Die TSG 1899 Hoffenheim zeigte keine Gnade mit dem dezimierten VfB Stuttgart
Die TSG 1899 Hoffenheim zeigte keine Gnade mit dem dezimierten VfB Stuttgart © Getty Images

Sinsheim - Der VfB Stuttgart von Neu-Trainer Weinzierl geht nach einem frühen Brutalo-Foul auch in Hoffenheim unter. Die TSG schießt zehn Schwaben gnadenlos ab.

von Sportinformationsdienst

Null Punkte, 0:8 Tore - Markus Weinzierl muss einen Horrorstart als Trainer des VfB Stuttgart verkraften. (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER)

Nach der herben Niederlage im ersten Spiel unter Weinzierls Regie (0:4 gegen Borussia Dortmund) kamen die dezimierten Schwaben am 9. Spieltag der Bundesliga auch im baden-württembergischen Derby bei der TSG 1899 Hoffenheim mit 0:4 (0:0) unter die Räder.

Damit bleibt der VfB tief im Tabellenkeller. (Die Tabelle der Bundesliga)

"Im Moment ist der Fußball sehr brutal zu uns. Das Positive: Es ist das erste Drittel der Saison, nicht das letzte", sagte VfB-Stürmer Mario Gomez bei Sky: "Ich hatte in den letzten Jahren ähnliche Situationen, da war ich weitaus skeptischer. Hier haben wir eine funktionierende Mannschaft. Ich kann es nicht erklären."

"Wir haben es in der 1. Halbzeit gut gemacht zu zehnt", meinte Trainer Markus Weinzierl: "Wir müssen das Negative einstellen, dürfen nicht nach dem ersten Tor auch gleich das zweite bekommen."

Die Highlights der Partie in Bundesliga Pur am Sonntag ab 9.30 Uhr im TV und STREAM auf SPORT1   

Insua fliegt nach Brutalo-Foul vom Platz

Joshua Brenet (48.), Joelinton (51.) und Ishak Belfodil (57./60.) trafen für Hoffenheim. Stuttgart musste über 80 Minuten in Unterzahl agieren.

Der Argentinier Emiliano Insua sah schon in der 8. Minute wegen groben Foulspiels die Rote Karte. Der VfB-Profi war in Karate-Manier mit gestreckten Bein in den Zweikampf gegen Pavel Kaderabek geflogen und hatte den Hoffenheimer am Kopf getroffen.

"Auf dem Platz dachte ich maximal Gelb, aber im TV sieht es natürlich brutal aus", meinte Gomez zum Platzverweis: "Das war keine Absicht von Insua."

Weinzierl kritisiert Platzverweis

Trainer Markus Weinzierl kommentierte sogar: "Ich hätte die Rote Karte nicht gegeben. Der Fuß hat da nix verloren, aber der Schiedsrichter muss sich über die Tragweite seiner Entscheidung bewusst sein."

Damit bleibt es bei der schwarzen Serie Weinzierls in Sinsheim - dort konnte der Coach noch nie gewinnen.

Der VfB war das bisher letzte Mal vor knapp sechs Jahren bei der TSG erfolgreich, in der laufenden Saison haben die Schwaben noch keinen Auswärtssieg gelandet. 

"Wenn du nach acht Minuten einen Platzverweis bekommst, ist es hier natürlich brutal schwer", meinte VfB Sportvorstand Michael Reschke, sprach seine Trainer aber das Vertrauen aus: "Ich bin total davon überzeugt, dass wir mit Markus Weinzierl den Klassenerhalt schaffen werden."

Alles zum 9. Spieltag in der Bundesliga am Sonntag ab 11 Uhr im "CHECK24 Doppelpass" auf SPORT1 mit den Gästen Wolfgang Dietrich, Rene Adler, Jens Keller und Celia Sasic

Gomez vergibt Riesen-Chance für Stuttgart

Die 30.150 Zuschauer in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena mussten nicht lange auf turbulente Szenen warten.

Zunächst vergab Ex-Nationalstürmer Mario Gomez die große Chance der Stuttgarter zur Führung (6.). Kurz darauf war der VfB nur noch mit zehn Mann auf dem Platz.

Insua wurde nach seinem Karate-Tritt gegen Pavel Kaderabek des Feldes verwiesen. Schiedsrichter Frank Willenborg entschied nach Studium der TV-Bilder auf Platzverweis.

Trotz der Unterzahl blieben die Gäste zunächst die gefährlichere Mannschaft. Nicolas Gonzalez sorgte nach einem Freistoß per Kopf für eine weitere Schrecksekunde bei den Kraichgauern (12.).

Hoffenheim tut sich trotz Überzahl schwer

Die Hoffenheimer, bei denen die Langzeitverletzten Benjamin Hübner, Dennis Geiger, Nadiem Amiri und Lukas Rupp sowie Leonardo Bittencourt fehlten, hatten große Probleme.

Vier Tage nach dem 3:3 (1:1) in der Champions League gegen Olympique Lyon hatte TSG-Trainer Julian Nagelsmann wie angekündigt personell rotiert - vier Neue standen im Vergleich zum Lyon-Spiel in der Startformation.

Erst Mitte der ersten Hälfte kamen die Gastgeber etwas besser ins Spiel. Belfodil traf den Pfosten (23.). Auf der anderen Seite gelang Gonzalez nach einer Ecke per Kopf das gleiche Kunststück (27.).

Fast 2. Platzverweis für Stuttgart

In der 37. Minute stand in Santiago Ascacibar der zweite Stuttgarter vor einem Platzverweis. Willenborg beließ es diesmal bei einer Gelben Karte.

Ascacibars "Opfer" Florian Grillitsch musste mit einer Bänderverletzung ausgewechselt werden - für ihn kam Kerem Demirbay. In der 41. Minute vergab Andrej Kramaric die Möglichkeit zur TSG-Führung.

Hoffenheim schlägt nach der Pause eiskalt zu

In der ersten Viertelstunde nach der Pause entschied die TSG mit vier Treffern im Eiltempo die Partie.

Brenet staubte nach einem Alleingang von Reiss Nelson ab. Kurz darauf bereitete Brenet den Treffer des Brasilianers Joelinton vor. Der wiederum legte kurz darauf für Belfodil auf.

Das zweite Tor Belfodils "bereitete" VfB-Kapitän Christian Gentner vor.

Danach waren die Stuttgarter Anhänger bedient. "Wir haben die Schnauze voll", skandierten die Fans.