Nach seinem Unfall in Marokko muss Amine Harit auf seine persönliche Anhörung warten. Die Verhandlungen über Schmerzensgeld mit der Familie des Opfers dauern noch an.

Die staatsanwaltschaftliche Anhörung des marokkanischen Nationalspielers Amine Harit vom Bundesligisten Schalke 04 wegen seiner Verwicklung in einen tödlichen Autounfall in Marrakesch ist am Montag bis auf Weiteres verschoben worden. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Montagabend unter Berufung auf mit dem Fall befasste Quellen.

Durch den Aufschub der Anhörung des 21 Jahre alten WM-Teilnehmers soll weitere Zeit für die bereits laufenden Verhandlungen mit der Familie des Todesopfers über ein Schmerzensgeld gewonnen werden. Für welchen Zeitraum die Anhörung ausgesetzt worden ist, blieb am Montagabend offen.

Erzielen die Parteien in den Gesprächen über ein Schmerzensgeld eine Einigung, kann die Justiz im Heimatland von Harits Eltern nach nationalem Recht den Fall abschließen und zu den Akten legen. Ohne eine Vereinbarung jedoch droht Harit ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung.

Harit droht eine Gefängnisstrafe

Dabei droht dem im Vorjahr vom FC Nantes nach Schalke gekommenen Mittelfeldspieler, der am Montag auf freiwilliger Basis vernommen werden sollte und noch auf die Freigabe seines vorläufig eingezogenen Passes wartet, auch eine Haftstrafe zwischen drei Monaten und fünf Jahren.

In der Nacht zum vergangenen Samstag hatte das von Harit gelenkte Fahrzeug in Marrakesch einen 30 Jahre alten Fußgänger erfasst und dabei tödlich verletzt. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben bislang keinen Anhaltspunkt für ein schuldhaftes Verhalten des Fußballers.

Harits Klub Schalke hatte am Sonntag nach einem Kontakt von Sportvorstand Christian Heidel zu seinem Spieler ebenfalls mitgeteilt, dass Harit "als Fahrer des Unglückswagen keine Möglichkeit gehabt habe, den tragischen Unfall zu verhindern".