Gelsenkirchen und München - Nach seinem Unfall in Marokko steht Amine Harit unter Schock und wird psychologisch betreut. S04-Sportvorstand Christian Heidel erklärt die nächsten Schritte.

von Jonas Nohe

Schalkes Sportvorstand Christian Heidel hat sich einen Tag nach dem Bekanntwerden des folgenschweren Verkehrsunfalls von Amine Harit in Marokko zum Zustand des Schalke-Profis geäußert.

"Man hat natürlich gespürt, dass da jemand am Telefon ist, dem das Reden schwer fällt", berichtete Heidel nach dem Trainingsauftakt der Königsblauen von einem Telefonat mit dem 21-Jährigen am Samstag: "Er ist momentan bei seiner Familie und wird psychologisch betreut."

Das Schlimmste sei, dass es bei dem Unfall ein Todesopfer gegeben habe, sagte Heidel: "Zum anderen reden wir hier über einen 21 Jahre jungen Mann, der damit jetzt klarkommen muss."

Schalke-Profi Harit in Unfall mit Todesfolge verwickelt

Es gehe Harit "den Umständen entsprechend gut", es habe auch am Sonntag noch einmal Kontakt gegeben, "weil er das Gefühl haben soll, dass wir auf dem Laufenden sein wollen, wie es ihm geht. Ich glaube, er braucht jetzt das Gefühl, dass der Verein zu ihm steht".

Harit war am späten Freitagabend in Marrakesch in einen Verkehrsunfall verwickelt gewesen, bei dem ein 30-Jähriger ums Leben gekommen war.

Auch S04-Trainer Domenico Tedesco hatte inzwischen Kontakt mit dem marokkanischen Nationalspieler, der mit seinem Team bei der WM in Russland in der Vorrunde gescheitert war.

"Wir haben kurz gesprochen, es war ein kurzes, knappes Telefonat", berichtete Tedesco und erklärte: "Amine war unter Schock, dementsprechend haben wir wenig sprechen können."

Heidel erklärt weiteres Vorgehen bei Harit

Heidel bestätigte, dass Harit seinen Reisepass abgeben musste und in den kommenden Tagen noch einmal zur Befragung bei der Polizei in Marokko vorstellig werden muss.

"Nach der nächsten Vernehmung wird man sehen, ob er seinen Pass zurückbekommt und ausreisen darf", erklärte Heidel. Davon hänge auch ab, ob Vertreter der Schalker zu Harit nach Marokko reisen werden.

Harit wolle zunächst einmal abwarten, was beim nächsten Gespräch mit der Polizei herauskomme, erklärte Heidel: "Es kann durchaus sein, dass Amine verhältnismäßig schnell zurückkommt - und dann macht es wenig Sinn, dass wir jemanden hinschicken."