München - Matthias Sammer spricht über seine Funktion bei Borussia Dortmund - auch zum WM-Debakel der deutschen Mannschaft äußert er sich und gibt dem DFB einen Rat.

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Matthias Sammer hat sich zu seiner Rolle bei Borussia Dortmund geäußert. Im März engagierte der BVB Sammer, der zuvor DFB-Sportdirektor und Sportvorstand von Bayern München war, als externen Berater.

Seine Hauptaufgabe in Dortmund ist die Kommunikation mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Sportdirektor Michael Zorc, Leiter der Lizenzspielerabteilung Sebastian Kehl und Trainer Lucien Favre.

In dieser Runde "tauschen wir uns über alles aus, was ansteht," erklärte Sammer der Bild. Er betonte, dass er sich dadurch nicht eingeschränkt fühle: "Ich mache das sehr gerne, bin aber ein freier Mann." 

Sammer soll den Borussen nach einer turbulenten Saison mit seiner Expertise wieder in die Erfolgsspur helfen. Er glaubt, der BVB müsse sich "unter anderem auf die Kraft des Stadions und der Fans besinnen".

Rat an DFB: "Von den Besten lernen"

Zu der Idee von DFB-Präsident Reinhard Grindel, die Marketingschöpfung "Die Mannschaft" abzuschaffen, hatte Sammer keine Meinung. Der Fußball sei viel komplexer. "Die Spielidee, Individualisierung und Einheitlichkeit herstellen, Richtlinien benennen im Nachwuchsbereich und dann Fehlentwicklungen korrigieren - darum geht es", sagte Sammer. Um das zu erreichen, sei es nicht nötig, "alles umzuschmeißen", wie es um die Jahrtausendwende der Fall war.

Sammer wünscht sich dagegen "Justierungen" und eine Änderung der Inhalte. Um wieder die Nummer eins weltweit zu werden, müsse man sich an den Besten orientieren.

Allerdings: "Das heißt nicht, dass wir eine Pauschalkopie machen sollen", so Sammer. "Aber der Weltmeister hat in Russland gezeigt, dass ein Schritt zurück manchmal drei nach vorne sind. Frankreich hat durch Individualität, Teamgeist, Geschlossenheit und Gemeinsamkeit gewonnen", sagte der Europameister von 1996.