München - Nicht nur seine Kopfballtore zeichnen James derzeit aus. Der Kolumbianer entwickelt sich unter Niko Kovac sichtlich weiter. SPORT1 erklärt, was dahinter steckt.

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Zwei Kopfballtore hintereinander sind für einen Kreativ-Spieler eher eine Rarität. In der Saison 2014/15 gelang James Rodriguez dieses Kunststück schon einmal.

Innerhalb von nur fünf Tagen erzielte der Kolumbianer für Real Madrid zwei Treffer mit dem Kopf. Gegen den FC Schalke 04 machte der Star des FC Bayern München den seltenen Doppelpack erneut perfekt.

Wie schon am 3. Spieltag gegen Bayer Leverkusen traf James auch in Gelsenkirchen mit seinem Haupt und brachte die Münchner damit früh in die Erfolgsspur.

James glänzt auf neuer Position

Dass sich James inzwischen überhaupt in der Elf des Rekordmeisters festgespielt hat, hat er seiner exzellenten Anpassungsfähigkeit zu verdanken. Der 27-Jährige ist gemeinhin auf der klassischen Spielmacher-Position zu Hause.

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Doch den echten Zehner gibt es im System von Niko Kovac nicht. Stattdessen agiert James entweder auf der Acht oder kommt über die Außenbahnen. Seiner Leistung hat das nicht geschadet. Im Gegenteil.

"Ihn muss ich loben. Was er in den letzten drei Spielen gezeigt hat, war super", schwärmte Bayern-Coach Kovac von James: "Man kann ihn in jeder Lage anspielen, er findet immer Lösungen. Er hat ein Gespür für den freien Raum."

Kovac kitzelt noch mehr heraus

Die Zahlen untermauern den Eindruck. In der vergangenen Saison war James in 39 Pflichtspielen für die Bayern alle 121 Minuten an einem Tor beteiligt. In fünf Einsätzen in dieser Spielzeit legt er alle 58 Minuten einen Treffer vor oder netzt gleich selbst ein.

Auffällig ist zudem, dass der Linksfuß auch an seinen defensiven Qualitäten feilt. Kovac hatte dort vor geraumer Zeit noch Verbesserungspotenzial angedeutet ("Nach vorne kann er eh alles. Nach hinten – daran arbeitet er täglich im Training").

Was der Kroate auf Schalke sah, gefiel ihm schon wesentlich besser. "Er stellt sich in den Dienst der Mannschaft. Offensiv kann er alles, defensiv macht er Fortschritte. Wenn alle das verinnerlichen, dann ist es wirklich schwer gegen uns zu spielen", hob Kovac James hervor.

Zu Saisonbeginn hatten sich einige Beobachter noch Sorgen gemacht, ob für den Edeltechniker überhaupt Platz ist im qualitativ und quantitativ hervorragend besetzten Mittelfeld der Münchner. Diese Kritiker hat er nun eines Besseren belehrt.

Wiesn-Zeit liegt James

James spielt. Und ist mehr denn je unverzichtbar. Durch seine Absage der letzten Länderspielreise mit Kolumbien hat er ein klares Signal gesendet: James gibt alles für den FC Bayern.

Und nun scheint – passend zur Wiesn, während der die Bayern seit acht Jahren ungeschlagen sind (21 Siege, sechs Unentschieden) - seine beste Phase bevorzustehen. Schon 2017/18 startete er Ende September so richtig durch. Damals ebenfalls auf Schalke, allerdings nicht per Kopf, sondern mit einem erfolgreichen Linksschuss. 

Doch womöglich arbeitet James gegen Augsburg (Bundesliga: FC Bayern – FC Augsburg am Dienstag um 20.30 Uhr im LIVETICKER) weiter an seinem Ruf als Kopfballungeheuer.