Roland Sallai erzielte mit seinem ersten Ballkontakt sein erstes Bundesligator
Roland Sallai erzielte mit seinem ersten Ballkontakt sein erstes Bundesligator © Getty Images

Wolfsburg - Der SC Freiburg fügt dem VfL Wolfsburg die erste Saisonniederlage zu. Mann des Spiels ist Neuzugang Roland Sallai - der bei seinem Debüt "alles abräumt".

von Maximilian Lotz , Sportinformationsdienst

Was so mancher Neuzugang in einer kompletten Saison nicht erlebt, hat Roland Sallai in seinen ersten 41 Bundesliga-Minuten im Trikot des SC Freiburg mitgenommen.

"Er hat sehr kompakt einmal alles abgeräumt", sagte SC-Sportvorstand Jochen Saier nach dem 3:1 (2:0)-Sieg beim VfL Wolfsburg bei Sky über den Mann des Spiels. "Er hat es sehr gut gemacht, ein Tor gemacht und einen Elfmeter herausgeholt - besser geht es nicht." (LIVETICKER zum Nachlesen)

Historisch turbulentes Sallai-Debüt

Das war aber noch nicht alles: Zudem sah Sallai noch die Gelbe Karte, musste dann aber nach einem Zusammenprall mit Schwindelgefühlen ausgewechselt werden. Solch eine ereignisreiche erste Halbzeit mit Tor, herausgeholtem Elfmeter, Gelb und vorzeitiger Auswechslung erlebte in der Bundesliga seit Beginn der detaillierten Datenerfassung 2004/05 noch kein Spieler. (SERVICE: Tabelle der Bundesliga)

Und während seine Kollegen mit den mitgereisten Fans den ersten Saisonsieg und zugleich ersten Auswärtssieg im Kalenderjahr 2018 bejubelten, versuchte Sallai in der Kabine wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

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"Es geht Roland aber schon wieder besser. Falls es keine Schädelprellung ist, reicht es vielleicht für die Partie am Dienstag gegen Schalke", gab Trainer Christian Streich vorsichtig Entwarnung. Ein Ausfall wäre nach diesem Traum-Einstand besonders schmerzhaft. "Er bringt Beweglichkeit, Leichtigkeit und Tempo in unser Spiel, das brauchen wir", ergänzte Streich.

Sallai trifft mit dem ersten Ballkontakt

Um sein Können zu zeigen, benötigte Sallai keine Anlaufzeit. Völlig freistehend köpfte der ungarische Nationalspieler, der für 4,5 Millionen Euro von APOEL Nikosia gekommen war, in der siebten Minute zur Führung für die Breisgauer ein. Es war sein erster Ballkontakt – und zugleich der Auftakt der turbulenten Sallai-Show.

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In der 21. Minute legte Wolfsburgs Renato Steffen Sallai im Sechzehner. Den fälligen Elfmeter von Nils Petersen parierte Koen Casteels zunächst, doch der Freiburger Torjäger köpfte im Nachsetzen zum 2:0 ein.

Zusammenprall beendet Sallais Auftritt

Noch vor der Pause war das Traum-Debüt von Sallai allerdings jäh beendet. Nach einem Zusammenprall mit Ignacio Camacho musste Sallai in der 41. Minute leicht benommen ausgewechselt werden.

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"Er hat einen Schlag gegen den Kopf bekommen, hatte ein bisschen Schwindel und hat nicht richtig gesehen", sagte Saier, der Camacho bei der Aktion keine Absicht unterstellte: "Er trifft ihn blöd. Er konnte dann nicht weitermachen, weil sein Sichtfeld eingeschränkt war. Das muss man ernst nehmen."

Für den dritten Freiburger Treffer sorgte Kapitän Mike Frantz fünf Minuten nach Wiederbeginn. Admir Mehmedi (61.) gelang mit einem abgefälschten Flachschuss das Wolfsburger Ehrentor. 

"Möglichst schnell abhaken und die Dinge aus dem Spiel ziehen, die gut waren", empfahl Bruno Labbadia seinen Profis. Dem VfL-Coach war nicht entgangen, "dass das Zwingende gefehlt hat".