München - Der FC Augsburg holt in der Münchner Allianz-Arena einen Punkt - dank Rückkehrer Felix Götze. Der 20-Jährige verrät, wen er zuerst anruft.

von Markus Bosch , Florian Plettenberg , Stefan Kumberger , Sportinformationsdienst

In der 87. Minute des Spiels gegen den FC Augsburg dürfte einigen Bayern-Fans in der Allianz-Arena am Dienstagabend das Wort "ausgerechnet" durch den Kopf gegangen sein.

Felix Götze, bis zum Sommer in Diensten des FC Bayern, traf für den FCA zum 1:1-Ausgleich im bayerischen Derby. Bayern-Kapitän Manuel Neuer ließ einen harmlosen Ball fallen - und Götze schob ein.

Götze: "Habe Bayern viel zu verdanken"

"Ich wollte nicht zu viel jubeln. Ich habe dem FC Bayern viel zu verdanken", sagte der 20-Jährige bei SPORT1 nach seinem Tor-Debüt in der Bundesliga. Vor allem seinem älteren Bruder Mario ist er dankbar: "Der erste Anruf geht an ihn. Ich wäre nicht hier ohne ihn - ohne seine Tipps. Das Tor ist für ihn."

Insgesamt vier Jahre lief der jüngere Bruder des Weltmeisters von 2014 für den Rekordmeister auf, blieb dabei aber ohne Pflichtspiel-Einsatz für die Profis. Im Sommer wechselte er ablösefrei nach Augsburg, um den nächsten Schritt als Fußball-Profi zu machen und erreichte nun an alter Wirkungsstätte den vorläufigen Höhepunkt.

Der 20-Jährige berichtete von Glückwünschen der ehemaligen Teamkollegen: "Alle haben sich für mich gefreut. Sie haben es mir gegönnt. Das spricht auch für den FC Bayern."

"Er ist knallrot angelaufen"

Auch Augsburgs Trainer Manuel Baum ist der besondere Moment seines Schützlings nicht entgangen: "Er ist nach dem Spiel knallrot angelaufen. Eine super Geschichte für ihn." 

Damit vermasselte Götze Bayern-Trainer Niko Kovac auch den achten Pflichtspielsieg in Folge und damit die Einstellung des Startrekords. Unter Carlo Ancelotti hatten die Münchner die ersten acht Spiele der Saison gewonnen. (Die Tabelle der Bundesliga)  

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"Er (Manuel Neuer, Anm. d. Red.) hätte mich ruhig umwichsen können", schilderte Niklas Süle, der im Strafraum vor Neuer unterwegs war, Götzes großen Moment aus seiner Sicht. Die Wiesn-Stimmung der Münchner dürfte nach dem Punktverlust erst einmal gedämpft sein.

Arjen Robben hatte die Bayern gegen die zähen Schwaben mit dem starken neuen Torhüter Andreas Luthe noch in Führung gebracht (48.). (LIVETICKER zum Nachlesen)

Außenseiter Augsburg suchte sein Heil mit frühem Stören, spielte aggressiv - und mit einem anderen Torwart. Luthe ersetzte Fabian Giefer, der in den vergangenen beiden Spielen folgenschwer gepatzt hatte. (Alle Ergebnisse im Überblick)

Kovac bringt Wagner von Beginn an

Den auf fünf Positionen veränderten Münchnern fehlten lange Tempo und Feinabstimmung. Kovac hatte bei seinem Umbau auf zwei Positionen überrascht: Leon Goretzka spielte in seinem 120. Bundesliga-Einsatz erstmals Linksverteidiger, musste nach 45 Minuten aber angeschlagen raus. Sein Einsatz am Freitag im Spiel bei Hertha BSC ist fraglich.

Im Angriff gab Sandro Wagner sein Startelfdebüt in dieser Saison.

Die Bayern zogen erst kurz vor der Pause an und erspielten sich Möglichkeiten fast im Minutentakt. Wagner (42.) und Serge Gnabry (44.) scheiterten am gut reagierenden Luthe. Beim Münchner Führungstreffer, den Gnabry gekonnt vorbereitete, war Luthe machtlos.

Neuer patzt beim Ausgleich

Wer geglaubt hatte, der Rekordmeister würde mit dem 1:0 im Rücken leichtes Spiel haben, sah sich getäuscht: Augsburg kämpfte, angetrieben vom äußerst engagierten Baum an der Seitenlinie, weiter tapfer um einen Punkt. Nach vorne fand der FCA aber zunächst kaum Mittel, um die Bayern in Verlegenheit zu bringen.

Doch dann traf Götze.