Mario Gomez erzielte im Derby gegen Freiburg zwei Tore
Mario Gomez (l.) erzielte im Derby gegen Freiburg zwei Tore © Imago

Freiburg - Nach dem Remis im Duell der beiden Fehlstarter sind weder Freiburg noch Stuttgart glücklich. Gäste-Doppelpacker Mario Gomez warnt vor einer "gefährlichen Situation".

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Kein Sieger beim turbulenten Derby im "Ländle": Der SC Freiburg hat sich nach einem Wechselbad der Gefühle den ersten Zähler der Saison gesichert und dem zuvor ebenfalls punktlosen VfB Stuttgart ein 3:3 (1:1) abgerungen. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Nach einem Doppelpack von Mario Gomez zu Beginn des zweiten Durchgangs sah es so aus, als würden die Gäste drei Punkte entführen können, ehe der eingewechselte Luca Waldschmidt (81.) den Schlusspunkt setzte. 

"Wir haben einen Punkt nach drei Spielen, das ist bis zu vier Punkte zu wenig", sagte Gomez bei Sky. "Heute müssen wir gewinnen und dann wären wir im Soll gewesen."

Nach der bärenstarken letzten Rückrunde und klugen Neuverpflichtungen im Sommer trauten viele Experten dem VfB eine gute Rolle in dieser Spielzeit zu, ehe das Pokal-Aus in Runde eins bei Drittligist Hansa Rostock und zwei Bundesliga-Auftaktpleiten folgten.

Gomez: "Gefährliche Situation"

"Das ist eine extrem gefährliche Situation", fügte Gomez hinzu. "Das was war, müssen wir hinter uns lassen. Wir haben heute eine Art Neustart begonnen. Wir haben den Start verpatzt und sind jetzt neu gestartet." (SERVICE: Die Tabelle der Bundesliga)

Immerhin mit einem Teilerfolg, aber: "Wir wollen weiter nach oben, wir haben die Qualität dafür. Wir im Team und die Spieler, die schon länger dabei sind, versuchen schon, klar zu kommunizieren, dass das jetzt kein Beinbruch war und dass an den ersten drei Spieltagen keine Saison entschieden wird. Wir glauben an uns."

Frühe Führung durch Gondorf

Im baden-württembergischen Duell am dritten Bundesliga-Spieltag hatte Jerome Gondorf die Badener nach 51 Sekunden in Führung gebracht, Emiliano Insua (44.) mit dem ersten Stuttgarter Treffer der noch jungen Saison ausgeglichen.

Dann sorgte Gomez (48.) in seinem 300. Bundesliga-Spiel für die VfB-Führung und schlug nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Gondorfs Freistoß (52.) erneut zu (56.). Nach dem Treffer von Waldschmidt sah der Freiburger Pascal Stenzel nach wiederholtem Foulspiel zudem die Gelb-Rote Karte (83.). 

"Ich würde die Tore gerne für drei Punkte eintauschen", sagte Gomez: "Wir haben zwei Punkte verloren. Wir waren drauf und dran, das vierte Tor zu schießen. Natürlich ärgert man sich deshalb über das Resultat."

Streich kehrt auf Trainerbank zurück

"Wenn du zweimal einen Rückstand aufholst, bist du am Ende zufrieden", erklärte Freiburgs Trainer Christian Streich, der nach seinem Bandscheibenvorfall erstmals in dieser Spielzeit an der Seitenlinie stand: "Aber wir kriegen die Gegentore zu einfach, das ist extrem ärgerlich."

Streich hatte bei seinem Saisondebüt schon fast wieder wie immer gewirkt. Der 53-Jährige dirigierte, korrigierte und motivierte seine Mannschaft, als hätte es die Schmerzen, die er selbst mit "wie, wenn der Zahnarzt immer wieder am offenen Zahn bohrt", beschrieben hatte, nie gegeben.

Und der Effekt, den die Rückkehr ihres Antreibers auf die Badener hatte, war gegen den "Ländle"-Rivalen sofort spürbar. (SERVICE: Ergebnisse des 3. Spieltags)

Denn quasi mit der ersten Aktion gingen die Gastgeber im mit 24.000 Zuschauern ausverkauften Schwarzwald-Stadion in Führung. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld hatte Florian Niederlechner auf Rechtsaußen Mike Frantz bedient, dessen mustergültige Flanke Gondorf nur noch einzuköpfen brauchte.

Auch in der Folge blieb der SCF am Drücker und kam dank aggressiven Pressings immer wieder zu gefährlichen Aktionen. 

Nils Petersen (7.) per Direktabnahme, Janik Haberer (28.) und schließlich erneut Petersen (36.), der einen Lupfer freistehend zu tief ansetzte und so an VfB-Torwart Ron-Robert Zieler scheiterte, vergaben allerdings gute Möglichkeiten.

Traumtor von Insua

Die Quittung gab es kurz vor der Pause. Im Anschluss an eine Ecke und eine missglückte Rettungsaktion von Kapitän Frantz drosch Insua den Ball aus der zweiten Reihe ins Tor.  

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Zu Beginn der zweiten Hälfte überschlugen sich die Ereignisse. Erst traf Gomez im Nachsetzen aus kurzer Distanz, dann schlenzte Gondorf einen Freistoß aus rund 20 Metern sehenswert ins lange Eck.

Doch die Freiburger Freude über den Ausgleich währte nicht lange. Dann traf Gomez auf der Gegenseite mit einem platzierten Kopfball zur erneuten Führung für den VfB. 

Freiburg stemmte sich gegen die Niederlage und hatte unter anderem durch einen Lattentreffer von Frantz (70.) ebenfalls gute Chancen. Joker Waldschmidt belohnte die Bemühungen mit dem erneuten Ausgleich.