München - Hoffenheims Verteidiger Ermin Bicakcic hinterfragt die Nachwuchsförderung in Deutschland und warnt Spieler der jungen Generation.

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Hoffenheims Ermin Bicakcic hat die persönliche Entwicklung von Nachwuchsspielern im deutschen Fußball angeprangert.

Im Rahmen des Instagram-Talks "Split It" auf SPORT1 sagte der Verteidiger mit Blick auf die heutigen Talente im Profi-Bereich: "Viele Jugendspieler sind wie aus der Fabrik. Ich vermisse die Typen."

Bicakcic warnt die nachkommende Generation davor, zu früh abzuheben. "Der Gucci-Beutel unter dem Arm bedeutet noch nicht, dass man es geschafft hat. Du darfst nicht vergessen, wo du herkommst", sagte er.

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Bicakcic kritisiert Nachwuchs: "Nichts Authentisches"

Der Abwehrmann stört sich mitunter an den heutigen Hierarchien in Fußball-Teams. "Früher war es üblich, Bälle zu putzen und Tore zu tragen", sagte er. Viele junge Spieler seien sich dessen gar nicht bewusst: "Das Mittelmaß zwischen Selbstbewusstsein und einer gewissen Demut macht's. Da sind das Elternhaus und der richtige Umgang im Verein sehr wichtig."

Sportlich hingegen sei die Ausbildung der jungen Spieler vorbildlich. "Die Förderung der Nachwuchstalente ist top - auch bei uns in der Akademie. Da sieht man, dass mit den Jungs wirklich super Arbeit gemacht wird. Die Entwicklung finde ich klasse", so Bicakcic.

Bicakcic rief Klubs jedoch dazu auf, Spieler mit Charisma und eigener Meinung zuzulassen. "Die Jungs werden brutal eingeschränkt und ihnen wird vorgesagt, wie sie sich verhalten sollen", kritisierte er: "Auch hier ist es wichtig, die richtige Mitte zu finden zwischen notwendigen Vorgaben und Freiheiten - auch Fehler zuzulassen. Wenn ich teils Interviews höre, da kann ich den Ton ausschalten und weiß, was er erzählt. Weil da nichts Authentisches bei rüberkommt."

Fußballern mit gesundem Selbstbewusstsein riet er: "Du bist doch ein Mensch, zeig doch Emotionen. Und wenn du mal was raushaust, dann ist das so. Das gehört dazu."

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