Ex-Bundestrainer Berti Vogts fällt ein vernichtendes Urteil über die Bundesliga und das Nationalteam. Auch die Einkaufspolitik des FC Bayern kritisiert er.

von Sportinformationsdienst

Der frühere Bundestrainer Berti Vogts sieht den deutschen Fußball in einer extrem misslichen Lage.

"Man kann sagen, dass die Bundesliga und die Nationalmannschaft jetzt gleichermaßen am Boden liegen - und beide sich extrem steigern müssen", schrieb der 71-Jährige in seiner Kolumne für das Nachrichtenportal t-online.de: "Der Wiedergutmachungs-Modus ist angesagt, auf allen Ebenen."

Anlass für seine Einschätzung sei nicht nur das historische Vorrunden-Aus der deutschen Mannschaft bei der WM in Russland, sondern die "unattraktive Spielweise" vieler Bundesligateams.

Vogts: "Schluss mit Schafwagenfussball"

"Schluss mit Schlafwagenfußball – nur so kann die Devise lauten", forderte er daher. Aktuell werde die deutsche Eliteklasse international "gar nicht mehr ernst genommen. Oder warum kommt kein einziger Top-Star mehr nach Deutschland?"

Wichtig für den Umschwung seien "mutige Trainer, die aus allen Positionen nach vorne spielen lassen." Dies traut Vogts allerdings einer ganzen Reihe von Klubs zu: "Dortmund mit dem tollen Trainer Favre, Schalke mit dem Selbstbewusstsein aus der vergangenen Saison, Hoffenheim oder Leipzig: Diese Klubs haben das Potenzial, den FC Bayern auch mal anzugreifen."

Den Branchenführer sieht der Europameister-Coach von 1996 in der aktuellen Besetzung allerdings nicht vor dem ganz großen Wurf.

Vogts traut Bayern CL-Sieg nicht zu

"Ohne Investitionen in diesem Sommer werden sie die Champions League nicht gewinnen", so Vogts: "Ich habe großen Respekt vor Trainer Niko Kovac. Aber das Thema Neuverpflichtungen können sie noch nicht ernsthaft abgeschlossen haben. Denn die anderen Topklubs in Europa rüsten weiter auf."