München - Nach seiner guten Leistung gegen Augsburg scheint Renato Sanches angekommen zu sein beim FC Bayern. Er dankt Trainer Kovac. Robben gibt ihm Extra-Tipps.

von Florian Plettenberg , Carsten Arndt

Renato Sanches war abgeschrieben, kaum jemand hat ihm ein sportliches Comeback zugetraut. 

Nach der Gala-Leistung in der Champions League bei Benfica Lissabon und dem überzeugenden Auftritt gegen den FC Augsburg in der Bundesliga ist der Portugiese plötzlich wieder mittendrin beim FC Bayern.

Beim 1:1 am Dienstagabend war er mehrmals durchs Mittelfeld marschiert. Den Ball am Fuß. Von niemandem zu stoppen. Seine Gegenspieler prallten an ihm ab. Wie in alten Zeiten.

Sanches auffälligster Bayern-Spieler

Sanches war am Ende der Spieler mit den meisten Torschüssen auf dem Platz. Und hätte er, wie Präsident Uli Hoeneß es ausdrückte, "seinen Fuß richtig eingestellt" gehabt - er wäre der Matchwinner geworden. Ziemlich sicher.

Nicht umsonst hatte ihn Trainer Niko Kovac bereits nach dem Sieg in Lissabon mit Lothar Matthäus verglichen.

In einem Atemzug mit einer Bayern-Legende genannt zu werden, das hat Sanches mächtig geschmeichelt.

Sanches: "Der Matthäus-Vergleich ehrt mich"

"Für mich ist es natürlich eine unfassbare Ehre, dass ich mit einem der größten deutschen Spieler verglichen werde. Ich bin dem Trainer dafür sehr dankbar", sagte Sanches nach der Partie gegen Augsburg auf SPORT1-Nachfrage.

Wenngleich er auch betonte: "Ich bin auch mein eigener Spieler und habe meine eigenen Charakteristiken, mit denen ich im Spiel auffallen will."

Nun ist es so, dass ein Fußballer am ehesten durch Tore auffällt - was dem 21-Jährigen gegen den FCA nicht gelang. "Er hat sich seine Chancen ja fast alle selbst erarbeitet mit seinem unwiderstehlichen Antritt. Aber man muss auch sagen, dass am Ende des Tages einer rein muss", meinte Mats Hummels.

Auch der 21-Jährige selbst sieht diesbezüglich noch Verbesserungsbedarf bei sich. 

"Ich habe natürlich ein paar Chancen liegen lassen. Hoffentlich kann ich es beim nächsten Mal anders machen. Denn das Wichtigste ist, dass man gewinnt", sagte er selbstkritisch.

Robben mit Ratschlag an Sanches

Routinier Arjen Robben hatte seinen Kollegen noch während des Spiels gegen Augsburg zur Seite genommen und versucht, auf ihn einzuwirken. Die Message des Routiniers: Tempo ja, vor dem Abschluss aber durchatmen.

"Renato hat so eine Power, macht es super. Dieses Tempo und diese Wut nimmt er dann aber mit in den Schuss. Vielleicht einen Tick runterkommen und dann einfach platzieren", erklärte Robben später.

Sanches gibt sich alle Mühe, die Hinweise und Hilfestellungen anzunehmen. Seit seiner Vorjahres-Leihe zu Swansea City spricht er passabel Englisch, nebenbei lernt er gerade Deutsch. Vor allem aber lernt er zunehmend, auf was es bei den Bayern ankommt.

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Sanches: "Ich fühle mich angekommen"

"Ich fühle mich angekommen. Ich bin noch ein junger Spieler und brauche noch Rhythmus. Wenn ich aber weiter so hart arbeite, dann glaube ich, dass ich meine Spiele auch bekommen werde", sagt er über sich.

Sein Dank gilt in diesen Tagen vor allem dem Verein: "Es sind auch die Mitspieler, die mir das Vertrauen schenken. Es ist der ganze Staff vom Verein. Ich fühle mich jetzt einfach im Vertrauen der Leute bestätigt. Das ist ein großes Zusammenspiel von allen Leuten. Es passt derzeit."