München - Schalkes Franco Di Santo legt sich nach seiner Auswechslung gegen den FC Bayern München mit Domenico Tedesco an. Olaf Thon ärgert sich im CHECK24 Doppelpass.

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Schalke-Stürmer Franco Di Santo hat gegen den FC Bayern München die Nerven verloren - S04-Legende Olaf Thon reagiert darauf mit völliger Verständnislosigkeit.

"Was nimmt er sich heraus, einer der nicht geliefert hat?", fragte der Weltmeister von 1990 im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1: "Er muss bestraft, suspendiert werden, was auch immer. Da muss ein Zeichen gesetzt werden."

Di Santo lieferte sich nach seiner Auswechslung bei der 0:2-Pleite ein lautes Wortgefecht mit Trainer Domenico Tedesco - und ließ sich auch von wiederholten Ermahnungen des Coachs nicht beruhigen.

Thon "enttäuscht und sauer"

"Er hört auch nicht auf, als Tedesco auf ihn einredet. Das untergräbt die Autorität des Trainers", fand Thon, der beim Tabellen-Schlusslicht als Abteilungsleiter der Traditionself engagiert ist: "Ich bin enttäuscht und sauer, wenn ich so etwas sehe."

Besonders irritiert ist der 52-Jährige darüber, dass ausgerechnet Di Santo so reagiert, den Tedesco auch während seiner Formkrise immer gestützt hätte.

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Nicht abschließend beurteilen wollte Thon den Vorwurf, dass Di Santo mit einer aus seiner Hand geformten "7" zu signalisieren schien, dass Tedesco besser seinen Teamkollegen Mark Uth ausgewechselt hätte: "Es sah so aus, aber ich weiß es nicht."

Di Santo bestreitet, dass er Uths Auswechslung gefordert hätte und hat sich mittlerweile für seinen Ausfall entschuldigt ("Ich möchte sagen, dass mein heißes Blut und mein Wettbewerbsgeist mich verleitet haben").

"Di Santo ist ein Einzelfall"

Thon hält diese Erklärung zwar für "zu einfach", erkannte aber an: "Er hat sich gut entschuldigt. Ich kann mir vorstellen, dass es intern geregelt wird, ob er ein Essen ausgibt oder gleich fünf."

Milder als Thon beurteilte der frühere Schalker Hamit Altintop im Dopa Di Santos Verhalten: "Der Spieler braucht mehr pädagogische Aufmerksamkeit. Man sieht, er ist ein Junge, der Schwächen hat. An denen muss man arbeiten."

Erinnerungen an Weinzierl

Liegen bei Schalke nach der vierten Niederlage im vierten Liga-Spiel generell die Nerven blank? Thon sieht das nicht so: "Di Santos Verhalten ist ein Einzelfall. Der Rest der Mannschaft steht voll hinter dem Trainer."

Beunruhigt ist er nach dem Fehlstart dennoch: "Tedescos Vorgänger Markus Weinzierl hat ja gesagt, dass sein Fehlstart vor zwei Jahren der Anfang vom Ende für ihn war. Von daher mache ich mir schon Sorgen."