München - Eine Woche genoss Corentin Tolisso seinen WM-Titel. Seitdem schuftete er auch im Urlaub für die Bayern. Für den Stammplatz lernt er sogar von Arturo Vidal.

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Beim Geheimtraining am Montagvormittag trug Corentin Tolisso als einziger Spieler das grüne Leibchen. Für Team "Rot" und "Blau" war der Franzose der Überzahlspieler, der sich immer zu der Mannschaft gesellte, die in Ballbesitz war.

Tolissos Aufgabe: immer anspielbereit sein, blitzschnell umdenken. Attribute, die wie geschaffen sind für die Position, auf der sich der Weltmeister in seinem zweiten Jahr beim FC Bayern durchsetzen will. 

Achter? Tolisso erklärt seine Lieblingsposition

"Ich war letztes Jahr schon Achter, das kann ich auch am besten, das ist meine Vorliebe. Da kann ich angreifen und verteidigen. Ich glaube nicht, dass ich eine andere Position spielen werden in diesem Jahr", sagt Tolisso.  

Auf seiner Lieblingsposition ist die Konkurrenz bei Bayern jedoch groß: Thomas Müller, Thiago, Leon Goretzka, Renato Sanches und James.

Sie alle drängen auf einen Platz in der Kommandozentrale. Dort vergibt Trainer Niko Kovac derzeit zwei Plätze. Der des Abräumers im defensiven Mittelfeld ist vorerst Javi Martinez vorbehalten.

"Wollte immer wie Vidal sein"

Um seinen Status des Ergänzungsspielers zu verändern, dient Tolisso ausgerechnet der zum FC Barcelona abgewanderte Arturo Vidal als Vorbild.

"Er verkörpert den modernen Mittelfeldspieler. So wollte ich auch immer sein und spielen. Er verteidigt gut und schießt viele Tore. Bevor ich Profi wurde, habe ich mir von Arturo schon versucht, etwas abzuschauen. Ich habe immer beobachtet, wie er nach vorne spielt, wie er arbeitet und die Bälle erobert", verrät Tolisso. "In diese Richtung möchte ich mich auch weiterentwickeln."

Arturo Vidal (l., mit Corentin Tolisso) wechselte zum FC Barcelona
Arturo Vidal (l., mit Corentin Tolisso) wechselte zum FC Barcelona © Getty Images

Persönlich verabschieden, konnte er Vidal nicht. Denn als letzter Spieler im Bayern-Kader hat Tolisso nach 33 Tagen (das WM-Finale stieg am 15. Juli) am Montag erstmals am Mannschaftstraining teilgenommen.

Doch trotz der Feierlichkeiten nach dem WM-Titel hat er sich nicht hängen lassen. "Ich hatte nur eine Woche, in der ich nichts zu tun hatte", versichert er. Ansonsten sei er viel gelaufen, allein und mit Freunden. Auch auf die Ernährung habe er besonders geachtet. "Ich war nicht faul. Ich wusste, dass ich nicht außer Form zurückkehren kann, denn Bayern ist professionell", sagt er.

"Brauche noch ein bisschen Zeit"

Tolisso verspricht: "Mit harter Arbeit im Training werde ich jetzt schnell aufholen. Ich möchte so schnell wie möglich wieder bei 100 Prozent sein. Ich brauche aber noch ein bisschen Zeit."

Viele Berührungspunkte hatte Tolisso mit seinem neuen Trainer indes noch nicht. Sein Eindruck von Kovac sei aber sehr gut. 

Kurios: Nach Carlo Ancelotti, Willy Sagnol und Jupp Heynckes ist Niko Kovac bereits der vierte Bayern-Trainer für Tolisso, nachdem er im Vorjahr für rund 43 Millionen Euro aus Lyon zu den Münchnern wechselte.  

Für seine Premieren-Saison kann sich die Bilanz des Rekordeinkaufs der Bayern sehen lassen: 40 Pflichtspiele absolvierte der Mittelfeldspieler, dabei schoss er zehn Tore und gab sieben Assists. 

Der WM-Titel ändert vieles 

Nach dem Gewinn des Weltmeistertitels sagt Tolisso jetzt: "Frankreich ist die beste Mannschaft der Welt und ich bin ein Teil davon. Ich habe einige Spiele absolviert, stand auch im Finale auf dem Platz. Zu Bayern kam ich als junger Spieler, den keiner kannte. Ich wurde Meister mit Bayern, jetzt Weltmeister. Das ändert viele Dinge."

Mit gesteigertem Selbstbewusstsein will Tolisso in dieser Saison die nächsten Ziele erreichen: "Die Meisterschaft, den Pokal und auch die Champions League will ich gewinnen. Das wäre mein absoluter Traum."

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