Bremen und Hannover neutralisierten sich über weite Strecken
Bremen und Hannover neutralisierten sich über weite Strecken © Getty Images

Bremen - Nach einem Tor des früheren Kreisliga-Stürmers Hendrik Weydandt steht Hannover dicht vor dem Sieg in Bremen, ehe Werder im Nordderby doch noch einen Zähler rettet.

von Sportinformationsdienst

Stimmungs-Dämpfer zu Beginn der Mission Europa: Werder Bremen ist zum Auftakt der neuen Bundesliga-Saison nicht über ein 1:1 (0:0) gegen Hannover 96 hinausgekommen. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Die ambitionierte Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt rettete dank eines späten Treffers von Theodor Gebre Selassie (85.) aber immerhin einen Punkt, zuvor hatte Bundesliga-Debütant Hendrik Weydandt (77.) 96 nicht unverdient in Führung gebracht. (DATENCENTER: Die Torjäger der Bundesliga)

Werder bekam damit zu spüren, wie steinig der Weg zurück in den angestrebten Europa-Pokal werden könnte. "Wir wollen nach Europa. Das ist ambitioniert, aber nicht komplett unrealistisch", hatte Bremens Sportchef Frank Baumann als Ziel ausgegeben. Doch die Bremer wurden diesem Anspruch gegen Hannover nur phasenweise gerecht. 

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Kohfeldt im Weserstadion weiter ungeschlagen

Für Kohfeldt dürfte es nach dem Remis auch kein Trost sein, dass er im Weserstadion seit seinem Amtsantritt weiter noch kein Bundesliga-Spiel verloren hat (sechs Siege, sieben Remis). (Ergebnisse und Spielplan Bundesliga)

Ihm fehlt damit nur noch eine Partie, um Bremens Trainerlegende schlechthin, Otto Rehhagel, einzuholen: Der ehemalige Meistercoach blieb in seinen ersten 14 Werder-Heimspielen (neun Siege, fünf Unentschieden) unbesiegt.

"Wir haben nur eine Großchance zugelassen - das war das Tor", sagte Kohfeldt. "Das ist ärgerlich. Insgesamt war es eine gute Leistung mit Makeln. Uns hat der letzte Zug gefehlt. Wir wollen unsere Heimspiele gewinnen, deshalb sind wir heute auch nicht zufrieden."

Vor 42.100 Zuschauern vertrauten sowohl Kohfeldt als auch 96-Trainer Andre Breitenreiter ihren Mannschaften, die deutliche Siege in der ersten Runde des DFB-Pokals geholt hatten. Und beide Teams waren durchaus bemüht, von Beginn an nach vorne zu spielen.

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Aber es dauerte bis zur 16. Minute, bis Milos Veljkovic nach einer Standardsituation die erste richtig gute Möglichkeit hatte. Doch Werders Innenverteidiger köpfte den Ball knapp neben das Tor.

Bremen mit leichtem Chancenplus

Danach erhöhte Bremen noch einmal den Druck und drängte die 96er zunehmend in die Defensive. Nach Ballgewinnen schaltete die Breitenreiter-Elf aber stets schnell um und suchte den Abschluss, wie etwa durch Ihlas Bebou - dessen Schuss parierte Jiri Pavlenka allerdings ohne größere Probleme (28.).

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Danach verflachte die Partie immer mehr, zudem leisteten sich beide Abwehrreihen keine Wackler. Richtig gefährlich wurde es erst wieder kurz nach der Halbzeit, als Bremens Ludwig Augustinsson einen Volleyschuss aus 13 Metern knapp neben das Tor setzte.

Auf der anderen Seite hatte 96-Kapitän Waldemar Anton ebenfalls kein Glück, nachdem er im Gestocher nach einer Ecke an den Ball gekommen war (62.).

Werder spielte weiter auf Sieg, brachte in der 67. Minute unter dem Jubel der Fans sogar Altmeister Claudio Pizarro für die Sturmspitze - und der Peruaner sorgte auch gleich für Gefahr. Die Gäste wiederum lauerten auf Konter und stachen durch den früheren Kreisliga-Stürmer Weydandt zu.

"Wir haben ein leistungsgerechtes Unentschieden gesehen", meinte Breitenreiter. "Wir können zufrieden sein, haben guten Fußball gespielt, aber im Umschaltspiel auch etwas liegen lassen. Am Ende haben wir nicht mehr gut nach vorne verteidigt und viele Flanken zugelassen."