Bremens Trainer Florian Kohfeldt war nach dem Remis gegen Nürnberg angefressen
Bremens Trainer Florian Kohfeldt war nach dem Remis gegen Nürnberg angefressen © Getty Images

Bremen - Werder Bremen bleibt auch im 14. Heimspiel unter Florian Kohfeldt ohne Niederlage, trotzdem ärgert sich der Rekordtrainer extrem über das 1:1-Remis gegen den 1. FC Nürnberg.

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Rekordtrainer Florian Kohfeldt war überhaupt nicht nach Feiern zumute. Der Coach von Werder Bremen stellte zwar die Bestmarke von Otto Rehhagel ein, doch der Ausgleich in letzter Sekunde beim 1:1 (1:0) gegen den 1. FC Nürnberg verhagelte ihm die Laune. 

"Es hat mich extrem geärgert, so spät noch das Tor zu schlucken", sagte der 35-Jährige, der auch in seinem 14. Heimspiel ohne Niederlage blieb. Damit zog Kohfeldt mit der Trainerlegende Rehhagel gleich, dem dieses Kunststück zu Beginn der 80er Jahre gelungen war.

Als er nach dem Schlusspfiff seine Spieler um sich scharte, blickte der Werder-Coach dennoch nur in enttäuschte Gesichter. Ein paar Meter weiter im Nürnberger Kreis waren die Mienen fröhlicher. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

"Die erfreuliche Erkenntnis ist, dass wir in der Liga mithalten", stellte Club-Trainer Michael Köllner fest. Das späte Tor des eingewechselten Virgil Misidjan (90.+2) hatte dem Aufsteiger noch einen wichtigen Punkt beschert, den Bremern aber den ersten Heimsieg der Saison aus den Händen gerissen. 

Eggestein: "Kontrolle verloren"

"Wir haben in der zweiten Halbzeit komplett die Kontrolle verloren", gab Maximilian Eggestein bei Sky zu, der Werder mit einem spektakulären Tor in Führung gebracht hatte (26.). Der Mittelfeldspieler traf von der Strafraumgrenze in den rechten Torwinkel, Nürnbergs Torhüter Fabian Bredlow war absolut chancenlos. 

"Wir haben es nicht zu Ende gebracht", klagte Bremens Neuzugang Nuri Sahin: "Wir hätten das zweite Tor nachlegen müssen. Am Schluss standen wir zu tief und wurden bestraft." (SERVICE: Ergebnisse des 3. Spieltags)

Vor 40.700 Zuschauern im fast ausverkauften Weserstadion agierte Nürnberg über weite Phasen zu mutlos, in der ersten Halbzeit blieben die Gäste ohne jede Torchance. Bremens Schlussmann Jiri Pavlenka, von einer Gehirnerschütterung wieder genesen, musste kaum ins Geschehen eingreifen.

Dafür hätte die Halbzeitführung der Hanseaten durchaus höher ausfallen können. Schüsse von Kapitän Max Kruse (15.) und Martin Harnik (21.) wurden in letzter Sekunde abgeblockt, nach exakt einer halben Stunde verzog Kruse in zentraler Position knapp.

Sahin zunächst auf der Bank

Noch nicht zur Startformation zählte Sahin. Der Ex-Dortmunder, vor gut zwei Wochen vom BVB an die Weser gewechselt, musste zunächst auf der Bank Platz nehmen. Der Mittelfeldspieler teilte dieses Los mit "Oldie" Claudio Pizarro. (SERVICE: Die Tabelle der Bundesliga)

Nach dem Seitenwechsel wurden die Aktionen der Platzherren fahriger, Nürnberg kam besser in die Partie und in der 59. Minute sogar zum vermeintlichen Ausgleichstreffer. Doch der Jubel der Club-Fans war verfrüht, nach Videobeweis zählte das Tor von Ondrej Petrak wegen einer Abseitsstellung nicht.

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Kohfeldt reagierte auf den Durchhänger seiner Schützlinge und wechselte frisches Personal ein. Sahin ersetzte Philipp Bargfrede (71.), für Harnik kam Milot Rashica (67.) ins Spiel.

Dennoch fand der SV Werder nicht mehr den Spielfaden aus der ersten Halbzeit, Kampf und Krampf ersetzten die Leichtigkeit der ersten 45 Minuten. Nürnberg belohnte sich in der Nachspielzeit mit dem Ausgleich.