Bundesliga-Shootingstars aus der Premier League: Javairo Dilrosun, Reiss Nelson und Dodi Lukebakio (v.l.)
Bundesliga-Shootingstars: Javairo Dilrosun, Reiss Nelson und Dodi Lukebakio (v.l.) © SPORT1-Grafik: Getty Images/Imago

München - Ein Ausnahmespieler, ein Wahnsinniger und ein Alleskönner bereichern die Bundesliga. Gemeinsam haben alle drei Shootingstars ihre Premier-League-Vergangenheit.

von SPORT1

Volle Stadien, leidenschaftliche Fans und intensiver Fußball - es ist der Traum von vielen Akteuren, einmal in ihrem Leben in der englischen Premier League aufzulaufen.

Zahlreiche Spieler wechseln bereits im Teenageralter auf die Insel, um diesen Traum zu verwirklichen. Doch häufig werden sie von der Realität eingeholt und versauern auf der Bank oder gar der Tribüne, andere verpassen den Sprung in die Profimannschaft.

Gleiches gilt für die Unzahl an englischen Talenten, die ihre Qualität in diversen U-Mannschaften und sogar auf internationaler Bühne bereits nachgewiesen haben, aber in ihren Vereinen nicht zum Zug kommen, da internationale Stars gefragter sind.

Pech für die Spieler, aber Glück für die Bundesliga, wie am vergangenen Wochenende in mehreren Stadien zu bestaunen war. Javairo Dilrosun, Dodi Lukebakio und Reiss Nelson sind drei Beispiele für hochveranlagte Spieler, die in England keine Chance bekamen, aber jetzt die Bundesliga aufmischen.

Javairo Dilrosun (Hertha BSC)

Der Niederländer, der ablösefrei von Manchester City kam und einen Vierjahresvertrag bei den Berlinern unterschrieb, überzeugte bereits am 2. Spieltag, als er beim 2:0-Sieg beim FC Schalke 04 früh eingewechselt wurde und kurz darauf die Führung vorbereitete.

Zwei Wochen später stand der 20-Jährige nun erstmals in der Startelf und war beim 2:2-Remis beim VfL Wolfsburg auf der linken Außenbahn kaum zu bremsen. Und traf nach einem sehenswerten 40-Meter-Solo und einem perfekten Abschluss zur 1:0-Führung der Berliner.

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Sein Trainer Pal Dardai geriet am Sonntag beim CHECK24 Doppelpass regelrecht ins Schwärmen, als er Dilrosuns Geniestreich kommentierte: "Im Training siehst du diese Bewegung immer wieder. Dieser Rhythmuswechsel, tack, tack, tack und außen eine halbe Drehung in die lange Ecke. Perfekt!"

Dilrosun sei "ein Ausnahmespieler bei uns, so einen haben wir nicht in der Akademie", fügte Dardai hinzu. Der hochgelobte niederländische U21-Nationalspieler gab sich nach dem Wolfsburg-Spiel ganz bescheiden. "Ich bin sehr glücklich, dass ich starten durfte und direkt getroffen habe", sagte er. "Hoffentlich geht es so weiter."

Dodi Lukebakio (Fortuna Düsseldorf)

Der Belgier, der beim FC Watford unter Vertrag steht und für eine Spielzeit an Aufsteiger Düsseldorf ausgeliehen ist, hatte schon in der ersten Pokalrunde gegen Koblenz doppelt getroffen und sein Bundesligadebüt hinter sich, als er am Wochenende beim 2:1-Sieg gegen die TSG Hoffenheim eingewechselt wurde und per Foulelfmeter völlig unbeeindruckt den späten Siegtreffer erzielte.

Die eigentlichen Elfmeterschützen waren bereits ausgewechselt, deshalb schnappte sich der 20-Jähriger den Ball und verwandelte eiskalt. "Für diese Momente spiele ich Fußball", meinte der Matchwinner, der ein Sonderlob von seinem Trainer Friedhelm Funkel erhielt: "Er hat schon in jungen Jahren ein großes Selbstbewusstsein." 

Düsseldorfs Torhüter Michael Rensing war alles andere als verwundert, dass der Flügelstürmer, der zuvor bereits Pech bei einem Lattentreffer hatte, zum Elfmeter antrat: "Im Training verwandelt er meistens auch ziemlich sicher, er mag es, die Torhüter zu verladen", sagte Rensing. "Das ist schon ein Wahnsinniger, der macht sich um Nichts einen Kopf." 

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Reiss Nelson (TSG Hoffenheim)

Einer der Leidtragenden von Lukebakios Siegtreffer war Hoffenheims Reiss Nelson, der für eine Saison von Arsenal ausgeliehen wurde. Der 18-jährige Engländer wurde bei seiner Bundesliga-Premiere in Düsseldorf nach 72 Minuten eingewechselt und erzielte wenig später nach einem herrlichen Antritt den Ausgleich.

"Wir haben von Anfang an sehr gut gespielt. Wir hatten viele Chancen und wir haben sie von Anfang bis Ende erarbeitet. Ich glaube, unser Fokus war im letzten Moment nicht da", ärgerte sich der Rechtsaußen bei bundesliga.com.

Rund 20 Minuten lang durfte sich Nelson erst auf der Bundesliga-Bühne präsentieren - 20 Minuten, die Appetit auf mehr machen. "Ich muss einfach nur spielen, um es dann ins erste Team zu schaffen und zu zeigen, was ich kann - Tore schießen, Tore vorlegen und ein großartiger Spieler für das Team sein", sagte Nelson.

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann ist jedenfalls schon jetzt ein großer Fan von Nelson: "Er kann eigentlich alles am Ball. Natürlich hat er noch nicht die Erfahrung. Aber ich liebe es, Spieler zu entwickeln. Wir werden ihm die Zeit geben."