Vedad Ibisevic und Ondrej Duda lassen es derzeit für die Hertha krachen
Vedad Ibisevic (r.) erzielte zwei Tore für Hertha BSC gegen Mönchengladbach © Getty Images

Hertha BSC schlägt in einem begeisternden Bundesligaspiel Borussia Mönchengladbach. Vedad Ibisevic schnürt einen Doppelpack für den Bayern-Jäger Nummer eins.

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Arm in Arm tanzten die Hertha-Profis vor ihren Fans in der Ostkurve, wo ihnen seit gefühlten Ewigkeiten mal wieder der Jubelgesang "Spitzenreiter, Spitzenreiter" entgegenschlug.

Doch so ganz wohl fühlten sich Vedad Ibisevic und Co. nach dem 4:2 (2:1)-Spektakel gegen Borussia Mönchengladbach in der Rolle des Tabellenführers nicht. (SERVICE: Tabelle der Bundesliga)

Nicht nur, weil die Berliner ahnten, dass Meister FC Bayern München drei Stunden später mit einem 2:0 (1:0)-Sieg bei Schalke 04 Tabellenplatz eins zurückerobern sollte. Sondern vor allem, weil Hertha trotz des klubeigenen Startrekords bescheiden bleiben will. Trainer Pal Dardai nahm das Wort "Spitzenreiter" fast verächtlich in den Mund, und dann mahnte er: "Wir dürfen uns nicht anlügen."

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Ibesevic bremst Euphorie

Auf Augenhöhe mit den Bayern, die am kommenden Freitag zum Topspiel ins volle Olympiastadion kommen? Nicht doch, meinte auch Doppeltorschütze Ibisevic (31. und 63.). "Die Fans dürfen solche Sachen gerne raushauen. Wir müssen aber auf dem Boden bleiben", sagte der Kapitän.

Mit zehn Punkten aus vier Spielen ist die "Alte Dame" so gut wie noch nie aus den Startlöchern gekommen - und das nicht nur mit Betonfußball. Gegen die hochgehandelten Gladbacher gefielen die Berliner mit sehr ansehnlichen Kombinationen.

"So ein schönes Offensivspiel habe ich auch schon lange nicht gesehen", sagte Dardai: "Danach bin ich zum Manager und habe gesagt: Das war heute Spaß." (LIVETICKER zum Nachlesen)

Gute Mischung bei der Hertha

Manager Michael Preetz und Dardai haben ganz offensichtlich den Kader in der Sommerpause trotz schmalen Etats optimal zusammengestellt. "Die Mischung passt", sagt Dardai. 

Haudegen wie Ibisevic und Salomon Kalou, der das 3:1 für seinen Sturmpartner mustergültig vorbereitete, ergänzen sich prima mit den "jungen Wilden" um Torschütze Valentino Lazaro (34.) und Mittelfeld-Antreiber Arne Maier. 

Und Spielmacher Ondrej Duda, Königstransfer der Saison 2016/17, zündet mit Verspätung. Das Tor zum 4:2-Endstand war bereits der vierte Saisontreffer für den Slowaken.

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Liegen sich also alle glückselig in den Armen beim Hauptstadtklub? Nicht ganz. Zum einen trübte die Schienbein-Verletzung von Liverpool-Leihe Marko Grujic die Stimmung. Zum anderen rumort es nach wie vor in der aktiven Fanszene wegen der Digitalisierungs- und Marketing-Offensive, die Geschäftsführer Paul Keuter federführend vorantreibt. (Alle Spiele im Überblick)

Zoff bei Gladbach um Keuter

Gegen Gladbach forderten Teile der Fans erneut den Rücktritt des ehemaligen Twitter-Sportchefs für Deutschland. Auf einem Plakat wurde der neueste Hertha-Werbeslogan ("In Berlin kannst Du alles sein. Auch Herthaner") umgewandelt in: "In Berlin kannst Du alles sein. Auch arbeitslos - Keuter raus!".

Der vielgescholtene Keuter lässt sich aber nicht von dem Weg abbringen, den er und seine Kollegen in der Geschäftsführung eingeschlagen haben. Hertha wolle "irgendwann die ganze Vielfalt Berlins im Stadion haben", erklärte Keuter bei Sky die Strategie. 

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Spielt Hertha wie gegen Gladbach, dürften wieder mehr Fans ins Olympiastadion kommen. Im nächsten Heimspiel gegen Bayern ist die Riesenschüssel ohnehin voll. Es wird ein Spitzenspiel, egal ob Hertha zuvor am Dienstag in Bremen punktet. Wer hätte das gedacht.