München und Hannover - Mario Götze schmort auch im zweiten Bundesliga-Spiel unter dem neuen BVB-Trainer Lucien Favre auf der Bank. Wird die Reservistenrolle zur Gewohnheit?

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Man kann nicht behaupten, Mario Götze hätte sich nicht reingehängt.

Für eine optimale Vorbereitung auf die neue Saison mit Borussia Dortmund verschob der WM-Held von 2014 sogar seine Hochzeitsfeier. Er trainierte gut. Allerdings offenbar nicht gut genug, um Lucien Favre vollends von seinen Fähigkeiten zu überzeugen.

Nachdem er ihn beim Pokal-Duell mit Greuther Fürth (1:2 n.V.) nach einer Stunde ausgewechselt hatte, ließ der neue BVB-Coach den Mittelfeldspieler sowohl beim Liga-Start gegen RB Leipzig (4:1) als auch am zweiten Spieltag gegen Hannover 96 (0:0) 90 Minuten lang auf der Bank schmoren. 

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"Er wird nicht zufrieden sein"

"C'est comme ca", sagte Favre nach dem Spiel in Hannover am Freitagabend genervt, es ist wie es ist. Er habe nun einmal "viele Spieler im Mittelfeld". Da könne nicht immer jeder spielen. 

Auch die Verantwortlichen des BVB waren bemüht, das Thema zu umschiffen. "Natürlich wird Mario nicht zufrieden sein, wie alle, die nicht gespielt haben", erklärte Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspielerabteilung: "Der Kader ist sehr groß, aber die Situation haben wir allen Spielern vorher erklärt." 

Mahmoud Dahoud und die beiden Neuzugänge Axel Witsel und Thomas Delaney sind auf den drei Mittelfeldpositionen im vom Favre bevorzugten 4-3-3 gesetzt, auf den Außenbahnen tummeln sich nach der Verpflichtung des spanischen Mittelstürmers Paco Alcacer Kapitän Marco Reus und die talentierten Christian Pulisic, Jadon Sancho, Maximilian Philipp und Marius Wolf. 

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Kein Platz im Mittelfeld

Für Götze ist momentan kein Platz. Und Favre scheint noch keine Idee zu haben, wie er ihm Platz machen soll. "Heute war er auf der Bank. Wir müssen sehen, was in Zukunft passiert", vertröstete der Schweizer den 26-Jährigen.

Anders als Nuri Sahin, der am letzten Tag der Transferperiode noch bei Werder Bremen unterschrieben hatte, droht Götze eine Spielzeit als Teilzeitarbeiter. 

Götze ist zwar beileibe nicht das einzige Sorgenkind der Dortmunder - mit Shinji Kagawa, Jeremy Toljan, Dan-Axel Zagadou und Sebastian Rode standen einige namhafte Kicker aus "sportlichen Gründen" gar nicht erst im Kader für das Hannover-Spiel. Aber der 26-Jährige bleibt das größte.

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Favre und Löw erwarten mehr

Die Bank ist nicht sein Anspruch. Er will regelmäßig spielen und sich nach seinem WM-Aus auch wieder für die Nationalmannschaft empfehlen. "Das ist eine ganz entscheidende Saison für Mario", hatte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zuletzt schon gemahnt.

Dass Favre in Hannover nur zwei Wechsel vollzog, war ein zusätzliches Signal an Götze: Er muss noch härter arbeiten, noch konstanter werden. Das erwartet auch Joachim Löw von ihm.

"Mario ist bei uns nicht abgeschrieben. Er hat ein gutes Alter und man weiß, dass er gute Qualitäten hat", sagte der Bundestrainer bei seiner Krisen-Pressekonferenz am Mittwoch: "Meine Sicht der Dinge ist: Er soll sich in Dortmund mal wieder richtig zeigen. Wenn er das schafft, dann wird er für uns mit Sicherheit wieder ein Thema."

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