper Ron-Robert Zieler (12.).

Die von Herrlich vor dem Spiel geforderte "Leidenschaft" und "Intensität" war für die 24.632 Zuschauer zwar im Ansatz zu erkennen, doch der Abschluss und der letzte Pass der Gastgeber waren deutlich zu schwach.

So vergaben sowohl Tin Jedvaj (30.) als auch Volland (34.) aus unmittelbarer Nähe vor dem Tor.

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Zuvor hatte Schiedsrichter Robert Schröder (Hannover) einen zunächst gegebenen Handelfmeter gegen die Gäste nach ungewohnt langer Rücksprache mit dem "Kölner Keller" zurecht zurückgenommen.

Emiliano Insua hatte den Ball an der außerhalb des Strafraums an die Hand bekommen (14.), der anschließende Freistoß brachte nichts ein.

Der VfB reagierte nach einer ersten Hälfte ohne Torchance auch auch dem Wechsel mehr, als dass er agierte. Bayer setzte sich in der Gäste-Hälfte fest, strahlte dabei aber zunächst nur wenig Gefahr aus.

Volland-Doppelpack nach Fehlschuss

Charles Aranguiz verfehlte mit einem Freistoß knapp das Tor (56.), der hereinfliegende Volland scheiterte, als er nach einem gut ausgespielten Konter das leere Tore nicht traf (60.). (SERVICE: Spielplan der Bundesliga)

Besser machte er es eine gute Viertelstunde später, als er nach einer Havertz-Flanke ins rechte Eck einnickte. Sein Schuss aus 15 Metern sorgte kurze Zeit später für die Entscheidung. 

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