Die Eintracht schwebt weiter auf Wolke sieben. Gegen Fortuna Düsseldorf erzielt Luka Jovic einen Fünferpack - damit überflügelten die Hessen den FC Bayern.

von Sportinformationsdienst

Fünf Tore für die Geschichtsbücher! Der alles überragende Luka Jovic hat die "Serientäter" von Eintracht Frankfurt im Alleingang zum nächsten Sieg geschossen und mit seinen fünf Toren einen Vereinsrekord der Hessen aufgestellt.

Beim 7:1 (3:0) gegen Fortuna Düsseldorf fehlte Jovic damit nur ein Treffer zum Bundesliga-Rekord von Dieter Müller (1977).

"Ich bin total glücklich, heute ist ein sehr emotionaler Tag", sagte der serbische Stürmer bei Sky.

Dass er es in den exklusiven Klub der "Fünferpacker" - zusammen mit Robert Lewandowski - geschafft hat, sei "eine große Ehre. Aber das wichtigste ist, dass die Mannschaft es so gut gemacht hat".

Hütter schwärmt von Jovic

Eintracht-Coach Adi Hütter lobte seinen Stürmer über den grünen Klee. "Er ist ein Knipser und einer der besten Stürmer, den ich gesehen habe. Er braucht im Sechzehner nicht viele Chancen, um Tore zu machen. Heute ist alles aufgegangen: mit dem rechten Fuß, mit dem linken Fuß, mit dem Kopf. Aber es gefällt mir, dass die Jungs bescheiden bleiben."

Jovic selbst verriet, dass er vor dem Spiel mit dem verletzten Ante Rebic und Filip Kostic darüber gesprochen habe, "dass ich noch keine zwei Tore in einem Spiel gemacht habe. Sie haben gesagt, 'du machst heute nicht eines, sondern zwei'. Ich habe fünf gemacht".  

Mit dem bislang besten Spiel seiner Karriere verdarb der Serbe auch dem Ex-Frankfurter Friedhelm Funkel die Rückkehr an den Main.

Der Trainer der überforderten Düsseldorfer, der Frankfurt zwischen 2004 und 2009 in die Bundesliga, das DFB-Pokalfinale und den Europacup geführt hatte, stürzte mit dem Aufsteiger ans Tabellenende.

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"Es gibt keine Entschuldigung und keine Erklärung für unsere Leistung. Ich selbst war heute ein Totalausfall", gab Fortuna-Abwehrspieler Kaan Ayhan zu. Sein Kollege Matthias Zimmermann stimmte mit ein: "Das war eine katastrophale Leistung. Frankfurt hat uns vorgemacht, wie man Tore schießt." 

Elfmeter nach Videobeweis

Neben dem seit Wochen überragenden Jovic, der seine Saisontreffer drei bis sieben (27./34./55./69./72.) in teilweise unnachahmlicher Manier markierte, traf Sebastien Haller (20./50.) doppelt.

"Es hat viel Spaß gemacht, man hatte das Gefühl, es klappt alles. Dann wird man noch risikofreudiger und spielt hungrig aufs nächste Tor. Mit Luka verstehe ich mich gut, ich weiß, was er braucht, er weiß, was ich brauche", sagte Haller anschließend.

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Der Stürmer erzielte die Führung per Handelfmeter, den Schiedsrichter Deniz Aytekin (Oberasbach) erst nach Ansicht der Videobilder gab - und das auch irgendwie überraschend. Denn der Unparteiische ahndete damit ein Handspiel von Düsseldorfs Adam Bodzek, das zwei Minuten vorher geschehen war. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER) 

Der Treffer versetzte die Eintracht in einen Rausch. Lucas Torro (36.) hätte vor der Pause beinahe für noch klarere Verhältnisse gesorgt. Den Schuss des Spaniers, der nach dem Tod seines Bruders in den Kader zurückgekehrt war, lenkte Fortuna-Keeper Michael Rensing allerdings an die Latte. Auch Evan Ndicka (45.+1) scheiterte am Aluminium.

Tore und Chancen waren der verdiente Lohn für die beste Frankfurter Bundesliga-Halbzeit in dieser Saison.

Frankfurt jetzt gegen Limassol

Die Gastgeber hatten vor 51.000 Zuschauern in der WM-Arena von der ersten Sekunde an das Heft des Handelns an sich gerissen und mussten nur deshalb länger als erhofft auf die Führung warten, weil Haller (10.) in hervorragender Position einen Ball verstolperte und Jovic (18.) mit einem Heber scheiterte. (Alle Ergebnisse im Überblick)

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Die Gäste gaben indes ein völlig anderes Bild ab, sie trauten sich im ersten Durchgang nur zweimal in die Gefahrenzone der Frankfurter. Beim ersten Mal - es durfte beim Stand von 0:0 noch als ein Hoffnungsschimmer gedeutet werden - wurde der Schuss von Alfredo Morales (13.) geblockt. Kurz vor der Pause scheiterte Marvin Ducksch (43.) an SGE-Torhüter Kevin Trapp.

Immerhin blieb Funkel mutig - oder erweckte zumindest den Eindruck. Seine taktische Umstellung hin zum offensiveren 4-3-3-System brachte durch den Treffer von Dodi Lukebakio (53.) auch Ertrag. Dumm nur, dass kurz davor Haller und Jovic getroffen hatten.

Angesichts der komfortablen Führung richteten die frenetischen Fans der Frankfurter schon nach einer guten Stunde den Blick auf die nächsten Aufgaben, sie sangen glückselig vom Europacup. Dort könnte die Eintracht am kommenden Donnerstag gegen Apollon Limassol (Europa League: Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol, ab 21 Uhr im LIVETICKER) im besten Fall schon in die K.o.-Runde der Europa League einziehen.