Miami - Zusammen wurden Benjamin Mendy und Corentin Tolisso in Russland Weltmeister. Seinem Kumpel traut der Franzose in dieser Saison den Durchbruch beim FCB zu.

von Florian Plettenberg

Was eine erfolgreiche WM auslösen kann, bewies Weltmeister Benjamin Mendy eindrucksvoll beim Start der Premier League.

Der französische Linksverteidiger glänzte beim 2:0-Sieg von Manchester City im Topspiel gegen den FC Arsenal mit zwei Assists, will sich nach einem Kreuzbandriss und siebenmonatiger Verletzungspause jetzt unter Pep Guardiola durchsetzen.

Im rund 1500 Kilometer entfernten München kämpft ab dieser Woche auch Mendys Kumpel und Landsmann Corentin Tolisso um einen Stammplatz beim FC Bayern.

"Corentin gibt sein Herz für die Mannschaft"

Dass Tolisso nach seinem Urlaub nun unter Kovac seinen endgültigen Durchbruch schafft, daran hat Mendy keine Zweifel.

"Er ist ein sehr guter Spieler. Er rennt, hat tolle Fähigkeiten und ist physisch stark. Er hat eigentlich alles. Corentin gibt sein Herz für die Mannschaft", schwärmt Mendy im Gespräch mit SPORT1 und AZ über Tolisso. "Wenn du weißt, dass du ihn im Team hast, kannst du alles erreichen!" 

Mendy und Tolisso? Da war doch was! Im Dezember 2016 flog Mendy (damals bei Monaco) nach einem rüden Tritt gegen Tolisso (damals bei Lyon) mit Rot vom Platz und wurde in der Ligue 1 für fünf Spiele gesperrt. Eine Tätlichkeit, die eine Freundschaft der beiden aber nicht verhinderte.

"Ja, wir hatten diese Geschichte in Frankreich. Jetzt ist das aber okay. Wir sind enge Freunde. Als ich ihn kennenlernte, war er ein bisschen ruhig, aber inzwischen haben wir viel Spaß zusammen. Ich genieße die Zeit mit ihm", versichert der 24-Jährige.

SPORT1-Reporter Florian Plettenberg traf Benjamin Mendy in Miami © SPORT1

Um vor allem den sportlichen Lobeshymnen Mendys gerecht zu werden, muss sich Tolisso fortan im dicht besiedelten Bayern-Mittelfeld behaupten. Javi Martinez ist derzeit als alleiniger Sechser gesetzt. Ihn flankieren Thiago und Thomas Müller im zentralen Mittelfeld. James, Leon Goretzka, Renato Sanches und Sebastian Rudy sind auch noch da.

Mendy vom Tolisso-Durchbruch überzeugt

Mendy verfolgt die Entwicklung bei den Bayern, auch die seiner Landsmänner Kingsley Coman und Franck Ribery, mit denen er sich im Testspiel in Miami übrigens nicht messen konnte. Mendy wurde beim 3:2-Sieg gegen die Münchner geschont.

"In einem guten Team wie Bayern gibt es auf jeder Position starke Spieler. Im Training musst du jeden Tag kämpfen. Wenn der Trainer ihn aufstellt, muss er da sein. Seine Zeit wird kommen", verspricht der Ex-Monegasse, der im Vorjahr für 58 Millionen Euro zu den Citizens wechselte.

Was beide gemeinsam haben, ist ihr Faible für die sozialen Medien. Im Falle von Mendy ist das seinem Trainer aber ein Dorn im Auge. Nach seiner Top-Leistung am Wochenende gegen den FC Arsenal sagte Pep Guardiola: "Manchmal möchte man ihn umbringen, und manchmal denkt man: 'Wow, was haben wir da für einen Spieler.'"

Zugleich fordert der ehemalige Bayern-Coach: "Mendy muss viele Dinge verbessern. Hoffentlich können wir ihn überzeugen, die sozialen Netzwerke ein bisschen zu vergessen und sich auf ein paar andere Sachen zu fokussieren."

Zum Beispiel auf den Traum der Citizens, erstmals in der Vereinsgeschichte die Champions League zu gewinnen. Dort könnte er auch wieder auf seinen Kumpel Tolisso treffen.

"Die Champions League kann Bayern nicht gewinnen"

Klar ist, dass der englische Meister zu den Top-Favoriten in der Königsklasse zählt. Auf der USA-Reise machte aber auch Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge deutlich, dass die Münchner in dieser Saison den Henkelpott angreifen wollen.

"Die Champions League kann Bayern nicht gewinnen. Die gewinnen wir", sagt Mendy mit einem Augenzwinkern. Unterschätzen wird Mendy den Rekordmeister aber nicht. "Es ist ein großes Team in Europa und in Deutschland. Die Flügelspieler sind sehr schnell und insgesamt ist die Mannschaft technisch sehr stark." 

Kann Tolisso nun dauerhaft beweisen, was für Mendy ohnehin längst klar ist, werden die Bayern wohl noch stärker.