Mario Gomez und Co. waren nach der Pleite gegen die Bayern bedient © Imago

Stuttgart - Nach drei Pleiten in Folge ist Stuttgart wieder auf dem Boden der Realität angelangt, weshalb Mario Gomez und Ron-Robert Zieler gar nicht erst um den heißen Brei herumreden.

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Drei Pflichtspiele, drei Pleiten ohne eigenen Treffer – der vor der Saison hochgehandelte VfB Stuttgart hat einen krachenden Fehlstart in die neue Saison hingelegt.

Nach der 0:2-Schlappe im DFB-Pokal bei Drittligist Hansa Rostock folgte am ersten Bundesliga-Spieltag die unnötige 0:1-Niederlage beim FSV Mainz 05, ehe die Schwaben beim 0:3 gegen den FC Bayern nicht den Hauch einer Chance hatten. (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER)

Besonders auffällig dabei ist die Harmlosigkeit, mit der Stuttgart in der Offensive zu Werke geht. In den drei Pflichtspielen schoss der VfB nur fünfmal auf das gegnerische Gehäuse, gegen die Bayern kein einziges Mal.

"Sie waren gegen Bayern chancenlos. Aber das Problem ist, dass sie gegen Rostock aus dem Pokal geflogen sind und am ersten Spieltag gegen Mainz verloren haben. Diese Spiele musst du gewinnen, nicht gegen Bayern", sagte Ex-Stuttgart-Stürmer Cacau im CHECK24 Doppelpass.

"Jetzt stehen sie schon unter Druck. Ich möchte noch nicht von Krise sprechen, aber man muss aufpassen, dass man nicht da unten reinrutscht. Denn es wird auch aus mentaler Sicht schwierig, dort wieder rauszukommen."

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"Wir standen in der ersten Halbzeit kompakt, waren aber nicht aggressiv genug", analysierte Stuttgarts Trainer Tayfun Korkut. "Da hat uns der Mut gefehlt. In der zweiten Halbzeit war es schwer, das Spiel gegen eine Top-Mannschaft umzubiegen."

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Korkut und Reschke bleiben entspannt

Die Mauer-Taktik gegen die Bayern ging gründlich in die Hose und auch die frühzeitige Auswechslung des auffälligsten Stuttgarters Anastasios Donis sorgte für Kopfschütteln und für ein Pfeifkonzert der VfB-Fans.

"Wir haben gesehen, dass es von Minute zu Minute immer schwieriger geworden ist. Dann ging es darum, dass wir Lösungen gesucht und uns dafür entschieden haben Spieler zu bringen, die uns mehr Ballbesitz bringen können", begründete Korkut die personellen Wechsel, die jedoch auch nicht fruchteten.

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Nach der überragenden Rückrunde der Vorsaison unter Korkut waren die Erwartungen in Stuttgart hoch, vorerst muss der VfB aber erst mal wieder kleinere Brötchen backen. "Uns schmeckt das natürlich nicht, dass wir so in die Liga gestartet sind", sagte Korkut. "Niemand kann zufrieden sein, aber wir sollten vorsichtig sein. Es ist erst der zweite Spieltag."

Durchhalteparolen beim Trainer aber auch Sportvorstand Michael Reschke will von einer Krise nichts wissen. "Die nackte Bilanz lässt sich nicht wegdiskutieren", sagte Reschke bei Sky zwar. "Aber wir haben die Qualität im Kader. Unser Auftaktprogramm ist brutal schwierig. Es waren Leistungen, die ok waren." 

"Knallhart mit der Sache umgehen"

Anders als die Verantwortlichen legten die Spieler den Finger schonungslos in die Wunde: "Jetzt müssen wir knallhart und offen mit der Sache umgehen und die Dinge ansprechen", forderte Mario Gomez. "Jetzt kommen die Teams, mit denen wir uns in der Bundesliga messen müssen."

Aber auch die kommenden beiden Gegner Freiburg und Düsseldorf werden keine Selbstläufer, weiß Torhüter Ron-Robert Zieler: "Was wir in der Rückrunde geleistet haben, müssen wir uns erst wieder erarbeiten. Wir müssen wieder Gas geben, hart arbeiten, dann wird man belohnt – und nicht andersrum. Es ist kein Selbstläufer", erklärte Zieler. Der 29-Jährige deutlich: "Alle, die schon in Euphorie geschwelgt haben, sind wieder auf dem Boden der Realität angekommen."