Alessandro Schöpf (r.) erzielte für Schalke den Siegtreffer
Alessandro Schöpf (r.) erzielte für Schalke den Siegtreffer © Imago

Gelsenkirchen - Der FC Schalke 04 feiert gegen Mainz den ersehnten ersten Saisonsieg. Alessandro Schöpf sorgt bereits früh für das goldene Tor und erlöst Trainer Tedesco.

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Mit dem ersten Sieg im sechsten Anlauf hat Vizemeister FC Schalke 04 nach seinem historischen Fehlstart einen ersten Schritt aus der Krise gemacht. Die Königsblauen bezwangen den 1. FSV Mainz 05 mit 1:0 (1:0) und gaben die Rote Laterne des Tabellenletzten in der Bundesliga vorerst an Hannover 96 ab.

Alessandro Schöpf sicherte dem Team von Trainer Domenico Tedesco mit seinem Kopfballtor in der elften Minute den ersten Dreier (Alle Ergebnisse im Überblick).

"Wir freuen uns sehr über die ersten drei Punkte, da fallen schon einige Steine vom Herzen. Wir sagen immer wieder, dass wir die Anfangsphase druckvoll beginnen wollen. Wir wollten ein Feuerwerk daraus machen", so Tedesco bei Sky über den starken Beginn: "Das hat die Mannschaft sehr sehr gut gemacht." In den Schlussminuten musste Schalke aber nochmal zittern.

"Wir hatten am Ende eine Leidensphase mit vielen Fouls und vielen Eckstößen gegen uns", so Tedesco: "Da hatten wir es ein bisschen mit der Angst zu tun. Umso wichtiger ist es, dass wir gewonnen haben."

Schalke bleibt Negativrekord erspart

Damit blieb den Gelsenkirchenern nach dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte ein Bundesliga-Negativrekord erspart. Fortuna Düsseldorf ist weiter die einzige Mannschaft, die mit sechs Niederlagen eine Spielzeit begann (1991/92). Mainz verpasste mit der fünften Pleite in Folge auf Schalke den Sprung ins erste Tabellendrittel. 

"Das bewirkt, dass die Jungs ein Erfolgserlebnis haben und sich ein paar Stunden freuen können", ergänzte Tedesco: "Von daher bin ich sehr glücklich für die Mannschaft und die Fans."

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Abwehrchef Naldo saß bei Königsblau erneut auf der Bank. Wie beim 0:1 am vergangenen Dienstag beim SC Freiburg setzte Tedesco auf eine Viererkette. Der Coach kündigte allerdings an, dass der 36-Jährige am Mittwoch (Champions League: Lok Moskau - Schalke 04 ab 18.55 Uhr im LIVETICKER) in der Champions League beim russischen Meister Lokomotive Moskau wieder spielen soll.

Auch der Königstransfer Sebastian Rudy, für 16 Millionen Euro von Bayern München verpflichtet, kam wieder nicht zum Einsatz. Im Angriff bekam Guido Burgstaller, in der Vorsaison mit elf Treffern erfolgreichster Schalker Torjäger, eine neue Chance (FC Schalke 04 - 1. FSV Mainz 05 im LIVETICKER zum Nachlesen).

Bell patzt mehrfach

Die Gelsenkirchener, in den ersten Minuten sichtlich verunsichert nach dem kapitalen Fehlstart, bekamen ihr erstes Führungstor in dieser Saison auf dem Silbertablett serviert: Nach einer eigentlich harmlosen Flanke von Jewgeni Konopljanka sprang der Mainzer Kapitän Stefan Bell unter dem Ball durch, Schöpf konnte völlig unbedrängt einköpfen.

"Das Tor war unglücklich. Ich war ein Tick zu weit vorne", sagte Bell bei Sky: "Ich habe mich dann auch gefangen. Dann müssen wir einfach ein Tor schießen."

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Das erst dritte Saisontor beruhigte die Nerven, der Ball lief sicherer von Spieler zu Spieler, auch das Umschalten in die Offensive funktionierte besser. Die Mainzer Abwehr wurde zusehends konfuser, der völlig indisponierte Bell fabrizierte nach einer Hereingabe von Amine Harit beinahe ein Eigentor (23.).

Konopljanka trifft zweimal die Latte

Die Gäste verloren die Mehrzahl der Zweikämpfe und kamen kaum in die Nähe des Schalker Strafraums. Ein Fernschuss von Quaison (29.) und ein Kopfball von Ridle Baku (42.) waren die einzig nennenswerten Torannäherungen vor der Pause.

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Nach Wiederanpfiff verhinderte Torhüter Ralf Fährmann mit einer Glanzparade nach einem Schuss von Jean-Philippe Gbamin den Ausgleich (47.). Auf der Gegenseite hatte Geburtstagskind Konopljanka (wurde 29) zweimal Pech: Erst traf der Ukrainer mit einem Freistoß die Latte (59.), dann mit einer Direktabnahme (72.). Schalke verlor aber immer mehr die Aggressivität und Zielstrebigkeit der ersten Hälfte, Mainz drängte auf den Ausgleich.

"Die letzten zehn Minuten wünsche ich niemandem", sagte ein erleichteter S04-Sportvorstand Christian Heidel bei Sky: "Da kommt die Angst hervor. Da bin ich dicht in der Birne und sehe jeden Ball reinfallen. Am Ende war es schon ein Zittersieg."