Philadelphia - Im ersten Jahr bei Bayern und danach auch bei Swansea floppte Renato Sanches, galt als Sorgenkind. Der Portugiese erklärt, warum jetzt alles besser wird.

von Florian Plettenberg

Renato Sanches floppte als 35-Millionen-Einkauf in seinem ersten Bayern-Jahr und setzte sich im Vorjahr auch nicht bei Swansea City durch, mit denen er aus der Premier League abstieg.

Unter Neu-Trainer Niko Kovac jedoch scheint Sanches endlich aufzublühen. Er lacht, trifft - und spricht.

"Ich habe jetzt deutlich mehr Selbstvertrauen und ich denke, dass ich durch die Erfahrung stärker zurückkommen kann. Das ist auch mein Ziel. Jetzt will ich mich bei den Bayern durchsetzen. Ich fühle mich jetzt angekommen", sagt Sanches.

Der Portugiese scheint auch im siebentägigen USA-Trainingslager in Philadelphia dort weiterzumachen, wo er beim 3:1-Sieg gegen Paris Saint-Germain in Klagenfurt aufhörte: Mit einem Lachen im Gesicht und dem Willen, sein unbestrittenes Talent im zweiten Anlauf bei den Bayern endlich zeigen zu können.

"Mein Lächeln war allerdings immer da", betont der 20-Jährige: "Das habe ich nie verloren. Ich spüre aber jetzt, dass ich reifer bin. Vielleicht habe ich dadurch auch eine andere Perspektive auf viele Sachen. Persönlich habe ich auch mehr Spaß gefunden und um mich durchzusetzen, brauche ich den Spaß. Den habe ich jetzt."

Sanches: Das habe ich bei Swansea gelernt

Nicht ganz so viel Spaß hatte Sanches im Vorjahr. Vom Rekordmeister wurde er in die Premier League zu Swansea City ausgeliehen, setzte sich aber auch dort nicht durch und galt als Flop.

Seinem Jahr in Wales konnte er jedoch etwas Positives abgewinnen. "Ich habe Englisch gelernt und auch viel von meinen Mitspielern. Ich bin dort aus meiner Komfortzone raus", betont Sanches: "Das war ein Schritt, der mich weitergebracht hat."

Bei seinem ganz persönlichen Neustart, der ihn weiter bringen soll als nur zu einem Platz auf der Bank oder auf der Tribüne, kann sich Sanches nun vor allem des Rückhalts seines Trainers sicher sein. Mehrmals betonte Niko Kovac zuletzt, dass er Sanches fordern und fördern will. Nach dem Paris-Test prophezeite Kovac sogar, dass Sanches in dieser Saison "viele gute Spiele für den FC Bayern" machen werde.

Für Sanches sind diese Worte nach zuletzt zwei schwachen Jahren wie Balsam auf seiner Seele. Auch er lobt den Heynckes-Nachfolger in höchsten Tönen: "Die Arbeit mit dem Trainer ist herausragend. Er schafft es, jeden Spieler so anzusprechen, wie er es braucht. Daher ist das für mich wichtig, aber auch für das ganze Team."

Auch in puncto Konkurrenz versteckt sich Sanches nicht. Er gilt nach SPORT1-Information zudem nicht als einer der ersten Verkaufskandidaten für das überfüllte Bayern-Zentrum. "Die Konkurrenz ist groß", weiß auch der gebürtige Lissabonner. Er sei sich aber sicher, dass am Ende die Form darüber entscheidet, wer spielt.

Sanches: Das sind meine Stärken!

Was ihn vor allem auszeichnet, beschreibt der Europameister von 2016 so: "Ich bin ein Ballantreiber, der durch eine Eins-gegen-Eins-Situation auch mal im Mittelfeld Räume reißen kann. Das ist eine Qualität, die andere vielleicht nicht haben. Ich hoffe, dass ich mit diesen Qualitäten dem Verein helfen kann."

Und noch eine weitere Stärke hat der Kraftprotz, der während des Interviews sehr höflich wirkt und immer wieder einzelne Wörter auf Deutsch integriert: Es sind seine Standards. Ausgerechnet sein Traumtor aus rund 25 Metern per Freistoß zum 2:1 brachte die Bayern gegen Paris auf die Siegerstraße.

Sanches erklärt: "Ich trainiere auch nach dem Training Freistöße. In dem Moment hatte ich ein positives Gefühl, ich wollte das Tor genau so schießen. Ich hoffe, dass noch viele Bayern-Tore von mir folgen."

Dann käme er seinem großen Ziel immer näher: sich endlich bei den Münchnern durchzubeißen.

Denn eines stellt Sanches klar: "Ich bin stolz darauf, hier Spieler zu sein und habe einen Vertrag bis 2021. Den habe ich vor zu erfüllen."

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