Prompte Retourkutsche: Das BVB-Fanbündnis "Südtribüne Dortmund" reagiert harsch auf den von Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp gestellten Strafantrag gegen 32 Dortmund-Fans.

von SPORT1

Einen Tag vor dem Bundesliga-Spiel zwischen der TSG Hoffenheim und Borussia Dortmund geht der Zoff zwischen TSG-Mäzen Dietmar Hopp mit einigen BVB-Fans in die nächste Runde.

Nachdem erst jetzt bekannt geworden war, dass Hopp Strafantrag gegen 32 BVB-Fans gestellt hat, die ihn beim letzten Duell im Mai in Sinsheim mit unüberhörbaren Schmährufen beschimpft haben sollen, schlägt jetzt das BVB-Fanbündnis "Südtribüne Dortmund" zurück.

"Was Hopp mit seinen Anzeigen und Hausverboten erreichen will, wissen wir nicht. In seiner Welt ist es vielleicht möglich, Unruhe und kritische Stimmen mit ein bisschen autoritärem Gehabe und Druck von oben zu ersticken", schreibt das Fanbündnis.

BVB-Fans drohen Hopp

Und weiter: "Wir geben einen Scheiß auf das, was ein alter, reicher Mann in seinem Elfenbeinturm von uns hält. Und sollte Hopp tatsächlich glauben, er könne uns mit seinen Verboten mundtot machen, zeigen wir ihm am Samstag, wie falsch er damit liegt!"

Hopp hatte das Spiel am Ende der letzten Saison in seiner Loge in Sinsheim verfolgt, die Gäste-Fans hatten ihn unter anderem als "Sohn einer Hure" bezeichnet.

"Unsere Meinung über Dietmar Hopps Mutter ist mittlerweile selbst dem letzten Menschen in dieser Republik bekannt und wird von uns auch nicht mehr geändert", erklärt das Fanbündnis weiter."Wobei selbst szenefremden Menschen bewusst sein wird, dass uns seine Frau Mutter herzlich egal ist und es vielmehr darum geht, unsere Ablehnung gegenüber dem Retortenclub TSG Hoffenheim kurz und drastisch kundzutun."

Die Polizei hatte nach der Partie im Mai Ermittlungen eingeleitet. Dank hochauflösender Kameras im Stadion und Zivilbeamten der Polizei im Fanblock konnten die Übeltäter identifiziert werden.

Nagelsmann verurteilt Beleidigungen

"Es wurde immer schlimmer. Irgendwann ist dann auch mal Schluss. Es ist ein klares Zeichen an jene Sorte Fans, die meint, die Kurve sei ein rechtsfreier Raum", erklärte Hopps Anwalt Christoph Schickhardt zu den Vorfällen. Wer sich daneben benehme, müsse damit rechnen, dass er bestraft wird.  

Auch Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann verurteilte die Beleidigungen aufs Schärfste: "Grundsätzlich gehört es sich nicht, jemanden zu beleidigen - ob im Fußball-Stadion oder außerhalb, ist egal. Erst recht nicht einen Menschen, der so viel für die Gesellschaft tut. Das ist ein No-Go, so einen Menschen zu beleidigen."