München - Bald ist Alphonso Davies offiziell Spieler des FC Bayern. Nach seiner Abschiedstour in Vancouver erwartet ihn ein neues Abenteuer. Bei Mats Hummels herrscht Vorfreude.

von David Döring , Florian Plettenberg

Alphonso Davies ist in Aufbruchstimmung! 

Mit einem emotionalen Twitter-Video verabschiedete sich das kanadische Wunderkind von den Vancouver Whitecaps. Das 2:1 gegen die Portland Timbers am Sonntag war sein letztes Spiel für seinen Heimatverein.

"Es Zeit für ein neues Kapitel. Es ist Zeit, auf Wiedersehen zu sagen. Danke Vancouver, ihr werdet immer in meinem Herzen sein", sagt Davies darin.

Für den jungen Mann, dessen Familie vor zwölf Jahren aus Ghana nach Kanada auswanderte, war es ein sehr emotionales Spiel. Auch, weil seine Eltern im Stadion waren. "Ein Traum ist wahr geworden", betonte er bei TSN rückblickend auf seine noch junge Profi-Karriere in der MLS und im Hinblick auf seine Zukunft. 

Im kommenden Januar wechselt der 17-Jährige für rund 14 Millionen Euro zum Rekordmeister. Transfer-Rekord in der MLS! Inklusive Bonuszahlungen könnte die Ablöse auf sogar 19 Millionen Euro anwachsen. 

Hummels bereits in Kontakt mit Davies

Mats Hummels freut sich bereits auf den Neuzugang - und steht in Kontakt mit ihm.

Der Bayern-Innenverteidiger zu SPORT1: "Ich kenne ihn sportlich bisher auch nur von YouTube und Instagram. Privat von ein paar Mal schreiben. Das reicht aber noch nicht, um einen qualifizierten Kommentar abzugeben." Hummels ist sich jedoch sicher: "Mit seiner Spielweise bringt er aber auf jeden Fall eine besondere Note mit."

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Und wer Davies schon mal hat spielen sehen, der wird Hummels' Aussage nur ungern widersprechen. Der Linksfuß könnte mit seiner Dynamik und seinem unglaublich explosiven Antritt frischen Wind in das zuweilen etwas träge Offensivspiel der Bayern bringen. Klar ist, dass ihn die Bayern direkt bei den Profis trainieren lassen werden. 

Kovac verrät Bayern-Plan mit Davies

"Er wird sicher sofort bei uns sein. Dafür haben wir ihn ja verpflichtet. Wenn man so viel Geld für einen Spieler ausgibt, packt man ihn nicht in die zweite Mannschaft", äußerte sich Kovac auf der Pressekonferenz vor dem Pokalspiel beim SV Rödinghausen zu den Planungen mit dem Supertalent. (DFB-Pokal: SV Rödinghausen - FC Bayern am Dienstag, 20.45 Uhr im LIVETICKER)

Davies wird nun zunächst zur kanadischen Nationalmannschaft reisen. "Danach zieht er sofort nach Deutschland und schlägt hier seine Zelte auf", freut sich der Bayern-Coach bereits auf den ersten Winterneuzugang. Davies trifft mit Kanada am 21. November in der CONCAF Nations League auf St. Kitts und Nevis.  

Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit dürfte Davies dann spätestens nach dem Winter-Trainingslager der Bayern in Katar (Anfang Januar 2018) zum festen Bestandteil des Profi-Kaders gehören.

Neben allen kulturellen und sprachlichen Veränderungen auf europäischem Boden könnte auch das fußballerische Niveau beim deutschen Rekordmeister den Youngster vor neue Herausforderungen stellen.

Bodenständiger Senkrechtstarter

Bob Lenarduzzi, Präsident der Whitecaps, hat jedoch kaum Zweifel an Davies' Anpassungsfähigkeit bei seinem neuen Arbeitgeber im fremden Deutschland.

"So, wie er sich hier bei uns Schritt für Schritt in seinem jungen Alter weiterentwickelt hat, kann er das auch bei einem der besten Klubs der Welt schaffen", so Lenarduzzi bei TSN.

Unter seinen Teamkollegen in Vancouver gilt Davies als äußerst bescheiden und zielstrebig. "Er hat hier bei uns mit großem Herz und Aufopferung an sich gearbeitet. War lernwillig vom ersten bis zum letzten Tag. Und dabei unglaublich bodenständig", äußerte sich sein Mannschaftskamerad Russell Teibert zu Davies' Spielerpersönlichkeit auf und neben dem Platz.

Hoffnungsträger einer ganzen Nation

Im Jahr 2026 wird in Nordamerika (USA, Kanada) und Mexiko die Weltmeisterschaft stattfinden. Die Kanadier, die 1986 zum ersten und einzigen Mal in ihrer Geschichte an einer WM teilnahmen, sind für das Turnier automatisch qualifiziert. 

Und die Hoffnungen ruhen bereits jetzt auf Davies, der sich dann im besten Fußballeralter befinden wird.

Bis dahin ist es selbstverständlich noch ein langer Weg mit vielen Hindernissen und unvorhersehbaren Faktoren.

Die nächsten Jahre beim deutschen Rekordmeister (Vertrag bis 2023) werden darüber entscheiden, in welche Richtung die bisher so steile Karriere des 17-Jährigen verläuft.